Dienstag, 20. Juli 2021

Stellplatz Lauheide Telgte

 Telgte - Stellplatz Lauheide

Dienstag - 20.07.2021

Jetzt haben wir es doch noch geschaft und sind für ein paar Tage weg. Wir wollten mal etwas anderes sehen, als unser Haus, dass mit der Zeit immer leerer wird. Nun sind es gerade mal 4 Wochen, bis wir das Haus geräumt haben werden und ins Wohnmobil ziehen.

Wir sind gegen Mittag auf dem Stellplatz am Gasthaus Lauheide angekommen. Unser erster Wunsch für diese Tage war eigentlich das Leuker Meer in Holland. Aber das Hochwasser an der Maas und die wieder sehr hohen Corona-Werte dort, haben uns abgehalten. 

Bis hierher sind es 124 Kilometer, die wir ohne Probleme gefahren sind. Nachdem das Wohnmobil bei unserem Letzten Ausflug gestreikt hatte und wir eine neue Batterie eingebaut haben, sind wir ohne Aussetzer angekommen. Auch haben wir in der letzten Woche einen neuen Fernseher einbauen lassen, weil das alte Schätzchen Ausfälle beim Ton hatte und das Bild recht schlecht war. Jetzt haben wir einen größeren mit einem deutlich schärferem Bild.

Der Platz hier liegt sehr ruhig in Wald und Feld und hat 100 Stellflächen für Wohnmobile. Er ist parkähnlich, mit unterschiedlichen Bereichen, die mit schönen Sitzgelegenheiten weitläufig angelegt sind. Er sieht sehr gepflegt aus und die Plätze sind überall auf fester Wiese. Der Platz kostet 12,50 Euro einschl. Strom, Wasser, Ver- und Entsorgung. An den Stromsäulen ist auch ein Frischwasserhahn angebracht. Das ist schon sehr praktisch.

Zur Kaffeezeit habe ich uns in der Gaststätte leckeren Kuchen geholt. Dort gibt es einen sehr schönen Biergarten, der teilweise in den Stllplatz übergeht. Es werden leckere Speisen angeboten, die wir sicher mal ausprobieren werden.

Die Platzgebühr haben wir an der Gaststätte entrichtet und der Betreiber ist später über den Platz gefahren. Die Sache mit dem Brötchenservice haben wir nicht mehr klären können. Ich bin dann gegen Abend noch mit dem Rad nach Telgte gefahren und habe bei Lidl Aufbackbrötchen geholt. Den Abend haben wir noch lange vor dem Wohnmobil verbracht.



Mittwoch - 21.07.2021

Wir hatten eine ruhige Nacht und haben gut geschlafen. Der Platz ist wirklich sehr ruhig und die nahe Straße ist nachts kaum befahren. Der Morgen ist bewölkt, aber recht mild, sodass wir draußen frühstücken könnnen. Die Brötchen haben wir selber aufgebacken und wir genießen die morgendliche Ruhe.

Wir lassen uns viel Zeit und machen uns später mit den Rädern auf den Weg nach Telgte. Das sind gerade mal drei Kilometer Die kenne ich schon von meinen früheren Besuchen, als wir in Greven gestanden haben. Die Altstadt ist hübsch und überschaubar klein. Telgte ist ein bekannter Wallfahrstort mit etwa 20.000 Einwohnern. wir laufen eine Runde und ich gönne mir ein Eis. 


 

Dann fahren wir mit den Rädern ins nahe Gewerbegebiet mit einigen Discountern und verschiedenen Geschäften. Bei Rewe kaufen wir noch ein paar Lebensmittel ein und machen uns dann auf den Rückweg zum Stellplatz. Nach dem Mittagessen machen wir Pause und ruhen uns bei besser werdendem Wetter aus.

Mich lockt es nochmal auf das Rad und ich fahre zur Pleister Mühle, Richtung Münster. Die alte Mühle liegt an der Werse, ein kleiner Fluss, der aufgestaut wird. Er ist ein idealer Fluss zum Paddeln. Es sind etwa sieben Kilometer bis dorthin. Ich schaue mich um und finde zwei Stellen, wo man mit dem Board ans Wasser kann. 

Die Pleister Mühle ist ein bekannter Ausflugsort mit Biergarten und Minigolfplatz. Auch kann man hier Kanus ausleihen und auf der Werse paddeln. Obwohl es mitten in der Woche ist, ist es sehr gut besucht. Habe aber vergessen, dass wir ja Ferien haben.


 

                                                             Die alte Pleister Mühle

                                                               Die gibt es hier auch
 

Anschließend fahre ich wieder zum Stellplatz zurück, wo wir dann gemütlich draußen zu Abend essen. Morgen schaue ich mir das Wetter an und versuche mit Rad und Board zur Werse zu fahren.

Donnerstag - 22.07.2021

Es ist wieder leicht bewölkt, aber so angenehm, dass wir draußen frühstücken. Wir lassen uns viel Zeit damit und quatschen mit den Nachbarn, die aus Mönchengladbach kommen. Die haben ein Wohnmobil, dass unserem ähnelt, was wir bestellt haben. So erfahren wir etwas über das Handling mit so einem großen Wohnmobil. Es ist schon nach elf Uhr als ich mich für meine Paddeltour fertig machen.

Ich packe nur das Nötigste ein, da ich ja noch mit dem Fahrrad etwa 7 Kilometer bis zum Einstieg in die Werse fahren muss. Ich schnalle das Board auf den Gepäckträger und den Rest in den Rucksack. Bei der Fahrt erweist sich der Rucksack als hinderlich. Auf der Rücktour schnalle ich ihn dann hinten auf den Gepäckträger.

Es ist schon recht warm als ich mein Board aufgeblasen habe und aufs Wasser gehe. Mich erwartet ein ruhiges Gewässer, dass eine kaum merkliche Strömung hat. Ich kann also ohne Probleme Flussabwärts paddeln und dann nach Belieben wieder umkehren.  Nach knapp 90 Minuten kehre ich um, da ich meine Muskeln spüre,  die ich sonst wohl eher nicht so beanspruche. Ich muss schließlich den gleichen Weg wieder zurück.


 


Ich bin recht kaputt, als ich wieder am Ausgangspunkt ankomme. Zusammenpacken und die Strecke mit dem Rad wieder zurück. Ich spüre beim Radeln meine Nackenmuskel. Mals sehen wie es mir Morgen früh ergeht. 

Zurück am Platz muss ich erstmal mein Board wieder auspacken und vom Dreck befreien, den ich mir beim Einpacken eingehandelt habe. Dann wird es Zeit für eine lange Pause auf dem Liegestuhl. Zum Nachmittag wird dann der Grill ausgepackt und wir essen ein frühes Abendessen. Mittag ist ja ausgefallen.

Da es lange sonnig und warm ist, bleiben wir bis in den späten Abend draußen sitzen.

Freitag, 23.07.2021

Das  Wetter ist wieder herrlich warm und so möchte ich heute mit dem Rad nach Münster. Meine Digitalkamera spielt verrückt und ich kann nicht mehr fotographieren. Irgendwas ist total durcheinander. So mache ich mich nach dem ausgiebigen Früstück auf den Weg. Weit ist es ja nicht und das Navi lenkt mich über schöne Radwege.

Die Stadt ist voll und auf den belebten Straßen und Plätzen ist von Corona nichts zu sehen, wobei sehen kann man das ja eh nicht. Ich finde den gesuchten Fotoladen und die nette Verkäuferin tippt zwei mal auf die Kamera und alles ist wieder ok. Männer und Technik. Alles ist wieder gut. Ich bedanke mich und lasse mir den Weg zu einer Eisdiele erklären, die nicht allzu weit entfernt ist. Das Eis ist sehr lecker.

Ich schlendere so durch die Gassen und war schon wieder auf dem Weg zum Fahrrad, als mir einviel, dass ich noch nach einer wasserfesten Hülle für mein Handy schauen wollte. In den einschlägigen Handyshops werde ich nicht fündig und bekomme aber den Hinweis, es doch mal bei Saturn zu versuchen. Da hätte ich auch selber drauf kommen können. Der Laden ist auch nicht weit weg. Ich werde aber auch hier nicht fündig, da das Produkt leider ausverkauft ist. 


 





Also doch zum Fahrrad und zurück zum Platz. Das Navi weist mir auf halber Strecke einen anderen Weg und dann finde ich mich mitten auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz wieder. Hier drehe ich mich ein Paar mal im Kreis und das Navi ist überfordert. Ich fahre die selbe Strecke wieder zurück und suche mir dann den richtigen Weg. 

Zurück am Platz bin ich ganz schön platt. Die Sonne und 34 Kilometer radeln und laufen geben mir den Rest. Ich muss mich ausruhen. Gegen 16 Uhr 30 gehen wir rüber zum Gasthaus und bestellen uns jeder ein Schnitzel mit Pommes und Salat. Wir müssten jetzt eine viertel Stunde warten (Selbstbedienung) um die Schnitzel mitzunehmen. Man bietet uns an, das Essen ans Wohnmobil zu bringen. Für einen Euro pro Mahlzeit machen wir das und werden nicht enttäuscht. Wie im Restaurant bekommen wir die reichhaltige Mahlzeit auf Keramikteller serviert. Die großen Portionen sind zuviel für  uns.

Das Abendessen fällt aus. Später kommen die Nachbarn zu uns und wir haben einen netten Abend zusammen und quatschen bis nach 22 Uhr. So kann man sich über das gemeinsame Hobby ausstauschen.

Samstag - 24.07.2021

Schon wieder warm! Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg nach Telgte. Hier haben wir einen Weberstore entdeckt. Dort will ich mich erkundigen, ob wir unseren Gasgrill von 50 auf 30 mmb reduzieren können, um ihn künftig an die Gasversorgung des Wohnmobils anzuschließen. Ich bekomme die Information, dass das wohl möglich ist, aber es lohnt sich nicht. Die Umstellung würde etwa 300 Euro kosten. 

Das war wohl nix. Ich nehme den Rückweg über die Altstadt von Telgte und gönne mir noch ein Eis. Nahe der Ems wurden Liegestühle zum Verweilen aufgestellt. Hier setze ich mich hin und esse gemüglich auf. Der kurze Rückweg ist schnell erledigt. Unsere Nachbarn brechen gerade auf. Sie wollen sich das erwartete Gewitter lieber Zuhause antun.  


                                    Der Kerl badet schon seit jahren an der gleichen Stelle
                                                  Die Ems rauscht über ein Wehr
                                         Und fließt dann wieder gemächlich weiter
                                  Eine nette Geste der Gemeinde, Liegestühle zum Ausruhen

 

Dann lümmeln wir uns wieder in unsere Stühle und ich gehe uns zur Kaffeezeit Kuchen aus der Gaststätte holen. Der ist wieder mal saulecker. In Erwartung eines abendlichen Gewitters, spanne ich die Markise ab und wir wollen darunter sitzen bleiben. Warm genug ist es ja.

Aber es kommt dann doch anders. Die Windböen vor der Front sind doch teilweise heftig und so fahren wir die Markise doch schnell rein und verdriechen uns bei den ersten Tropfen ins Wohnmobil. Anschließend regnet es recht stark und so einiges fällt vom Baum, unter dem wir stehen herunter. 

So schauen wir abends fern und hören  dem Regen zu. Nach 22 Uhr gehen wir ins Bett und der abziehende Regen klackert noch auf das Dach. Danach kehrt Ruhe ein. Oder doch nicht. Eine Mücke macht uns das Leben schwer. Sie hinterläßt einige fiese Stiche und läßt sich lange nicht einfachen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erwische ich sie und das Schicksal nimmt seinen Lauf. 

Sonntag - 25.07.2021

Der Rest der Nacht war ruhig und morgens scheint wieder die Sonne und wir können draußen frühstücken. Wir lassen es ruhig angehen und machen uns später für die Abfahrt fertig. So gegen 12 Uhr geht es los und wir kommen ohne große Probleme wieder Zuhause an. Das war wohl unsere letzte Ausfahrt, bevor es dann endgültig ins Wohnmobil geht. Das ist schon ein komischer Gedanke. Wir sind jedenfalls froh, dass das Auto durchgehalten hat.



Samstag, 10. Juli 2021

Ein Traum wird war

 EinTraum wird war

Mitten in die Pandemie hinein, fallen bei uns wichtige Entscheidungen. Wegen Corona darf ich zur Zeit nicht arbeiten, da haben wir viel Zeit zu überlegen. Schon im abgelaufenen Jahr haben wir beschlossen, unser Haus zu verkaufen, um ganz ins Wohnmobil zu wechseln. Das wird ein ambitioniertes Unterfangen und bedeutet viel Arbeit.

Wir hatten einen Makler beauftragt und der hat uns in kurzer Zeit eine große Anzahl Interessenten besorgt. Nach einer Vielzahl von Besichtigungen haben wir ein nette Familie gefunden, die gerne in unser Haus einziehen will. Noch im Februar wurde ein Notartermin vereinbart und die Sachen unter Dach und Fach gebracht. Als Termin für die Übergabe wurde der 31. August 2021 ausgemacht. 

Als zweiten wichtigen Schritt auf diesem Wege war die Beantragung meiner Rente zum 30.06.2021. Das haben wir im März erledigt und so blieb uns noch einige Monate Zeit das Haus zu "Entleeren". 

Nun ging es auch um die Suche nach einer Meldeadresse. Dabei sind wir innerhalb der Verwandschaft fündig geworden und wir konnten eine kleine Wohnung ab September anmieten. 

Ein ganz wichtiges Ereignis habe ich beinahe vergessen. Nach dem Hausverkauf haben wir uns sofort an unseren Wohnmobilhändler gewandt, der uns bereits im Oktober letzten Jahres ein Angebot für ein neues Wohnmobil vorgelegt hat. Damals hatten wir uns schon für einen neuen Carthago entschieden, den wir dann im Februar bestellt haben. Leider wurden aus den neun nun zwölf Monate Lieferzeit. Das hat zur Folge, dass wir erst Anfang des nächsten Jahres in das neue Wohnmobil wechseln können.

Nun haben wir bereits Anfang Juli und ich bin seit einigen Tagen Rentner. Inzwischen sieht es bei uns recht chaotisch aus. Überall stehen Umzugskarton herum, die mit allerlei Dingen gefüllt sind. Viele Kleidungsstücke wurden zur weiteren Verwendung zur Diakonie gebracht und alles Andere wandert in den Kleidercontainer. Viele Sachen, die wir für unser Vorhaben nicht mehr brauchen, werden an unsere Kinder und Verwandten verteilt.

Mehrere Fahrten zur Abfallentsorgung habe ich schon hinter mich gebracht. Es ist unglaublich, was man in den Jahren alles ansammelt. Einige große Koikarpfen wurden zu meinem Bruder umgesiedelt. 

Es sind schon wieder einige Wochen vergangen und langsam leert sich das Haus. Es ist schon viel Arbeit! Wir haben schon nach Mitte August und die letzten Tage im Haus stehen an. Am Wochenende wurden die Elektrogeräte abgeholt, die bei den Kindern verbleiben. Heute haben wir noch einige wenige Möbel in unsere kleine Wohnung gebracht. Wir sind langsam vom Schleppen geschafft und freuen uns auf unsere Liegestühle am Wohnmobil, dass wir seit gestern auf unserem Stellplatz in Kamp-Lintfort am Wandelweg abgestellt haben. 

Hier haben wir auch schon unsere erste Nacht verbracht. Es ist schon ein komisches Gefühl, im Heimatort zu stehen. 

Es ist der 24. August 2021 und der Zeitpunkt der Schlüsselübergabe ist gekommen. Wir machen zusammen mit dem Käufer noch einen Rundgang durch das Haus und lesen noch Strom, Wasser und Gasuhren ab. Dann verlassen wir das Haus mit gemischten Gefühlen. Aber es überwiegt auf jeden Fall die Freude über die kommende Zeit im Wohnmobil. 

Es stehen jetzt noch einige Behördengänge an, wie Ummeldung und die Beantragung neuer Personalausweise, die gerade abgelaufen sind. Es folgen noch Termine bei Ärzten und beim Notar für die Grundbuchänderung. Am 01.09.2021 fahren wir noch auf die Caravan-Messe nach Düsseldorf. Hier treffen wir uns mit unserem Wohnmobilhändler. Dann schauen wir uns gemeinsam das Modell für 2022 an, welches hier erstmals vorgestellt wird.

Mittlerweile stehen wir schon eine Woche auf dem Stellplatz unserer Heimatstadt und richten uns häuslich ein. Ab dem 12. September geht es dann los. Wir wollen ganz gemütlich Richtung Süden fahren und wir werden sehen, wie uns das neue Leben gefällt. Bis zum neuen Wohnmobil Anfang nächsten Jahres, werden wir noch in unserem kleinen Wohnmobil ausharren müssen.