Mittwoch, 27. Mai 2026

Auf in den Norden

 Auf in den Norden

Tag 1 - Mittwoch, 27.05.2026

Heute geht es für uns endlich wieder los. Wir wollen auf eine große Tour in den Norden. Wie weit es uns dahin verschlägt, wissen wir noch nicht und so gehen unsere Pläne zunächst in den Norden Deutschlands. Wir werden diesmal auch unseren Anhänger mitnehmen, damit wir neben den Fahrrädern und dem Roller auch Platz für mein neues Segelboot haben. 

                                        Alles eingepackt, Anhänger dran und dann Tschüss.

Wir sind dann so gegen 10 Uhr 30 für die Abfahrt fertig und verabschieden uns von den Platznachbarn. Zunächst geht es auf die Waage beim Raiffeisenmarkt. Da zeigt sich schnell, daß wir ein gutes Stück überladen sind. Da wir aber beim Verlassen des Platzes den Wassertank gefüllt haben, ist das der größte Grund dafür. Wir werden also in Zukunft mit weniger Frischwasser unterwegs sein. Auch haben wir eine gewisse Menge an Vorräten und Hundefutter gebunkert, was wir in der nächsten Zeit verbrauchen werden.

Dann geht es zur Tankstelle, wo wir für 1,83 Euro pro Liter Diesel volltanken. Das schlägt dann mit über 130 Euro zu Buche. Es geht danach auf die Autobahn, wo uns der übliche Stau um Oberhausen auf der A2/3 aufhält. Danach läuft der Verkehr aber ohne weitere Probleme. Unser heutiges Ziel ist der Campingplatz am Heidesee in Holdorf, den wir schon von früheren Besuchen kennen. Dort haben wir für eine Nacht eine große Parzelle gebucht. Die Fahrstrecke beträgt etwa 206 Kilometer.


Der Platz liegt sehr ruhig in der Nähe der A1 vor Bremen. Wir melden uns bei der Ankunft an und belegen den Platz. Wir zahlen für die Nacht mit Hund 23,-- Euro, ohne Strom, den wir bei dem schönen Wetter selber produzieren, was auch sehr gut klappt. Nachdem wir uns eingerichtet haben, stellen wir Tisch und Stühle raus und essen zu Mittag. Das Wetter ist sehr sonnig und nicht mehr so heiß, wie in den letzten Tagen. Trotzdem suchen wir den Schatten unter einem kleinen Baum.
                        Restaurant mit Biergarten, Rezeption und Sanitärgebäude vom Campingplatz
                                                    Unsere große Parzelle auf dem Platz
                                                            Blick Richtung Eingangsbereich
                                                    Blick über die Felder zum Platz

Nach einer größeren Gassirunde mit unserem Hund, der uns einmal um den Heidesee führt, hole ich für uns jeweils ein leckeres Stück Apfelkuchen aus dem netten Restaurant vom Platz. Dort gibt es auch so manche Leckerei zu essen. Anschließend genießen wir das schöne Wetter und die Ruhe auf dem Platz. Später treffen sich auf der Nachbarparzelle einige Menschen und es wird laut. Die untergehende Sonne lockt uns ins Wohnmobil. Morgen geht es ein gutes Stück weiter und wir möchten zum Nord-Ostsee-Kanal. Dort wollen wir dann aber ein paar Tage länger verweilen. Wir haben ja viel Zeit!!


                                                     Der Heidesee mit schönem Strandbad

Tag 2 - Donnerstag, 28.05.2026

Nach einer ruhigen Nacht geht es für uns weiter. Wir wollten hier nicht länger bleiben, weil es an unserem nächsten Ziel schwierig werden könnte, wenn wir erst Freitags dort eintreffen. So machen wir uns fertig und verlassen den Platz so gegen 10 Uhr 30. Wir nehmen die gleiche Auffahrt auf die A1, wie schon Gestern bei der Ankunft. Dann geht es in Richtung Bremen, wo uns ein längerer Stau erwartet.

Bis dahin läuft es ganz gut und dann leuchten die Bremslichter vor uns. Da wir als LKW durchgehen, muss ich auf die rechte Spur. Von weitem erkenne ich das Schild - Überholverbot für LKW. Als wir näher kommen steht darunter aber, dass das erst ab 7,5 Tonnen gilt. Also schnell die Spur gewechselt und an der endlosen Schlange von Lastwagen vorbei. Die Fahrer in ihren Trucks haben mir Leid getan. Wer weiß, wie lange die dort im Stau stehen müssen.

Grund für den Stau war die Baustelle an der Weserbrücke. Auch hier ging es für uns zeitweise nur im Schritttempo. Das hielt sich aber in Grenzen und danach ging es auch zügig weiter. Nächster Stau dann vor und nach dem Elbtunnel. Auch hier wird seit vielen Jahren gebaut. Hier verlieren wir auch wieder einiges an Zeit. Im weiteren Verlauf war die Autobahn dann aber wieder frei. 

Wir erreichen dann unser Ziel nach weit über vier Stunden Fahrzeit. Der Stellplatz im Hörsten am Flugplatz Schachtholm, gleich gegenüber dem Nord-Ostsee-Kanal. Dort gibt es eine lange Reihe mit direktem Blick auf den Kanal, der aber ab und zu von Büschen und Bäumen versperrt ist. Die zweite Reihe liegt leicht erhöht mit dem Rücken zum Flugplatz. Aber von hier kann man auch auf den Kanal schauen.

                                    Unsere großzügige und mit Rasen bedeckte Parzelle am Kanal
                        Rechts in den Häuschen ist die Anmeldung und Information untergebracht.
                                                    Der Blick von uns auf den Kanal

Wir haben Glück, dass wir noch einen Platz in der ersten Reihe ergattert haben, denn nach uns sind noch viele Wohnmobile eingetrudelt, die dann in der zweiten Reihe parken mußten. Wir haben uns dann aufgestellt und ich habe den Platz für die nächsten vier Tage bezahlt. Er kostet 18,-- Euro pro Nacht einschl. Wlan. Strom kostet extra, der aber für uns nicht in Frage kommt. Für 100 Liter Wasser zahlt man einen Euro und die Entsorgung kostet nochmal einen Euro, auch für die Toilettenkassette. WC und Duschen gibt es auf dem Platz nicht.


                                                Natürlich kommen auch einige Schiffe vorbei

Ich habe dann gleich beim Platzwart eine Gasflasche für 30,-- Euro getauscht. Wir haben dann Tisch und Stühle rausgestellt und draußen ein spätes Mittagessen eingenommen. Das Wetter ist wolkenlos und angenehm warm. Schiffe waren heute eher Mangelware. Bei früheren Besuchen hatte ich regeren Schiffsverkehr in Erinnerung. Wir haben es dann lange ausgehalten, bis die Sonne hinter den Bäumen verschwunden ist.

Tag 3 - Freitag, 29.05.2026

Der Tag beginnt wieder sehr schön und wir können draußen frühstücken, natürlich mit Ausblick auf die vorbei fahrenden Schiffe. Es wird heute recht warm und ich möchte nach dem Frühstück mit dem Rad Richtung Rendsburg fahren. Ich möchte zur Firma "Spann-An", die in Osterrönfeld eine große Campingfirma betreibt. Die Firma betreibt auch die drei Stellplätze am Kanal, zwei in Rendsburg und einer, auf dem wir jetzt stehen.


                                                                    Morgens am Kanal

                                                              Frühstück mit Aussicht

Es sind etwa 13 km bis zur Firma, die leicht zu finden ist. Ich besorge mir dort etwas für die Abwassertankreinigung und frage nach einem Wasserfilter. Den bekomme ich dort nicht und die Lieferung würde für uns zu lange dauern. So fahre ich die kurze Strecke zurück und lande an der Schwebefähre, mit der ich auf die andere Seite des Kanals wechsele. 


Die Schwebefähre ist seit 113 Jahren in Betrieb und gehört zu den weltweit letzten acht Anlagen vergleichbarer Art. Die Eisenbahnhochbrücke mit der Schwebefähre ist ein Musterbeispiel für Ingenieurskunst und bis heute ein außergewöhnliches Wahrzeichen der Region. Ich komme pünktlich zur Abfahrt dort an und steige zu. Die Überfahrt dauert nur etwa zwei Minuten und ist eine wahre Attraktion. Sie fährt nach Bedarf ständig hin und her.

                                                     Eisstübchen mit besonderem Ausblick
                                                                        Musste sein!!

Auf der Rendsburger Seite gibt ein schönes Eisstübchen, was ich bisher noch nicht besucht habe. Nun gönne ich mir ein leckeres Eis und setze mich dazu an den Kanal. Anschließend fahre ich zum Fußgänger und Radtunnel, der nur einige hundert Meter weiter liegt. Hier geht es mit dem Aufzug oder mit einer sehr langen Rolltreppe in den Untergrund. Unten angekommen fahre ich unter dem Kanal hindurch und komme auf der anderen Seite wieder ans Tageslicht. Am Kanal sind alle Fähren, Tunnel und Brücken für Jedermann kostenlos zu nutzen.

                                                        Man nimmt entweder den Aufzug...
                                                            ...oder die lange Rolltreppe

Auf dem Rückweg komme ich wieder an der Lotsenstation vorbei und beobachte, wie hier die Lotsen die vorbeifahrenden Schiffe besteigen, bzw. hier wieder aussteigen und zu ihrem Ausgangspunkt, mit dem nächsten Schiff aus der anderen Richtung zurückfahren. Sehr interessant! Zurück am Platz erwartet mich ein etwas verspätetes Mittagessen. Danach machen wir es uns auf unseren Stühlen bequem und genießen den Tag in der Sonne.

                                                Das Lotsenboot fährt zum nächsten Schiff
                                                    Mit Windkraft geht es schließlich auch

Zum späten Nachmittag erreicht uns ein kurzes Gewitter, was aber schon nach einer halben Stunde wieder vorbei ist. Danach mache ich mit dem Hund eine große Runde zum nahen Flugplatz und zurück am Kanal vorbei.

                                            Hier gab das Gewitter nur ein kurzes Gastspiel

Tag 4 - Samstag, 30.05.2026

Der Morgen war frisch, sonnig aber kühl. Da der Wind recht kräftig geweht hat, konnten wir nicht draußen frühstücken. Das war aber nicht so schlimm, Hauptsache das Wetter war schön. So habe ich mich anschließend nochmal auf den Weg nach Rendsburg gemacht. Natürlich habe ich das Rad genommen. Ich wollte auf die andere Kanalseite in den "Famila" ein paar wenige Dinge einkaufen. Auch hatte ich die Absicht, unsere leeren Flaschen abzugeben, da wir die sonst die ganze Reise mitschleppen müssen, weil das Pfand schließlich nur in Deutschland zählt.

Der Wind ist recht kräftig, aber dafür habe ich ja ein Ebike, was die Sache leichter macht. Ich habe heute mal die Rolltreppe genutzt, obwohl der Transport eines Fahrrades nicht ganz einfach ist. Aber das habe ich in den letzten Jahren schon ein paarmal gemacht. Im Famila angekommen, der sich seit unserem letzten Aufenthalt sehr verändert hat, habe ich mich gemütlich umgesehen und natürlich ein paar Sachen mehr eingepackt, als vorgesehen.

                                                                    Die lange Rolltreppe
                                        Hoffentlich schaut der Kleine mal in den Rückspiegel

                                                    Ein paar schicke Häuser am Kanal

Aber es passte alles locker in meine Einkaufstasche und ich bin danach noch ins Eisstübchen und habe mir nochmal ein Eis gegönnt. Nach einer Pause am Kanal habe ich mich dann wieder auf den Rückweg gemacht. Natürlich wurde ich wieder von einigen Schiffen begleitet und so wurde die Fahrt  nicht langweilig. Auf einem vorbeifahrenden Kriegsschiff aus Finnland, haben die Matrosen auf Deck ihre Muskeln gestärkt. Zurück am Platz haben wir dann zu Mittag gegessen und dann gab es eine Pause, die ich zeitweise draußen verbracht habe. Leider bin ich zwischendurch immer wieder ins Wohnmobil gewechselt, weil die Wolken dichter wurden und die Sonne nicht mehr gewärmt hat.

                                                        Ein finnisches Marineschiff
                                                    Körperliche Ertüchtigung an frischer Luft
                                            Ein schöner Raddampfer als Ausflugsschiff

So plätscherte der Tag dahin und am frühen Abend habe ich mir das Champions League Finale angesehen. Morgen soll das Wetter wieder ganz gut werden, wenn auch nicht mehr so warm. Mal sehen, was ich da so unternehmen kann.

                                            Am Abend tauchte noch dieser Tanker auf

Tag 5 - Sonntag, 31.05.2026

Heute begann der Tag bedeckt, aber trocken. So habe ich mir nach dem Frühstück überlegt, mit dem Roller nach Eckernförde zu fahren. Das Wetter ist gerade richtig für eine Rollertour. So habe ich dann den Roller aus dem Anhänger geholt und bin losgefahren. Ich habe mir dafür eine Strecke ausgesucht, die eher über Nebenstraßen geführt hat. So kann man gemütlich fahren, ohne auf Bundesstraßen von den Sonntagsfahrern überholt zu werden.

Ich bin dann an meinem Ziel angekommen und habe den Roller auf einem Radparkplatz abgestellt. Die Stelle war nur einhundert Meter vom Strand entfernt. Ich bin dann über die Promenade zum Hafen gelaufen und habe mir das bunte Treiben angeschaut. Es gibt dort einen sehr schönen Strand, der sich um die halbe Bucht zieht, so wie man das von der Ostsee her kennt. Einige Mutige waren auch im Wasser. Da es nahezu windstill war, habe ich kaum Segelboote auf dem Wasser gesehen.


                                                        Die Förde mit einem schönen Strand

                                                        Ein Riesenrad gab es auch


                                                        Das geborgene Restaurantschiff

Der Hafen war daher auch sehr voll und es gab kaum eine freie Stelle für ein Boot. Ich bin auch an einigen alten Segelbooten vorbeigekommen. Der Bereich um den Hafen war sehr gut besucht. Auf dem Gelände stand auch ein altes Restaurantschiff, in einem erbärmlichen Zustand. Der Bereich war abgesperrt und ich habe einen Einheimischen gefragt, was es das zu bedeuten hat. Ich bekomme zu hören, dass das Boot erst in der letzten Nacht geborgen wurde, da es unter gegangen war.

Um eine mögliche Verschmutzung des Wassers zu verhindern, war Eile geboten. Es soll wohl wieder restauriert werden, was sicher sehr viel Geld kosten wird. An der Stelle bin ich dann wieder umgekehrt und bin mit dem Roller ein Stück am Hafen entlang gefahren. Leider habe ich am Marinestützpunkt keinen Blick auf die Kriegsschiffe erhaschen können, die man vom Hafen aus in der Ferne erkennen konnte. So habe ich mich, nach einem Tankstopp, auf den Rückweg gemacht.

Einen kurzen Stopp habe ich noch am Wittensee gemacht, der sehr malerisch in der Landschaft liegt. Ich habe mich gewundert, dass kein Schiff zu sehen ist. Ein Anwohner hat mir erklärt, dass Motorboote hier nicht zugelassen sind und auch nur wenige Segelboote diesen See nutzen. Sehr schade wie ich finde. Dann habe ich mich auf den Rückweg zum Stellplatz gemacht, wo ein spätes Mittagessen auf mich gewartet hat. Nach einer Pause habe ich dann den Roller und das Fahrrad eingepackt, da es Morgen für uns weiter gehen soll.

                                            Der schöne Wittensee, der garnicht mal so klein ist.

Tag 6 - Montag, 01.06.2026

Heute geht es für uns weiter und wir verlassen den Tag bei schönstem Wetter. Da wir hier am Platz nicht gut Entsorgen können, hat man uns angeboten, am Stellplatz am Kanalcafe zu entsorgen. Wir fahren also die etwa 6 Kilometer dorthin und ziehen ein Ticket, mit dem wir 15 Minuten den Platz befahren können. Wir haben gerade so Platz, um mit dem Anhänger zu wenden. Anschließend verlassen wir den Platz wieder und fahren durch den Kanaltunnel auf die andere Seite.

Im Gewerbegebiet von Rendsburg habe ich mir eine Tankstelle ausgesucht, die nicht so abseits der Strecke liegt und gut anzufahren ist. Hier tanken wir für 1,79 Euro pro Liter Diesel. Dann geht es über eine gut ausgebaute Bundesstraße zur A7 Richtung Flensburg und Dänemark. An der Grenze waren keine Kontrollen zu sehen. Unser heutiges Ziel ist der Stellplatz in Middelfart am Kleinen Belt. Wir kommen ohne Probleme dort an, auch weil wir den Platz schon kennen.

Der ist auch erst zur Hälfte gefüllt und wir bekommen einen Platz, wo wir unseren Anhänger abstellen können. Wir zahlen für den Tag 200 Kronen, was ungefähr 26,50 Euro ohne Strom beträgt. Der Platz ist komplet auf Schotter und die Parzellen sind nicht sehr breit. Leider halten sich nicht alle auf eine gleiche Aufstellung und so haben wir zu unserem später eintreffenden Nachbarn nur knapp einen Meter Abstand. Wir wollen hier zwei Nächte bleiben.

                                        Wenn beide richtig stehen klappt es mit dem Platz

Nachdem wir uns aufgestellt haben und ich eine erste Gassirunde mit Ellie gemacht habe, essen wir zu Mittag. Das Wetter ist herrlich und die Sonne scheint. Ich mache aber erstmal eine kleine Pause und gehe dann durch den schönen Bootshafen und schaue mich um. Das Gelände um den Stellplatz ist vor vielen Jahren ganz neu entstanden und wird von modernen Wohnhäusern umgeben, die alle einen tollen Blick auf das Wasser haben.

                                Der Platz am Hafen mit den modernen Wohnhäusern dahinter
                                                    Alt und Neu nicht weit voneinander

Ich laufe dann am Wasser entlang zum alten Hafen, mit den schönen historischen Segelschiffen. Hier werden viele Boote wieder hergerichtet. Dann zieht es mich in die Altstadtgassen oberhalb des Hafens. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und nur die Autos stören den Anblick etwas. Viele Häuser sind liebevoll gepflegt und alles ist sehr saubere. Auch heute gibt es keine Möglichkeit die alte Kirche zu besichtigen, die wieder abgeschlossen ist. 




                                         Die hübschen alten Häuser nahe dem Hafen
                                                Die alte Nikolai-Kirche, leider geschlossen

Ich wechsele dann in die kleine, aber feine Fußgängerzone mit teilweise skurrilen Geschäften. Auch hier ist alles sehr gepflegt und ordentlich. Im Anschluss an die Einkaufsstraße folgt der moderne Teil mit den Wohnhäusern und dem Radhaus. Dann gehe ich wieder zum Stellplatz zurück. Ich gehe nochmal mit dem Hund raus und danach mit meiner Frau zum Wasser. Hier sitzen wir eine Weile und schauen uns um. Der Ausblick über den kleinen Belt und der neuen "Lillebaeltsbro" ist schon toll.



                                                Die feine Fußgängerzone von Middelfart
                                            Hier lasse ich mich heute Nacht einschließen

In der Mitte das moderne Rathaus

Danach lassen wir den Abend ausklingen und zum Sonnenuntergang gehe ich nochmal ans Ufer. 

Tag 7 - Dienstag, 02.06.2026

Der Tag beginnt schöner, als noch gestern vorhergesagt und so nutzen wir das sonnige Wetter für einen Stadtbummel. Wir laufen durch die Fußgängerzone und schauen uns die schönen Geschäfte an. Alles ein wenig teurer, als bei uns, aber schick. Im neuen Teil der Stadt gehen wir dann in einen Supermarkt, der eine tolle Auswahl an Lebensmitteln und Feinkost hat. Es hat nichts von einem Supermarkt, wie wir ihn bei Netto, Lidl oder Aldi kennen. Noch etwas schicker, als etwa bei Edeka.

                                                               Fassade eines Parkhauses

                                                    Einige hübsche und skurrile Skulpturen 
                                                            Lustige Schaufensterdeko
                                                                        Candy-Shop

Neben Brot kaufe ich mir eine Schale Erdbeeren, die sehr lecker und sogar recht preiswert waren. Die habe ich mir dann zum Mittag gegönnt. Ich bin dann auf einen Sprung ans Wasser gegangen, weil ich noch etwas für mein neues Video aufnehmen wollt. Mir ist auf dem Weg etwas im Wasser aufgefallen. Ich habe zunächst auf einen Wasservogel gesetzt, der getaucht ist. Beim Näherkommen entdecke ich doch tatsächlich, dass es sich um einen Schweinswal handelt, der in der nähe des Ufers schwimmt.


Es sind schon einige Schaulustige da, die mit Handys bewaffnet Ausschau halten. Es sind dann sogar drei kleine Wale, die sich hier tummeln. Die sehen aus wie kleine Delphine. Ich versuche ein paar Videos zu machen, was nicht ganz einfach ist, da die Wale eine Zeit lang tauchen und an einer anderen Stelle wieder auftauchen. Da hat man die Walsafari direkt vor der Haustür und spart sich so eine teure Schifffahrt. 

Ich gehe dann zum Wohnmobil zurück und mache eine kleine Pause. Danach zieht es mich nochmal mit dem Hund raus, der hier sonst zu kurz kommt. Wir gehen am Wasser entlang, wo die kleinen Wale immer noch schwimmen und am alten Hafen vorbei. Danach gelangen wir in einen dichten Wald, auf dessen Fußweg es immer am Ufer entlang geht. am kleinen Segelhafen angekommen, kehre ich dann aber wieder um. 

                                                Die alte Brücke über den kleinen Belt

Vor dem alten Hafen führt ein Weg auf eine kleine Anhöhe, wo das Clay-Keramikmuseum steht. Ich gehe einmal durch den kleinen Park um das Museum herum und begutachte die dort ausgestellten Stücke. Das Museum ist sicher einen Besuch wert und beherbergt u.a. Keramiken von Royal Kopenhagen. Dann gehe ich wieder zum Stellplatz zurück und wir lassen den Tag dort ausklingen.

                                                            Das Clay-Keramikmuseum


Tag 8 - Mittwoch, 03.06.2026

Heute geht es für uns weiter und das Wetter meint es nicht gut. Bereits in der Nacht hat es zu regnen begonnen und der Hund und ich werden bei der Gassirunde nass. Nach dem Frühstück packen wir dann zusammen und machen uns fertig. Dann geht es den kurzen Weg zurück auf die E20. Auch heute ist der Verkehr nicht besonders stark und wir kommen gut durch. Den Tempomat stelle ich sicherheitshalber auf 80 km/h, weil die Strafen für zu schnelles Fahren hier in Dänemark extrem sein sollen. Das ist dann auch meine Höchstgeschwindigkeit mit Anhänger.

Die heutige Strecke beträgt etwa 185 km, die wir in etwa 2,5 Stunden zurücklegen. Wir müssen dazu die Storebeltbrücke überqueren, die mit gut 12 km den großen Belt überquert. Die Brücke besteht aus zwei Teilen. Der Westteil ist 6.611 Meter lang und hat eine lichte höhe von 18 Metern. Der Ostteil ist 6.790 Meter lang und hat eine licht Höhe von 65 Metern und ist als Hängebrücke gebaut. Die beiden riesigen Stützen sind 1.624 Meter voneinander entfernt. Für unser Wohnmobil mit Anhänger müssen wir 136,50 Euro bezahlen. Und das nur für eine Richtung!!!

Leider regnet es kräftig, als wir die Brücke überqueren.

                                                Hier wird man dann zur Kasse gebeten
                                                             Der Brückenbezwinger

Wir erreichen dann unser heutiges Ziel, den Stellplatz an der Marina in Greven. Der Ort liegt nur wenige Kilometer von Kopenhagen entfernt. Bei unserem letzten Besuch bin ich von hier aus mit dem Rad in die Hauptstadt gefahren. Mit Bus oder Bahn geht es jedoch auch. Der Platz liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt und im Hafen liegen sehr viele Boote. Die Firma Princess hat hier eine Niederlassung und direkt vor dem Stellplatz sind die tollen Boote ausgestellt.
                                                    Hier stehen wir direkt am Hafen


                                        Hier werden die Boote der Firma Princess verkauft

Bei unserer Ankunft stehen erst zwei Wohnmobile auf dem Platz und wir stellen uns auf. Da die Fläche großzügig bemessen ist, können wir angehängt stehen bleiben. Das Wetter ist immer noch sehr feucht und so gehen wir nur kurz zum Hafenbüro und zahlen die Gebühr für eine Nacht. Die kostet hier 200 Kronen einschl. Strom. Seit unserem letzten Besuch wurde die Stromentnahme erleichtert, nachdem es öfter zu Pannen gekommen ist. Auch wir hatten schon einmal das Pech, an der Stromsäule keinen Strom erhalten zu haben.
                            Blick rüber Richtung Kraftwerk und Flughafen von Kopenhagen
                                                                Der Hundestrand
Nun gelangt man mit einem Code an den Strom und das hat auch geklappt. Wir essen dann zunächst zu Mittag und ich mache eine Pause. Anschließend gibt es Kaffee und Plätzchen und dann will der Hund raus. Ich gehe mit ihm an den nahen Hundestrand. Der ist nicht besonders sauber und so kehren wir wieder um. Das Wetter wird langsam besser, soll aber auch nicht trocken bleiben. Morgen geht es für uns weiter nach Schweden. Da müssen wir dann über die Öresundbrücke, die sicher noch teurer sein wird!!!

Zum Abend füllt sich der Platz und es zeigt sich wieder, früh ankommen lohnt sich!

Tag 9 - Donnerstag, 04.05.2026

Nach nur einer Nacht wollen wir heute nach Schweden weiterfahren. Der Aufenthalt hier ist nicht besonders reizvoll. So machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Der Weg zur Autobahn ist nicht weit und schnell erreichen wir den Flughafen von Kopenhagen und dann folgt auch schon der Tunnel. Der führt unter dem flachen Teil des Öresund. Eine Brücke wäre sicher billiger geworden, aber die hohen Stützen wurden die anfliegenden Flugzeuge hindern. So hat man sich für den Tunnel entschieden, der mehr als vier Kilometer lang ist.

                                                            Auf dem Weg zur Brücke

                                                                Ein gewaltiges Bauwerk

Der Tunnel endet auf der unbewohnten Insel Saltholm, von der aus die eigentliche Brücke über den Öresund folgt. Es ist schon ein beeindruckendes Bauwerk. Die Fahrbahn spannt sich in einer Höhe von 65 Metern über dem Wasser. Das Wetter ist heute besser, dafür ist es sehr windig und der bläst auch noch von der Seite. Ich habe ein wenig Angst um unseren kleinen Anhänger, aber alles geht gut. Dann folgt die Mautstelle auf der schwedischen Seite. Hier wird aber noch in dänischen Kronen abgerechnet. Der Preis schlägt mit 220,-- Euro zu Buche. Ganz schön happig!

An der Grenze wird nicht kontrolliert und Personal ist auch nicht zu sehen. Dann geht es in einem großen Bogen um Malmö herum und dann ist es auch nicht mehr so weit bis zu unserem nächsten Ziel. Wir wollen auf den Stellplatz an der Marina in Landskrona. Dort waren wir zwar schon mal, aber hier sind wir sicher, auch mit unserem Anhänger stehen zu können. Nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt sind wir dann am Platz.


                            Unser Platz in Landskrona. Wir bekommen sogar etwas Sonne ab.

Es ist nicht viel los, obwohl sich später der Platz etwas füllt. Wir stellen uns im vorderen Bereich auf, der sich aber noch bis ans Meer zieht. Der Platz kann etwa 70 Wohnmobile aufnehmen und ist teilweise auf Schotter oder wie bei uns, auf Schotterrasen. Es gibt ein Restaurant, einen Imbiss mit Biergarten und ein neues Restaurant am Meer, was aber erst Mitte Juni öffnet. Wir bezahlen für den Platz 27,-- Euro. Darin ist alles enthalten, einschl. Strom. 

Wir stellen uns dann auf und ich gehe mit Ellie ein Stück Richtung Meer. Aus früheren Besuchen weiß ich, dass hier ein Surfhotspot ist und unser Hund panische Angst vor den Segeln hat. Warum weiß kein Mensch. Auch bei unserem zweiten Gang zeigt sich ein Kitesurfer am Ufer und dann ist schon wieder Schluss mit lustig. Der Hund will wieder zurück. Warten wir bis zum Abend, wenn alles ruhig wird.

Tag 10 - Freitag, 05.06.2026

Das Wetter ist recht angenehm, könnte aber etwas wärmer sein. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren. Es ist jedenfalls trocken und so machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Supermarkt. Der liegt hier etwa 1,5 km vom Platz entfernt und ist ein "Willy`s". Ich gehe gerne im Ausland einkaufen und bin immer neugierig, was es da so zu kaufen gibt. Der Willy`s ist sehr gut sortiert und wirkt nicht wie ein typischer deutscher Supermarkt.

Es ist alles sehr ordentlich und übersichtlich. Alles kostet etwas mehr, als bei uns, aber wenn man mal etwas schaut, findet man auch etwas günstigeres. Die Qualität scheint jedenfalls recht hoch zu sein. Wir arbeiten unseren recht kurzen Einkaufszettel ab und sind bald wieder draußen. Leider ist das mit den Getränkeflaschen so eine Sache in Europa. Jeder hat ein anderes Pfandsystem und so muss man die leeren Flaschen gut nach Ländern sortieren, die man durchfährt. In Dänemark haben wir keine Flaschen gekauft und so hält sich das Ganze in Grenzen.
                                                        Von außen eher unscheinbar

Wir gehen dann zum Platz zurück und das Wetter neigt sich zum Schlechteren. Es zieht sich zu und ein paar einzelne Tropfen erreichen uns. Mehr wird es aber dann nicht. Obwohl ich heute Geburtstag habe, kann ich mich nicht zu einem Restaurantbesuch aufraffen. Hier am Platz gibt es aber einen schönen Imbiss, den wir schon von früheren Besuchen her kennen. Dort gehen wir hin, um uns etwas Leckeres mitzunehmen. Wir sind überrascht, wie hübsch er sich verändert hat. Der Gastraum wurde wohl renoviert und verschönert.

                                                        Von innen hübsch eingerichtet

Wir landen dann wieder im Wohnmobil und genießen das Mitgebrachte. Draußen verdunkelt sich der Himmel und während ich mich zu einem Päuschen hinlege, schüttet es kräftig. Es hat etwas von April, denn später scheint wieder die Sonne. Ich habe mir einen Kuchen ausgesucht, den uns meine Frau aufbackt. Es riecht sehr lecker, schmeckt auch so! So wird es dann doch noch ein Geburtstag nach meinem Geschmack, nur leider ohne Gäste. Aber man kann nicht alles haben.

Morgen soll das Wetter besser werden und da wollen wir mal etwas von der Gegend erkunden.

Tag 11 - Samstag, 05.06.2026

Das Wetter hat sich an die Vorhersage gehalten und es ist tatsächlich besser geworden. Schon früh scheint die Sonne. Gestern Abend wollte ich mir das Frauenländerspiel der Deutschen ansehen, was aber wegen der hohen Bäume nicht ging. Ein Versuch mit einem Lifestream hat auch nicht geklappt, da die Sendung wegen Geoblocking nicht zur Verfügung steht. Das ist natürlich ärgerlich. Also entschließen wir uns nach dem Frühstück, den Platz zu wechseln.


                            Jetzt stehen wir komplett in der Sonne es ist kein Baum in der Nähe
                                                Jetzt haben wir freie Sicht auf das Wasser

Wir wollen ein gutes Stück weiter ans Meer, da dort keine Bäume den Satellitenempfang stören können. Leider ist schon Samstag und der Platz hat sich gut gefüllt. Ich habe aber noch einen freien Platz ganz in Meeresnähe gefunden und so packen wir schließlich schnell zusammen und parken um. Auch hier gibt es keinen Schatten durch Bäume, wie wir ihn vorher hatten. Wir stellen uns auf und richten uns wieder ein. Auch haben wir entschieden, erst am Dienstag weiter zu fahren. Wir bleiben also einen Tag länger hier.

                                                Gegenüber die Skyline von Kopenhagen
In der Ferne der Turniungtower, Wahrzeichen von Malmö und zweithöchstes Hochhaus Skandinaviens 
                                                            Ozeanriese fährt vorbei

Am späteren Vormittag fahre ich mit dem Rad in die Stadt zu einem Elektrolanden. Ich habe an meinem Handy das Problem bei einer Fotoaufnahme, dass dass Foto beim Zoomen unscharf wird. Das habe ich bisher nicht gehabt. Vielleicht habe ich die Einstellungen versehentlich verändert. Ich erhoffe mir dort eine Hilfe. Ich finde auch einen passenden Mitarbeiter, der mir einen Tip gibt. Zunächst bin ich zufrieden, bis ich wieder vor die Tür gehe. Da probiere ich das Ganze nochmal aus und es hat sich nichts geändert.

Ich gehe nochmal rein und der Mitarbeiter ist aber jetzt beschäftigt. Ich gehe wieder raus und versuche es erneut. Irgendwie schaffe ich es dann doch nocb. Ich belasse es dann dabei und fahre wieder zurück. Ich probiere es dann am Platz nochmal und ich kann mir helfen. Das Wetter ist weiterhin gut und wir stellen Stühle vor die Tür und im weiteren Verlauf füllt sich der Platz wieder. Den Tag über machen wir nicht mehr sehr viel und genießen das Wetter. Wir können dann bis in den Abend draußen sitzen.


Tag 12 - Sonntag, 07.06.2026

Heute begann der Tag etwas verhalten. Das Wetter konnte sich nicht entscheiden, ob Regen oder Sonnenschein. Also gab es von Beidem etwas. Nach dem Frühstück hörte der Regen schließlich auf und ich habe mich nochmal auf den Weg zum Supermarkt gemacht. Da ist hier kein Problem, da der Laden an sieben Tagen die Woche geöffnet hat. Wir haben uns entschlossen doch Morgen weiter zu fahren, da das Wetter am Dienstag regnerisch werden soll und da möchte ich nicht unterwegs sein.

Also müssen wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen, weil da an unserem nächsten Ziel schlecht möglich ist. Wir haben uns einen Campingplatz in Bolmen, am gleichnamigen See ausgesucht. Den kennen wir schon von einem früheren Besuch und von dort sind es locker 10 km bis zum nächsten Laden. Ich schnappe mir das Rad und fahre die kurze Strecke bis zum Willy`s. Der Einkaufskorb wird gut gefüllt und ich habe etwas Mühe, alles in meinen Gepäckkorb zu verstauen. Leider ereilt mich dann doch ein kleiner Schauer und ich stelle mich einen Moment unter.

Dann fahre ich aber zurück, nur mit ein paar letzten Tropen von oben. Wir suchen uns dann die möglichen nächsten Ziel aus und machen einen Plan. Wir lassen das Wetter entscheiden, wie lange wir an den jeweiligen Plätzen verweilen. Nach dem Mittagessen ist das Wetter ganz gut und die Sonne scheint ab und an. Ich möchte daher mit dem Rad zum Gewerbehafen, in die Stadt und zum Schloss. Ich habe ein paar große Schiffe im Internet gesehen und ich möchte herausfinden, ob man da näher hinkommt.
                                                        Moderne Wohngegend am Hafen
                                        Die beiden Schiffe haben im Gewerbehafen angelegt

Das klappt nicht wirklich, da mir einige Werkstore den Weg versperren. So fahre ich Richtung Stadt und erreiche einen kleinen Hafen, wo auch Fährschiffe anlegen. Von hier aus erhasche ich dann doch noch einen Blick auf zwei große Schiffe. Der Freizeithafen ist umgeben von teilweise neuen und schön angelegten Wohnhäusern, von denen viele einen Blick aufs Wasser haben. Von hier aus fahre ich zum Schloss, das sehr schön in einer Parkanlage liegt und als Wasserschloss erbaut wurde.


                                                    Die Zitadelle als Wasserschloss

Ich haben dann im Internet erfahren,, dass es sich um eine Zitadelle handelt. Sie gilt als eine der besterhaltenen Skandinaviens  und war flächenmäßig die größte ihrer Zeit. der dänische König Christian III. veranlasste den Bau im Jahre 1549. Ich laufe einmal um die Anlage herum und werfe einen Blick in den Innenhof. Hier scheint es ein Museum zu geben, für das ich aber keine Zeit habe. Einen hübschen kleinen Trödelladen schaue ich mir kurz an. Ich traue dem Wetter aber nicht und mache mich auf den Rückweg.
                                            Ein skurriler Trödelladen mit Liebe eingerichtet
                                                Ein paar nette Ecken gibt es hier auch
                                                Ein hübsches Café innerhalb der Anlage

Ich mache noch schnell einen Abstecher, vorbei am alten Wasserturm von 1904. Er ist 65,9 Meter hoch und seit 1975 außer Betrieb. Heute beherbergt er einige Mietwohnungen. Er hat 15 Stockwerke und ist nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Somit kommen nur die Wohnungseigentümer in den Genuss, die grandiose Aussicht von der höchstgelegenen Dachterrasse der Stadt zu genießen. Danach geht es aber wirklich zurück. Ich habe aber Glück, den der nahe Schauer geht an uns vorbei. Das Gewitter für den Abend wurde abgesagt und es bleibt trocken.
                                            Der imposante alte Wasserturm in Landskrona

Tag 13 - Montag, 08.06.2026

Heute geht es für uns weiter. Eigentlich wollten wir noch bis Morgen bleiben, aber das Wetter soll richtig schlecht werden und da möchte ich nicht unterwegs sein. Also packen wir nach dem Frühstück ein und verlassen den Platz. Wir entsorgen noch das Grauwasser und fahren los. In der Stadt tanken wir noch schnell voll und zahlen für den Liter Diesel 1,87 Euro. Dann geht es zunächst auf die E6 und dann auf die E4 Richtung Stockholm. Die heutige Strecke beträgt etwa 160 Kilometer.

Auf den Autobahnen ist nichts los und wir kommen gut durch. Unser heutiges Ziel ist der Campingplatz am Bolmensee in Angelstad. Vor zwei Jahren waren wir schon mal dort und da möchte ich dann auch mal mein Segelboot ausprobieren. Wir verlassen die Autobahn vor Ljungby und fahren noch etwa 20 Kilometer durch die Wildnis. Die Straßen werden immer enger und ich hoffe auf wenig Gegenverkehr. Es ist sicher etwas besonderes hier in Schweden, dass es an der Autobahn Bushaltestellen gibt. 

                                                    Bushaltestelle auf der Autobahn!!!

Wir erreichen dann ohne Probleme den kleinen Ort und fahren auf den Platz. An der Rezeption halten wir an und treffen dort gleich auf John, der uns beim ersten Besuch hier als sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch aufgefallen ist. Er beschreibt uns gleich, wo wir stehen können und gibt es an die Dame in der Rezeption weiter. Hier melden wir uns an und bekommen etwas Lesestoff mit. Wir schauen uns den Platz an und entscheiden uns dafür.


                                                        So stehen wir am Bolmensee

Ich hole dann das Wohnmobil und stellen uns auf. Der Platz ist etwas uneben und wir haben etwas Mühe, das Fahrzeug gerade zu stellen. Dann richten wir uns ein und essen zu Mittag, nachdem ich eine erste kleine Runde mit Ellie gegangen bin. Da das Wetter noch so schön ist, stellen wir noch Stühle raus und ich mache mich an das Zusammenbauen meines Bootes. Das klappt eigentlich ganz gut. Ich schließe es dann mit einen Schoss an den Anhänger fest, damit ich es nicht wieder abbauen muss.



                                                            Unser Blick auf den See

Leider soll das Wetter in den nächsten Tagen schlechter werden und so muss ich wohl noch etwas länger auf meinen ersten Bootsausflug warten. Ich unternehme am Abend noch einen kleinen Spaziergang in den kleinen Ort, der eigentlich nur aus einer Ansammlung von Häusern an zwei kleinen Straßen ist. Aber die Häuser sind sehr nett und hier blühen die Rhododendren gerade so schön.



                                                           Hübsche Häuser am See

                                                                Es blüht noch schön
                            Der Pfeil rechts über der Zeichenerklärung weist auf unseren Platz

Tag 14 - Dienstag, 09.06.2026

Schon vor dem Aufstehen regnet es heftig und so bleiben wir noch etwas länger liegen. Dann fordert unser Hund seine Gassirunde und wir stehen auf. Gut dass es eine kurze Regenpause gibt, die aber nicht lang genug ist und wir beide werden nass. Dann wird der Hund trocken gerubbelt und wir frühstücken gemütlich, während draußen der Regen aufs Dach prasselt.

Für 11 Uhr haben wir einen Schlüssel zum Waschraum gebucht, denn wir wollen das schlechte Wetter nutzen, um Wäsche zu waschen. Die Möglichkeit dazu gibt es schließlich nicht überall. An Ende werden es dann jeweils zweimal waschen und trocknen. Die Gebühr dazu wird auf unseren Platz gebucht und am Ende mit dem Aufenthalt bezahlt.

Der Tag plätschert, genauso wie der Regen, so dahin und ich nutze die Zeit, um ein weiteres Video zu machen. Das klappt immer besser und so dauert es nicht mehr so lang, bis ich es fertig habe. Aber mit einigen Unterbrechungen für Essen und Mittagsschlaf, zieht es sich dann doch über den Tag hinweg. Nach dem Abendessen ist es dann fertig und ich werde es dann hochladen.

Heute habe ich leider kein Bild für euch. Das Wetter wollte ich dann doch nicht auf einem Bild verewigen. Morgen wird es dann wieder etwas sonniger, aber mit Schauern dazwischen. Aber wir brauchen auch die Sonne, denn wir haben hier keinen Strom gebucht und leben nur von den Batterien, die schließlich nicht ohne die Sonne aufgeladen werden.
                       Am Abend hat es dann doch noch aufgeklart und ich habe dieses Bild gemacht

Tag 15 - Mittwoch, 10.06.2026

Heute beginnt der Tag, wie er gestern Abend aufgehört hat. Es ist zwar sonnig, aber einzelne Schauer stehen parat. Nach dem Frühstück gehe ich mit Ellie auf eine kleine Gassirunde und werde prompt nass. Wir haben uns kurz untergestellt und sind dann weiter gelaufen. Am späten Vormittag scheint es besser zu werden und ich gehe nochmal mit Ellie auf eine größere Runde. Auch hier haben wir wieder Pech und erwischen einen kräftigen Schauer.

Der Wind ist auch sehr stark und trägt die Schauer schnell heran, aber auch schnell wieder weg. Wir gehen dann trotzdem weiter und nutzen dafür die ehemalige Bahntrasse, die früher von Halmstadt hier vorbei führte. Die verläuft hier am See entlang und ist leider ziemlich schnurgerade. Das macht das Laufen eher langweilig und so drehe ich irgendwann wieder um. Ein kleiner Schauer läßt uns wieder unterstehen und wir warten ihn ab.

                                                            Eine tolle Blütenpracht
                                        Und immer wieder einen schönen Blick auf den See

                                            Und natürlich die schönen falunroten Häuser

Anschließend essen wir zu Mittag und da der Wind immer noch recht ordentlich bläst, mache ich eine Mittagspause und trinke danach Kaffee. Das Wetter hat sich beruhigt und nach ein paar letzten Tropfen schnappe ich mir das Rad und fahre die Bahntrasse entlang, die ich schon mit dem Hund genutzt habe. Nach etwa 5 Kilometern komme ich am ehemaligen Bahnhof Piksborg an, der gerade renoviert wird. Gleich nebenan stehen die Reste einer ehemaligen Burg aus dem 14. Jahrhundert.
                        Vom Weg her kaum zu erkennen. Die Reste der ehemaligen Burganlage

                                Eigentlich ist nur der Hügel zu erkennen, wo einst die Burg stand
                            Dafür gibt es von hier oben wieder einen schönen Blick auf das Wasser
                                                Der ehemalige Bahnhof von Piksborg

Der Rest besteht eigentlich nur aus einem Hügel, der erahnen läßt, dass hier mal etwas größeres stand. Es ist nichts mehr zu erkennen. Vom erhöhten Stelle aus hat man einen sehr schönen Blick über den See. Ich bin dann noch ein paar hundert Meter weiter gefahren und habe die Eisenbahnbrücke über die Engstelle des Sees erreicht. Die ist noch recht gut erhalten und von hier aus führt der Radweg weiter Richtung Westen. Ich aber drehe hier um und nehme für den Rückweg eine Strecke durchs Hinterland.
                                                    Die ehemalige Eisenbahnbrücke


                                                        Eine Gänsefamilie ist unterwegs
                                            Zwischendurch immer wieder verstreute Häuser

Auf schmalen Wegen geht es durch Wald und Feld und immer wieder habe ich das Gefühl, das jeden Moment ein Elch über den Weg läuft. Wie nicht anders zu erwarten, passiert natürlich nichts. Mich wundert es aber, dass ganz verstreut einzelne Häuser in den Wald gebaut sind, die scheinbar nicht immer bewohnt sind. Ein solches Haus am See stelle ich mir ganz nett vor, aber hier in der Pampa? Im weiten Bogen erreiche ich dann wieder Bolmen. Der Ort hat etwa 150 Einwohner die mehr oder weniger ständig hier wohnen. Viele Häuser sind aber nur im Sommer bewohnt.

Auch John, der Betreiber des Campingplatzes, hat mir erzählt, dass er die Winter hier nicht verbringt. Das wäre ihn zu kalt. Ich bin dann wieder am Platz zurück und für das Abendessen besorge ich mir ein Vollkornbrot in der Rezeption. Die hat eine kleine Auswahl anzubieten. Dann verstaue ich mein Rad wieder in die Heckgarage und so endet der Tag mit der Hoffnung, dass das Wetter Morgen für eine Bootstour reicht.

Tag 16 - Donnerstag, 11.06.2026

Heute verspricht uns das Wetter ein Besserung, wenn auch nicht ganz ohne Störungen. Für mich entscheidend ist aber, dass es nicht mehr so windig ist. Da habe ich schon lange drauf gewartet, denn ich möchte schließlich auf meine erste Tour mit meinem Segelboot. So treffe ich nach dem Frühstück erste Vorbereitungen und setze das Segel zusammen. Schnell ist auch das kleine Transportwägelchen aufgebaut, mit dem ich das Boote ins Wasser bringen kann.

Dann schäle ich mich in den inzwischen viel zu eng gewordenen Neoprenanzug, den ich mir schon vor vielen Jahren für mein Sub gekauft, aber noch nie angezogen habe. Mit Hilfe meiner Frau bringe ich das Boote zu Wasser und mein erster Versuch scheitert und ich lande in die dort abgestellten Booten für die Angler. Es ist auch sehr schwer, mit Segel aus der Engstelle rauszukommen. Im zweiten Versuch schiebe ich das Boot am Steg entlang und stoße mich dann ab.
                                                            Klappt eigentlich ganz gut

Jetzt klappt es und ich nehme Fahrt auf. Lange dauert mein Ausflug jedoch nicht, da ein Regenschauer mit starkem Wind droht. Auch wird vor einem Gewitter gewarnt. So fahre ich wieder zurück und auch das Anlegemanöver klappt nicht so wirklich. Dann mache ich erstmal eine Pause und warte das Wetter ab. Ein Gewitter gibt es aber nicht. Nach dem Mittagessen scheint sich eine zweite Gelegenheit zu bieten, weil es besser wird und der Wind nachgelassen hat.

Ich versuche es nochmal und der Start klappt anfangs besser, jedoch läßt mich der Wind im Stich und ich komme nicht aus der Bucht. Ich muss mit den Händen paddeln, um mich vom Ufer fern zu halten. Dann hilft mir der Wind, der allmählich auffrischt. Jetzt wird es besser, nur das Wetter hält sich nicht daran. Es beginnt wieder zu regnen, aber ich bleibe draußen. Wasser von unten und oben. Nur die Harten kommen in den Garten. Es hört dann auch wieder auf und der Wind spielt mit.

Nach einer gewissen Zeit wird es wieder dunkler am Himmel und ich fahre zurück ans Ufer. Das wird auch nicht einfach, weil der Wind einschläft und dich die Hände wieder zur Hilfe nehme. Zurück am Ufer verstolpere ich den Ausstieg und lande halb im Wasser. Na toll!! Aber was solls. Aller Anfang ist schwer und für meine nächsten Ausflüge suche ich mir einen See, der einen breiteren Einstieg bietet. Ob ich es Morgen nochmal versuche, hängt vom Wetter und Wind ab.

Tag 17 - Freitag, 12.06.2026

Heute wäre eigentlich nochmal ein guter Tag, um zu segeln. Aber die Erfahrung von Gestern hat mich gelehrt, dass es hier sehr schwer ist vom Ufer weg zu fahren und wieder anzukommen, wenn der Wind nicht passt. Anders als die normalen Segelboote, die mit Motor den Hafen verlassen und erst auf dem See die Segel setzen, muss ich mit Segel das Ufer verlassen. Da es hier aber nur eine schmale Stelle gibt, um auf den See zu kommen, ist das für mich sehr schwierig. Also werden wir auf unserer weiteren Reise durch Schweden, sicher noch geeignetere Seen finden.

Ich nutze daher das trockene Wetter, um mein Boot wieder zu verstauen. Das braucht auch seine Zeit, klappt aber schon besser, wie beim ersten Mal. Das zieht sich auch hin, aber ich hab ja keine Eile. Ich habe dann alles wieder in den Anhänger gepackt, als es dann doch wieder einen kleinen Schauer gab. Glück gehabt! Wir essen dann zu Mittag und ich gönne mir eine Pause. Ich hatte mich morgens in der Rezeption nach frischen Eiern erkundigt, da die dort von zwei Mitarbeiterinnen privat angeboten werden.

Die sind aber an diesem Wochenende nicht im Dienst und so gibt es keine Eier. Ich hatte mich gerade ausgestreckt, als es an der Tür klopfte. Eine der Damen hat uns dann doch die Eier ans Wohnmobil gebracht, weil sie eher zufällig vor Ort war. Das finde ich eine sehr nette Geste. Wir haben dann noch Kaffee getrunken und ich bin mit Ellie eine kleine Runde gegangen. Viel Lust zu mehr hatte ich dann nicht. So trudelte der Tag Richtung Abend. Mal sehen, was Morgen so geht, denn am Sonntag wollen wir weiter ziehen.
                                                        Eine mystische Abendstimmung


Tag 18 - Samstag, 13.06.2026

Das Wetter will einfach nicht besser werden. Immer wieder ziehen Schauer über das Land. Heute ist unser letzter Tag hier am Bolmensee und so richtig kann ich mit dem Tag nichts anfangen. Ich hatte zunächst gedacht, ich könnte mit dem Roller eine Tour durch die Gegend um den See machen, aber das Wetter hat mir schnell einen Strich durch die Rechnung gemacht.

So vertrödele ich den Tag mit einigen kleineren und größeren Runden mit unserem Hund. Ein paar nette Gespräche mit Stellplatznachbarn sind auch dabei. Später hole ich noch ein paar Kannen Wasser, weil wir Duschen wollen. Wir müssen aber immer darauf achten, nicht mit soviel Wasser unterwegs zu sein, da wir sonst Probleme mit unserem Gewicht bekommen. 
                            Es sieht so aus, als ob Anwohner auch die Anlagen am See pflegen.
                    Der alte Lockschuppen am See. Hier wird auch das Mitsommerfest stattfinden.


Nach dem Mittagessen nutze ich das schlechte Wetter und mache mich an mein nächstes Video. Das macht mir noch immer Spaß und langsam bekomme ich ein wenig Routine. Ich entsorge noch unsere Toilette und dann gehen wir zur Rezeption und bezahlen unseren Aufenthalt. Wir zahlen pro Tag etwa 22,90 Euro. Darin sind aber auch die Gebühren für zwei Waschmaschinen und Trockner enthalten. Zum wiederholten Mal wird das Wetter zum Abend besser und die Sonne kommt zum Zuge.

Aber richtiges Sommerwetter soll sich erst Ende nächster Woche einstellen. Morgen geht es für uns weiter an den Vätternsee, dem zweitgrößten See Schwedens. Das Wetter bleibt wohl so, wie es schon in den letzten Tage war.

Tag 19 - Sonntag, 14.06.2026

Heute geht es für uns weiter und das Wetter lädt auch nicht dazu ein, hier zu bleiben. So machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg, nachdem wir noch unser Grauwasser abgelassen haben. Wir verlassen den Platz und fahren Richtung Ljungby, um wieder auf die E 20 zu kommen. Die fahren wir in Richtung Jönköping. Wir wollen heute auf den Campingplatz nach Habo am Vätternsee. Den kennen wir schon von einem früheren Besuch. 

Das Wetter ist einigermaßen trocken und so fahren wir die etwa 100 Kilometer auf der Autobahn bis Jönköping. Da ich nur 80 fahren darf, wird das eine gemütlich Fahrerei. Auf der gesamten Strecke brauche ich nicht ein einziges Mal bremsen bzw. Gas geben. Ich habe den Tempomaten eingestellt und kann die Füße wegstellen. Dazu geht die Fahrt nur durch Wald und macht das in meinen Augen sehr langweilig. 

In Jönköping angekommen müßen wir links abbiegen um auf die linke Seite des Vätternsees zu gelangen. Von hier aus fahren wir über gut ausgebaute Landstraßen. Hier gibt es wieder etwas fürs Auge, denn man hat Ausblicke auf den See und die etwas hügelige Umgebung, mit kleinen Orten und Feldern. Bis Habo ist es nicht mehr weit und der Campingplatz liegt unmittelbar an der Durchfahrtsstraße. Als wir dort ankommen, staunen wir nicht schlecht, denn der Platz ist geschlossen.

Jetzt müssen wir umplanen und einen neuen Platz aussuchen. Den finden wir in Hjo. Dort gibt es auch einen Campingplatz, aber wir versuchen es erstmal auf dem Stellplatz im Ort. Von Habo aus sind es noch gut 50 Kilometer. Die fahren hier wieder mehr oder weniger am Vätternsee entlang. Dann erreichen wir den Ort und gelangen auf den Stellplatz, der recht leer ist. Hier stehen auf einem großen Wiesengelände fünf Wohnmobile.

                                                            Unsere Stellplatz in Hjo

                                                            Am alten Lokschuppen

Wir suchen uns einen Platz aus und stellen uns auf. Sofort erscheint ein netter Mensch, der uns kurz aufklärt. Wir könnten über eine App oder bar bezahlen. Wir entscheiden uns für Barzahlung und können das auch in Euro bezahlen. Wir wollen drei Tage hier bleiben und bezahlen 20,-- Euro mit allen Nebenkosten, einschl. Strom. Ein Sanitärgebäude habe ich hier nicht gesehen.

Wir essen zunächst zu Mittag und ich mache eine Pause. Das Wetter bleibt schlecht und es regnet immer mal wieder. So bleiben wir im Wohnmobil und verschieben alles Weitere auf Morgen.

Tag 20 - Montag, 15.06.2026

Wir werden das Aprilwetter einfach nicht los. Es gibt sonnige Abschnitte, die sich mit kleineren Schauern abwechseln. Heute wollen wir nach dem Frühstück in den Ort. Dort gibt es unweit des Hafens einen Supermarkt, wo wir einige Lebensmittel einkaufen wollen. Wir folgen der Straße, die uns ans Wasser führt und staunen über die tollen alten Holzhäuser, an denen wir hier vorbeilaufen. Im Stadtpark, der am Ufer des Vätternsees entlang führt, stehen ein paar Häuser, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammen.

Hjo gilt als eines der drei "Holzstädte" am See, die einen tollen Charme verbreiten. Der Ort wird übrigens wie das englische Wort "you" ausgesprochen. Die Stadt hat sich dann passend das Motto "Wie love Hjo" gegeben. Wir durchlaufen den Park und gelangen an den Segelhafen. Davor ist noch eine sehr schönes Freibad, mit einem 50 Meterbecken, einem Nichtschwimmer und ein Planschbecken für die Kleinsten. Wie alles hier sehr sauber und gepflegt. Wir als Hundebesitzer achten sehr darauf, dass die Hinterlassenschaft unseres Hundes nirgends liegen bleibt. Auch hier ist nirgendwo ein Hundehaufen zu erkennen.






                                    Die wirklich schönen Holzhäuser im Stadtpark am Ufer

Wir laufen durch den Hafen und am Ende liegt ein alter Dampfer vor Anker, der im Jahre 1892 in Stockholm gebaut wurde und heute als Ausflugsschiff dient. In diesem Bereich sind einige Restaurants und Bars zu finden. Neben den alten Häusern wurde ein Hotel errichtet, was überhaupt nicht in das Bild passt. Eigentlich sehr schade. Wir sind dann zum nahen Supermarkt gegangen und haben unseren Einkauf erledigt. Es gibt hier sehr wenig frisches Gemüse und die wenigen Sorten sind sehr teuer.
                Der See ist knapp 4mal so groß, wie der Bodensee und hat eine Länge von 130 km
                                Kaum kann man die riesigen Ausmaße des Vätternsees erkennen.


                                                Die war hier früher wohl im Einsatz
                                                        Der alte Dampfer im Hafen

Die Preise sind überhaupt deutlich über unserem Niveau als in Deutschland und man muss schon ein wenig schauen, was man so in den Einkaufswagen packt. Wir nehmen aber trotzdem alles mit, was nötig ist. Dann machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Stellplatz, denn der nächste Schauer kündigt sich an. Wir essen dann zu Mittag und weil es wieder mal regnet, gönne ich mir eine Pause. Danach genießen wir den Kuchen, den wir eingekauft haben und den meine Frau frisch aufgebacken hat.

Ich nutze dann eine Regenpause und gehe allein nochmal in den Ort, weil mich das kleine Ortszentrum lockt, was wir uns am Morgen nicht angeschaut haben. Auch hier stehen um den zentralen Platz vor dem Rathaus einige schöne alte Häuser, die in die Zeit passen. Auch die Kirche paßt hier genau rein. Ich entdecke dann einen Süßigkeiten Laden, ganz nach meinem Geschmack. Hier schnappt man sich eine Tüte und eine Schaufel und läuft durch den Laden, mit einer tollen Auswahl. Gut, dass ich kein Geld mitgenommen habe.

                                                            Der zentrale Platz im Ort

                                                Mit einem schönen Brunnen vor dem Rathaus

                                              Hier lasse ich mich heute Nacht einschließen

Aber Morgen ist ja noch ein anderer Tag und meine Frau wird sich sicher auch nicht zurückhalten können. Dann gehe ich am Hafen vorbei zurück durch den Park, wieder zurück zum Platz. Vorher habe ich mich im Hafengebiet ein paar Minuten unter gestellt, weil mich wieder ein Schauer erwischt hat. Der Abend bleibt dann weitgehend trocken. Morgen soll es besser und auch wärmer werden.  

Tag 21 - Dienstag, 16.06.2026

Heute ist das Wetter endlich mal schön und die Sonne scheint schon früh von einem weiß-blauen Himmel. Das nutze ich dazu, um mit unserem Hund zusammen eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet entlang des Flüsschen Hjoan zu machen. Der kommt aus dem Hinterland und fließt dann mitten durch den Ort. Der kleine Fluß hat früher dazu geführt, dass der Ort sich entwickeln konnte. Er wurde dazu mehrfach aufgestaut und sorgte dann dazu, dass sich mehrere Betriebe und Mühlen hier ansiedeln konnten.

                                            Ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt
                                            Gut angelegte Wege entlang des kleinen Flusses

Diese Betriebe sind dann aber spätestens vor dem zweiten Weltkrieg geschlossen worden und im weiteren Verlauf wurde der Fluß renaturiert. Man entfernte die Stauwehre, damit der Fluß wieder seine natürliche Fließgeschwindigkeit bekam und die Fische konnten ihn wieder als ihr Laichrevier zurück gewinnen. Später hat man den etwa 2,5 Kilometer langen Abschnitt bis zur Mündung in den Vättern als Naturschutzgebiet ausgebaut.
                            So sah früher eine Fabrik aus, die Stoffe und Garne hergestellt hat
                                Eine alte Mühle die man jetzt zur Feierlichkeiten mieten kann
                                            Schönes Gartencafé  an einer alten Mühle

Die Wiesen um den kleinen Fluß wurden früher als Weideland genutzt. Danach hat man verschiedenartige Bäume angepflanzt, hauptsächlich Erlen, und hat ihn weitgehend sich selbst überlassen. Es wurde dann ein schöner Pfad angelegt, um das Naturschutzgebiet zu durchwandern. Dass ist hier super gut gelungen und selbst die Schulklassen im Ort nutzen ihn für den Unterricht.

Ich bin dann mit dem Hund runter zum See. Von der Mündung aus bin ich den Fluß dann aufwärts gelaufen. Es ging dann teilweise über ausgelegte Bohlengänge, kleine Brücken und Treppen immer am Wasser entlang. Der Boden war mit frischen Holzschnitzel ausgelegt und man konnte ihn, trotz des feuchten Wetter der letzten Tage, sehr gut begehen. Am Wegesrand waren einige Schilder angebracht, die die frühere Nutzung verdeutlicht haben. 

Eine alte Mühle konnte vor dem Verfall gerettet werden und wurde zu einer Einrichtung umgebaut, die man jetzt zu Feiern mieten kann. Die Mühle am Ende des Ortes ist heute ein schönes Café mit einem schönem Biergarten. Von hier aus habe ich mich dann wieder auf den Rückweg gemacht und bin aber auf einem anderen Weg gelaufen, der mich teilweise durch Wald und später durch eine nette Wohngegend geführt hat. Auch hier ist mir wieder aufgefallen, wie sauber und gepflegt die großzügigen Anlagen sind.

Wir haben dann zu Mittag gegessen und nach einer kleinen Pause habe ich mich nochmal auf den Weg in den Ort gemacht. Nochmal am Wasser und am Hafen entlang bin ich dann ins Zentrum gegangen, wo ich gestern den netten Laden mit den vielen Süßigkeiten gefunden habe. Da bin ich dann auch rein und habe eine Tüte mit allerhand Leckereien gefüllt. Ich konnte mich aber noch gerade so zügeln und es wurde nicht so teuer.
                                                    Die gehören wieder auf die Straße

                                          Die armen Kerle habe ich noch im Hafen getroffen

Zurück am Platz habe ich mir einen Stuhl vor die Tür gestellt, denn die Sonne schien immer noch sehr warm. Morgen soll es dann für uns weiter gehen.

Tag 22 - Mittwoch, 17.06.2026

Heute ist wieder ein schöner Tag und wir wollen weiter. Unser Ziel ist ein Stellplatz an einer Marina in Kristinehamn am Vänernsee. Bis dahin sind es etwa 140 Kilometer und wir wollen früh los, weil es langsam auf Mitsommer zugeht und die Plätze in Schweden voll werden. Wir sind daher schon gegen 10 Uhr unterwegs und nehmen für die Strecke ausschließlich gut ausgebaute Landstraßen. Die haben in der Regel stellenweise zwei Spuren im Wechsel mit der Gegenfahrbahn, damit schnellere Fahrzeuge auch überholen können.

Die Geschwindigkeit beträgt zwischen 80 und 100 km/h. Wir bleiben aber konstant bei 75, weil wir ja mit unserem Gespann nicht schneller dürfen. Aber wir kommen gut durch und finden den Platz sofort, auch weil wir vor Jahren schon einmal hier waren. Damals sind wir aber nur eine Nacht geblieben, weil wir einen Termin für unsere Frontscheibenabdeckung bekommen hatten. Jetzt wollen wir bis zum nächsten Montag bleiben. Wir haben sehr viel Glück und bekommen für unser langes Wohnmobil den letzten möglichen Platz.
                                                        Unser Stellplatz in Kristinehamn
                                                            Rezeption und Sanitärhaus

                                                            Jachthafen vor der Haustür
                                                          Im hinteren Bereich stehen wir

Wir hätten keine 15 Minuten später ankommen dürfen! So stellen wir uns auf und haben sogar einen Platz auf Rasen. Sinnvoller Weise stehen wir inmitten von norwegischen Wohnmobilen. Da hier am Wochenende das Mitsommerfest gefeiert wird, sind Alle unterwegs. Wir essen zunächst zu Mittag und stellen danach unsere Stühle in die Sonne, denn das haben wir schon länger nicht mehr machen können. Ich gehe dann auch einige Male mit unserem Hund in die nähere Umgebung. Später schaue ich mich hier im Jachthafen ein wenig um.
                                                Der hat ein Whirlpool auf dem Dach

                            Der Fluss Vagan fließt durch die Stadt und mündet hier im Hafen
                                                    Kunstwerk im Park vor der Stadt

Heute unternehmen wir nicht mehr viel, weil wir ja diesmal für die Stadt ein paar Tage mehr haben. Wir zahlen für den Tag etwa 25,-- Euro, mit allen Nebenkosten, aber ohne Strom. Den können wir uns ja sparen, da wir mittlerweile gut ausgerüstet sind. 

Tag 23 - Donnerstag, 18.06.2026

Irgendwann so gegen fünf Uhr weckt uns der Hund und will raus. Gar nicht gut!!! Aber was soll ich machen. Also anziehen und raus. Es herrscht ganz feiner Nieselregen. Auch das noch. Alles kurz erledigen und wieder ins Bett. Hält keine zwei Stunden, da steht die Dame wieder am Bett und bettelt. Irgendwas stimmt nicht. Also wieder raus und wieder ins Bett. Gegen acht Uhr stehen wir auf, weil der Hund wieder nach mir verlangt. Dann wird aber gefrühstückt. Geht schon gut los!!

Dafür wird das Wetter später besser und wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Meine Frau möchte sich ein paar Shorts kaufen, die wir tatsächlich in einem gut ausgestatteten Geschäft finden. Schon wieder jemanden glücklich gemacht! Dann drehen wir noch eine Runde an den Geschäften vorbei und gehen langsam zurück zum Stellplatz.

                                                    Einkaufsstraße in Kristinehamn
                                                                        Stadthotel


Kristinehamn ist eine Stadt in der Provinz Värmland und liegt am Nordufer des Sees Vänern. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 18.000. 1642 erhielt die Stadt ihre Rechte von Königin Kristina und wurde daher auch umbenannt. Von 1730 - 1850 wurde hier der Weltmarktpreis für Eisen festgelegt. 1850 wurden als eine der ersten Schwedens die Eisenbahn eröffnet. Im 18. und 19. Jahrhundert war Kristinehamn ein bedeutendes Zentrum des Eisenhandels. 

Die Stadt liegt am Vänernsee, dem größten See des Landes und der größte der EU. Er misst eine Fläche von 5.519 qkm und ist daher etwa 10mal größer als der Bodensee. Er hat etwa 22.000 Inseln von klein bis bewohnt und hat eine Küstenlinie von etwa 2.000 km. Der Götakanal verbindet Göteborg im Westen mit der Ostsee und Schiffe müssen auf diesem Weg durch den Vänernsee und den Vätternsee.

Nach dem Mittagessen mache ich mich nochmal auf den Weg in die Stadt. Da ich hier keinen Fernsehempfang habe und der auch weiter im Norden nicht gerade besser wird, besorge ich mir einen Zeichenblock, um die langen Abende zu verkürzen. Die Sonne geht hier zur Zeit erst um 22 Uhr 23 unter und schon um 3 Uhr 45 wieder auf. Ich bekomme einen Block in einem Buchhandel. Anschließend mache ich mich auf den Weg zur Stadtkirche und die Altstadt.

Die Kirche finde ich sofort und die ist sogar geöffnet. Eine nette ältere Dame bittet mich hinein und ich soll mich an der Musik erfreuen. Da bin ich mal gespannt! Die Kirche ist bis auf zwei Frauen und einen Jungen leer, die sich vor dem Altar unterhalten. Der Junge klimpert auf der kleinen Orgel, die dort steht. Tolle Musik. Ich schaue mich etwas um und mache ein paar Fotos. Auf dem Weg zum Ausgang geht eine der Frauen mit dem Jungen raus und die verbleibende Frau setzt sich auf einen Flügel, der neben dem Altar steht.
                                                                    Die Stadtkirche


Jetzt bekomme ich mein Konzert, als einziger Zuhörer. Ich setze mich in eine Bank und lausche. Wie ich draußen später lese, handelt es sich um die Pianistin Malena Karlsson, die hier am Sonntag ein Konzert gibt. Dafür schien sie wohl zu üben. Ich habe mich zum Schluss mit einem Applaus bedankt und bin wieder raus. Das war mal eine schöne Abwechslung. Ich bin dann durch eine alte Gasse mit alten Holzhäusern und vorbei an einem schönen Park wieder Richtung Stellplatz gelaufen.


                                                            Altstadthäuser aus Holz
                                                                Schöne Parkanlage


Die Stadt ist sicher einen Besuch wert, macht aber einen etwas verbauten Eindruck. Die halbwegs neuen Gebäude sind selten schön und passen nicht zu dem Charme der alten Holzhäuser. Aber die Mischung macht es aus und die schönen Parkanlagen sind sehr gepflegt. 

Tag 24 - Freitag, 19.06.2026

Wir haben gut geschlafen und wundern uns, dass es vor dem Aufstehen regnet. Das war nicht gemeldet. Also haben wir uns Zeit gelassen und sind noch etwas liegen geblieben. Als ich dann mit Ellie Gassi gehe, ist es schon wieder trocken. Während des Frühstücks läßt sich auch die Sonne wieder blicken. Wir wollen den Vormittag dazu nutzen, um einzukaufen. Wir haben zwar einen Lidl in unmittelbarer Nähe, aber ich habe einen großen Coop gefunden, der mir interessant erscheint. Der ist auch nur 500 Meter entfernt.

So gehen wir zunächst dorthin und finden einen wirklich großen Supermarkt. Leider ist bei bestimmten Lebensmitteln die Auswahl nicht besonders groß. Auch hier ist frisches Gemüse selten zu finden. In der Auslage liegt nur ein Blumenkohl. Der soll etwa 4,-- Euro kosten. Im Kleingedruckten stand dann aber noch pro kg. Da das Teil sehr groß war, hätten wir sicher um die 8,- Euro bezahlen müssen. Ein paar Kohlrabi haben wir noch gefunden, die aber nicht besonders toll aussahen.

Vor zwei Jahren waren wir das letzte Mal in Schweden und da konnte ich mich nicht daran erinner, dass es so eine schlechte Versorgung mit Gemüse gab. Wir haben dann auch keine Aufbackbrötchen bekommen und so haben wir uns entschieden, auf dem Rückweg noch beim Lidl reinzuschauen. Ich habe derweil die eingekauften Sachen zum Wohnmobil gebracht, während meine Frau schon im Lidl war. Dort haben wir dann den Rest von unserem Einkaufszettel abgearbeitet und sogar einen Blumenkohl erworben, nicht besonders groß für 3,80 Euro. 250 Gramm Brokkoli kosteten zwei Euro.

Aber verhungern wollen wir ja schließlich nicht. Zurück am Platz haben wir dann zu Mittag gegessen. Da ja heute Mittsommernacht in Schweden gefeiert wird, habe ich mich auch erkundigt, ob es auch hier in der Stadt ein Fest gibt. Auch der freundliche Betreiber hat uns den Ort und den Zeitpunkt genannt und so bin ich dann mit em Rad dorthin. Etwa zwei Kilometer vom Platz entfernt und außerhalb der Stadt, fand das Fest dann statt. Auf einer großen Wiese waren schon Bänke aufgestellt und in der Mitte des Platzes waren einige Damen bereits damit beschäftigt einen Baum zu schmücken.

                                                        Der Baum wird geschmückt

Das Gestell war bereits mit Birkengrün bestückt und nun würden noch Wiesenblumen eingeflochten. Zunächst waren kaum Menschen vor Ort, doch um 14 Uhr 30 sollte es dann starten. Ich habe mich dann wohl gewundert, dass es wirklich voll wurde. Von Alt bis ganz Jung war alles Vertreten und dann wurde der geschmückte Baum unter Applaus aufgerichtet. Gleich darauf wurde zum Tanz um den Baum aufgerufen.
                                                            Der Baum wird aufgestellt
                                                    Der Platz hat sich sehr gefüllt
                                        Mit viel Musik wird dann um den Baum getanzt
                                                Ein schönes Fest bei schönem Wetter

Daran haben sich sehr viele Menschen beteiligt und ich würde sagen, dass es sicher 100 waren. Verstanden hab ich davon nicht viel, aber es handelte sich eher um Kinderlieder, die man aus dem Kindergarten kennen sollte. Aber es haben Menschen jeglichen Alters mitgemacht und es war ein buntes Treiben. Ich habe mich zurückgehalten und gefreut, endlich mal so ein Fest mitzuerleben. Nach einer weiteren Weile habe ich das Fest dann verlassen.

Zurück am Platz habe ich eine Pause eingelegt. Da das Wetter Morgen nicht ganz beständig zu werden scheint, habe ich mich am Nachmittag nochmal auf das Rad geschwungen und bin an der Küste entlang gefahren. Ziel war die große Picassoskulptur, die hier seit 1965 aufgestellt wurde. Diese 15 Meter hohe Skulptur soll Pablo Picassos Frau Jaqueline darstellen. Mit Einverständnis von Picasso hat der norwegische Künstler Carl Nesjar diese Skulptur nachgebildet. 

                        Ich stehe auf dem Festland und gegenüber befindet sich eine Halbinsel
                                                                Die riesige Skulptur
                                        So sieht es hier aus der Vogelperspektive aus
                                    Dann geht es raus auf die weiten Flächen des Vänern

                                                    Viele wunderschöne Häuser am See

Die Skulptur steht etwa sieben Kilometer außerhalb von Kristinahamn an der Küste. Bis dorthin bin ich dann geradelt und kam an unzähligen Ferienhäusern und Booten vorbei. Das Wetter war ja herrlich und viele Menschen haben sich hier gesonnt, oder an den Häusern ihre privaten Feste gefeiert. Ich bin dann wieder zurück zum Platz und dort haben wir noch lange draußen sitzen können.

Tag 25 - Samstag, 20.06.2026

Der Wetterbericht ist sich wieder nicht einig. Einmal gibt es schon am Vormittag ein Gewitter, dann erst zu Mittag. Beim Frühstück ändert sich die Lage wieder und das Gewitter wird abgesagt, dafür soll es dann nur regnen. Später soll es dann am Nachmittag ein Gewitter geben. Am Ende war es dann so, dass es ruhig geblieben ist. Dafür tröpfelt es immer wieder leicht zwischen Auflockerungen. Für größere Ausflüge taugt das Wetter nicht und so mache ich mich an ein neues Video.

Dafür brauche ich ja kein WLAN und auch mein Datenvolumen wird davon nicht berührt. So nutze ich das Wetter und stelle ein neues Video zusammen. Wir essen dann später zu Mittag und da das Wetter immer noch nicht besser ist, lege ich mich etwas hin. Danach scheint es besser zu werden und nach einer Tasse Kaffee gehe ich mit Ellie auf eine größere Runde. Zunächst geht es auf der anderen Seite am Hafen entlang und dort am Ende hat ein Frachter angelegt, der voll mit Baumstämmen beladen ist.
                                        Auch so große Schiffe fahren hier über den See

Ich könnte mir vorstellen, dass die Lieferung für das hiesige Kraftwerk ist. Dort auf dem Gelände lagert schon eine große Menge Stämme und ein riesiger Haufen Holzschnitzel. Vom Hafen aus führen auch Gleise hier am Stellplatz vorbei, die am Kraftwerk enden. Ich entdecke dann einen Wanderweg durch einen Wald, mit Blick auf den Frachter und den See. Der Weg ist zuerst komplett mit Holzschnitzel ausgelegt, auf dem man gut laufen kann. An Fußballfeldern vorbei komme ich wieder zum Hafen zurück.

Ich gehe dann wieder am Wasser entlang zurück und interessiere mich für das Neubaugebiet, dass hier entstanden ist. In Reihen stehen hier verschieden Bauformen. Angefangen von Einfamilienhäusern aus Holz, weiter zu kleinen Mehrfamilienhäusern in unterschiedlichen Ausführungen. Da hat sich jemand etwas einfallen lassen und es sieht aufgelockert aus. Dann sind wir wieder am Platz und die Sonne scheint jetzt wieder kräftig und es ist tatsächlich etwas schwül. Aber der Wind vom Wasser macht es erträglicher als wir es von Zuhause kennen.
                                            Die Häuser sind traditioness aus Holz gebaut
                                                        Die hier eher sehr modern
                                                        Die haben verglaste Balkone
                                                    Mehrfamilienhaus mal anders gedacht

Tag 26 - Sonntag, 21.06.2026

Bei dem schönen Wetter mag man garnicht daran denken, dass es ab heute die Tage wieder kürzer werden. Hier in Schweden haben wir gerade mal fünf Stunden keine Sonne und da muss man schon alle Schotten dicht machen, damit man gut schlafen kann. Im Gegensatz zu unserer Heimat, wo gerade Subtropische Temperaturen herrschen, ist es hier eher angenehm. Wir hatte heute blauen Himmel und 24 Grad. Es wehte immer ein frischer Wind, der die Temperaturen angenehmer erscheinen ließ.

Nach dem Frühstück habe ich mich nochmal auf das Rad begeben und bin in die Stadt zu einem anderen Supermarkt gefahren, den ich vorgestern entdeckt habe. Der war riesig und, wie andere Supermärkte auch, am Sonntag geöffnet. Der Parkplatz davor war gut gefüllt und so kann man annehmen, dass die Menschen diese Öffnungszeiten nutzen. Eigentlich haben wir alles, was wir für die nächsten Tage benötigen. So bin ich eher aus Langeweile oder einfach aus Interesse dorthin gefahren. Ich schnüffele eben gerne in den Geschäften, wenn ich im Ausland bin.

Der Laden hier war wirklich groß und hatte eine tolle Auswahl. Sogar eine gewisse Menge an frischen Gemüse habe ich gesehen. Aber auch hier war alles richtig teuer. Ich habe dann nur noch ein paar Aufbackbrötchen mitgenommen und an der Süßigkeitentheke bin ich auch fündig geworden. Vor dem Laden hat man frische Erdbeeren verkauft. Es gab keine Gewichtsangabe, aber ich würde mal auf 500 gr tippen. Die waren für 7,-- Euro im Angebot. Ich hab keine genommen.
                        In der Stadt habe ich viele dieser hübsch bemalten Elektrokästen gefunden

Dann bin ich wieder zum Stellplatz zurück und wir haben zu Mittag gegessen. wir haben Stühle rausgestellt und uns in die Sonne gesetzt. Die brannte aber auch hier gefährlich vom Himmel. Lange haben wir es nicht ausgehalten und ich hab dann einfach den Stuhl rumgedreht und bin sitzen geblieben. Später wurde es mir dann aber zu langweilig und ich bin nochmal etwas mit dem Rad ans Wasser gefahren. Auf dem Weg habe ich mir eine Tankstelle angeschaut, weil wir Morgen weiter wollen und das wollen wir mit einem Tankstop verbinden. Immer gut zu wissen, ob wir da mit dem Anhänger reinpassen.



Ich bin etwas in nördlicher Richtung am Ufer des Vänernsees gefahren. Auch hier habe ich viele schöne Häuser gesehen, wo ich nicht weiß, ob sie nur im Sommer bewohnt sind. Der Wind hier am Wasser war aber sehr kräftig und hat mich ausgekühlt. Ich bin dann wieder zurück und habe kurz am Bahnhof angehalten, weil ich dort einige alte und wahrscheinlich auch ausgemusterte Loks gesehen habe. Der Bahnhof ist ein Sackbahnhof und hat am Ende eine Drehscheibe, wo die Loks gewendet werden. In der Runde standen dann die vielen Loks.

Zurück am Platz haben wir Kaffee getrunken und nochmal in der Sonne gesessen. Die scheint hier bis weit in den Abend. Aber die Temperaturen gehen dann auch schnell ins kühle über, was ja nicht schlecht ist, denn da kann man gut schlafen. Die tropischen Nächte in Deutschland möchte ich mir gerade nicht vorstellen. Ich habe dann noch etwas Grauwasser über einen Trolly entsorgt, weil wir mit dem großen Wohnmobil schlecht an die entsprechende Stelle anfahren können. Morgen soll es dann für uns weiter gehen.


                    Unser Franz ist auch wieder mit dabei. Er hatte Probleme mit Armen und Beinen
                                                    Auf einen Sockel wollte er auch mal rauf

Tag 27 - Montag, 22.06.2026

Heute ist ein schöner Tag zum Reisen. Deshalb geht es auch für uns weiter. Wir haben einen Termin vereinbart mit dem Hersteller unsere Abdeckungen für die Wohnmobilfrontscheibe. Die hatte von Beginn an ein kleines Loch und da wir 10 Jahre Garantie darauf haben, wollen wir das nun erledigen. Wir haben uns daher bei der Firma RV-Master in Edebäck angemeldet. Das sind etwa 105 km nördlich von uns und dazu benötigen wir etwa 1,5 Stunden.

Da wir den Termin erst um 15 Uhr haben, lassen wir uns am Morgen viel Zeit. Die nutze ich, um eine unserer Gasflaschen auffüllen zu lassen. Das geht gerade ganz gut, weil die Firma nur 100 Meter vom Platz aus steht. Wir haben sogar einen Gutschein über 10 % vom Stellplatzbetreiber erhalten. Ich laufe also das kurze Stück mit meinem kleinen Trolly zum Gaslieferanten und der füllt die Flasche wieder auf. Das würde in Deutschland nicht gehen und in Schweden kann man keine deutschen Flaschen tauschen.

Die Füllung kostet etwa 38,-- Euro und ist in kurzer Zeit fertig. Zurück am Platz entleere ich noch unsere Toilette und dann verlassen wir den Platz. Noch in der Stadt tanken wir das Wohnmobil auf und zahlen dafür etwa 1,70 Euro pro Liter Diesel. Dann geht es auf gut ausgebauten Straßen durch wenig bewohnte Landschaften. Es geht vorbei an schönen Seen, durch dichte Wälder, aber auch durch weite Felder und es wird nicht langweilig. Wie wir es schon gewohnt sind, ist der Verkehr übersichtlich bis nicht vorhanden.


                                                Pause an einem der vielen Seen in Schweden

Da wir zu früh am Ort wären, haben wir zwei Pausen eingelegt und dabei auch zu Mittag gegessen. Wir waren dann etwas zu früh am Ort, was aber kein Problem war. Wir wurden von Robert von RV-Master freundlich empfangen, der unsere Abdeckung sofort abgenommen hat. Er hat sie in seine Werkstatt gebracht, wo seine Frau die Schadstelle vernäht hat. 

Wir haben uns dann noch eine ganze Weile unterhalten und hatte viel Spaß. Sollt also jemand auch eine professionelle Abdeckung für Winter oder Sommer benötigen, ist hier in guten Händen. Die zwei Inhaber sind sehr freundliche Menschen, die ursprünglich aus Holland stammen und sich hier in Schweden niedergelassen haben. Sie haben sich hier eine gut florierende Firma aufgebaut.
                            Hier die Werkstatt von RV-Master. Hier werden die Abdeckungen hergestellt 

Wir haben uns dann aber verabschiedet und sind noch 29 km weiter nördlich gefahren. Dort auf einem kleinen Stellplatz hatten wir uns morgens angemeldet. Wir waren froh, dort einen Platz zu bekommen, weil es schon recht spät am Tag war. Bei unserer Ankunft wurden wir vom freundlichen Betreiberpaar begrüßt, die auch aus Holland stammen. Die beiden haben erst seit zwei Monaten das Anwesen hier gekauft und einen kleinen Stellplatz hergerichtet.

                    Unsere großzügige Stellfläche auf der Wiese Eine Parzellierung gibt es hier nicht

                                                                      Blick auf den Fluß

Auf der Wiesenfläche nahe der Straße stand nur ein weiteres Wohnmobil und das war von den Betreibern selber. Wir haben uns dann daneben gestellt und uns eingerichtet. Die wenig befahrene Straße hat uns nicht gestört. Der Platz liegt recht einsam zwischen nur wenigen Häusern am Fluß Klarälven. Der fließt hier in einer großen Schleife nahe des Platzes. Der Stelllplatz ist sehr schön angelegt und gepflegt. Der Betreiber weist uns ein und zeigt uns das Gelände. Als Angler wäre man hier gut aufgehoben, denn es gibt gleich am Platz eine tolle Stelle, wo man seine Angel auswerfen könnte. Der Fluß soll sehr reich an Fischen sein.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, bin ich mit Ellie eine größere Runde zum Fluß gelaufen. Auf dem Weg dorthin habe ich noch Kranichpaar entdeckt, die auf einem Feld standen. Es sind wirklich große Vögel, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Genau wissen wir noch nicht, wie lange wir hier bleiben. Zwei Nächte werden es aber sicher.  
                                                                Unsere bisherige Reiseroute

Tag 28 - Dienstag, 23.06.2026

Draußen fallen ein paar Tropfen und drinnen frühstücken wir gemütlich. Die Tropfen hören aber bald auf und ich gehe mit Ellie raus. Den Vormittag verbringe ich damit, ein paar Videos für YouTube aufzunehmen. Ich gehe dazu über den Platz und schaue mir alle Ecken genau an. Es gibt etwas unterhalb des Haupthauses noch zwei bis drei Stellplätze, mit direktem Blick auf den Fluß. Dazu geht es aber eine recht steile Rampe hinunter. 

Da würde ich mit meinen schweren Wohnmobil nicht runterfahren. Der Weg ist zwar befestigt, aber bei feuchter Witterung, bekäme ich mit Vorderradantrieb sicher Probleme. Also denke ich, dass es besser für kleinere Wohnmobile ist. Ich habe dann nochmals mit dem Betreiber gesprochen und habe noch ein paar Dinge zum Platz erfahren. Er möchte unten am Fluß im nächsten Jahr eine Holzsauna aufstellen, die für die Gäste zur Verfügung stehen wird. 

Leider gibt es zur Zeit noch keine Möglichkeit sein Grauwasser zu entsorgen. Auch die Wohnmobile mit Toilettenkassette haben ein Problem. Auch diese Entsorgung steht noch nicht zur Verfügung. Da wird aber daran gearbeitet. Dafür, dass die Betreiber erst seit zwei Monaten vor Ort sind, ist der Platz schon sehr gut gelungen. Ich habe mir dann noch den Clubraum angeschaut, der auch für die Gäste offen steht. Dort gibt es auch die Möglichkeit einen PC zu benutzen. 

Der Raum hat auch einen sehr guten Wlan-Zugang und den habe ich auch genutzt. Das WLAN ist auf dem Platz eher schwach, da es aus dem Hauptgebäude kommt. In dem Clubraum gibt es auch einen großen Fernseher mit einer Spielkonsole und auch vielen Filmen. Ein Dartspiel ist vorhanden und ein paar Spiele für Kinder. Der Raum kann das ganze Jahr genutzt werden, da er beheizbar ist. Auch eine Klimaanlage ist vorhanden.

Der Stellplatz selber ist von Mai bis Oktober geöffnet. Die beiden Ferienhäuser sind über das ganze Jahr mietbar und kosten 700,-- Euro pro Woche. Wir werden morgen wieder weiterreisen, auch weil wir sonst Probleme mit der Toilette haben. 

Tag 29 - Mittwoch, 24.06.2026

Heute ging es für uns weiter, nachdem wir uns von den netten Betreibern verabschiedet haben. Unser heutiges Ziel ist der Vamabadets Camping am Orsasjön See bei Vamhus. Der kleine Ort liegt oberhalb von Mora, das wahrscheinlich die meisten kennen. Die Fahrt dorthin verlief ohne Probleme auf gut ausgebauten und sehr wenig befahrenen Straßen durch die schwedische Landschaft. Die heutige Strecke betrug 149 km. 

Bis zur Ortschaft Vamhus lief alles ganz gut und dann ging es die letzten Meter eine Holperstrecke mit vielen Schlaglöchern zum Campingplatz. Zudem war die Straße sehr schmal und für Gegenverkehr nicht geeignet. Gut, dass wir auch keinen hatten. Der Campingplatz liegt direkt am See und hat großzügige Parzellen. Wir haben uns in der Rezeption bei einem freundlichen und Deutsch sprechenden Menschen angemeldet und uns einen freien Platz ausgesucht.


                                                        Unsere Großzügige Parzelle

Das Wetter war ganz ok und wir haben uns aufgestellt. Der Platz hat einen direkten Zugang zum See, der mit ca. 52 qkm etwas kleiner ist, als der Chiemsee in Bayern. Er ist aber mit dem Siljansee verbunden, der mit 290 qkm etwa 5mal größer ist, als der See hier. Also Wassersportfans haben hier viele Möglichkeiten. Auch ich möchte das nutzen und da das Wetter noch trocken ist, habe ich gleich mein Segelboot aufgebaut. Das klappt jetzt schon viel besser uns ich bin schnell fertig. Aufs Wasser geht es aber erst Morgen, da heute noch Regen gemeldet ist und es herrscht komplette Flaute.
                                                Hier mündet ein kleiner Fluß in den See

                                                     Der See hat eine beachtliche Größe

Aber so bin ich dann für Morgen gerüstet und ich hoffe dann auf gutes Wetter.

Tag 30 - Donnerstag, 25.06.2026

Heute möchte ich mit dem Segelboot aufs Wasser. So mache ich mich nach dem Frühstück fertig und mache das Segel auf dem Platz klar, da mir das auf dem Sand am Wasser nicht so gefällt. Ich habe das Boot ja schon auf dem Trolly zusammengebaut und so fahre ich es ans Ufer. Dann hole ich das Segel und setze es auf das Boot. Dann noch schnell die Leinen klarmachen und los gehts. Ich schiebe den Trolly samt Boot ins Wasser, bis der Trolly aufschwimmt und ich das Boot ins Wasser schieben kann. Dann schnell den Trolly an Land.

Das Ufer ist sehr flach und so schiebe ich das Boot rauf auf den See. Da ich für Ruder und Kiel eine gewissen Wassertiefe brauche muß ich solange schieben. Das habe ich nicht gedacht, dass ich etwa 200 Meter weit raus muß, bis ich etwa bis zum Knie im Wasser stehen. Jetzt sollte es aber klappen. Der erste Versuch gelingt noch nicht, weil ich tatsächlich noch zu flach ist. Also noch ein paar Meter weiter raus. Mit einem Sprung auf das Boot geht es endlich.

                                       Fotografieren während des Segelns ist nicht ganz einfach

Der Wind ist schwach und so komme ich nicht gut voran. Es treibt mich auch leicht ans Ufer und ich muss nochmal schieben. Gerade lebt der Wind etwas auf und ich komme weg. Jetzt entferne ich mich etwas vom Ufer und ich kann auch den Kiel ganz ausfahren. Jetzt klappt das auch mit der Steuerung besser. Draußen auf dem See wird der Wind etwas besser, bleibt aber recht schwach. Aber ich bin zufrieden und bin dann etwa zwei Stunden draußen. Zwischendurch geht es mal richtig gut, wird dann aber wieder schnell schwächer.

Ich fahre dann ganz langsam zum Ufer zurück und muss dann wieder die 200 Meter schieben, weil sonst Kiel und Ruder auf dem Boden schrappen. Aber ich bin mit dem Ausflug zufrieden und die nächsten zwei Tage sollte es auch klappen. Wir essen dann zu Mittag und ich gönne mir eine Pause in der Sonne, die gelegentlich scheint. Es ist angenehm warm und wir sind froh, der Hitze aus der Heimat entflohen zu sein. Eigentlich wollt ich später nochmal mit dem Boot raus, aber der Wind ist komplett eingeschlafen und so macht das keinen Sinn.

Ich besorge uns dann einige Kannen Frischwasser und so können wir zum Nachmittag duschen. So geht dieser Tag zu Ende und die nächsten Tage sollen zwar nicht ganz trocken werden, aber auch nicht so schlecht.


                                            Abends gibt es einige tolle Fotos vom See

Tag 31 - Freitag, 26.06.2026

Heute beginnt der Tag ganz angenehm, nur der Wind läßt auf sich warten. Aber für die Mittagsstunden ist besserer Wind vorhergesagt, der vielleicht sogar etwas zu stark werden könnte. Aber der See ist am Morgen glatt, wie ein Spiegel. So machen wir uns Gedanken, wie wir die nächsten Plätze anfahren werden. Geplant war, dass wir Sonntag weiterfahren. Da ich aber auf unserer weiteren Tour nicht mehr so viele Gelegenheiten finden werde, um mit dem Segelboot zu fahren, werden wir vielleicht hier noch einen Tag dranhängen.


            Vor der Rezeption gibt es ein kleines Restaurant. Da haben wir uns eine Pizza gegönnt.

So plätschert der Vormittag dahin und nach dem Mittagessen warte ich wieder auf den Wind. Der will sich aber nicht einstellen. Leider gibt es dann auch noch ein paar kleine Regenschauer im Angebot und ich lege mich etwas auf die faule Haut. Nach dem Kaffee noch ein schneller Blick auf die Wetterkarte. Da steht zu lesen, daß ein böig auffrischender Wind herrschen soll, aber hier regt sich immer noch kein Blättchen. Also gibt es eine Planänderung und ich hole mein Rad aus dem Stall.

Was ich eigentlich Morgen machen wollte, erledige ich jetzt. Ich schnappe mir den Einkaufszettel und fahre zum nächsten Supermarkt. Der befindet sich in Orsa, ein kleiner Ort etwa 10 Kilometer von hier entfernt. Das geht mit dem Rad ganz gut und der Laden hat alles, was auf meinem Zettel stand. Als ich den Laden verlasse, scheint die Sonne, die sich sonst den ganzen Tag eher versteckt hatte. Es ist recht warm geworden und in meinem Pullover bin ich eher zu dick angezogen.
                                    Unterwegs gab es noch einen schönen Blick auf den See

Aber auf dem Rad geht es eigentlich und bei der Rückfahrt durch den Wald ist es ja wieder schattig. Ich bin dann wieder zurück am Platz und wir verstauen die eingekauften Dinge. Dann gehe ich mit Ellie eine kleine Runde und mit einem Mal wird es windig. Na toll!! Da hab ich den ganzen Tag drauf gewartet und jetzt ist es zum Segeln zu spät, zumal das mit dem Wind auch nicht lange angehalten hat. Morgen soll es auch nicht besser werden und so will ich mit dem Roller die Gegend erkunden.

Tag 32 - Samstag, 27.06.2026

Heute wird es wieder nichts mit Segeln und so mache ich es, wie schon gestern geplant. Ich hole meinen Roller vom Anhänger und möchte damit eine größere Runde drehen. So fahre ich nochmal Richtung Orsa, wo ich gestern einkaufen war. Auf dem Weg dorthin habe ich ein Hinweisschild gesehen, was auf einen Skilift hindeutet. Das kam mir gestern schon etwas merkwürdig vor, weil von Bergen, wie wir sie so kennen, nicht viel zu sehen ist.

Ich nehme also die Abbiegung und fahre, wie sollte es anders sein, durch dichte Wälder. Die Straße ist aber erstaunlich gut ausgebaut und so erreiche ich mein erstes Ziel. Schon aus der Ferne entdecke ich tatsächlich einen Berg, an dem es einige Liftanlagen gibt. Das Gelände erinnert mich aber eher an unser Sauerland. Der "Berg" ist nicht wirklich hoch, aber es gibt so einige Abfahrten. Einen Doppelsessellift und mehrere Schlepplifte mache ich aus.
                                                    Einige Lifte stehen hier bereit
                                                Schöne Ferienhäuser auf dem Berg
                                                            Und eine tolle Aussicht

Das Gebiet ist aber komplett erschlossen und es gibt sehr viele Ferienhäuser, die um die Berg liegen. Die möchte ich mir ansehen und komme auch an einem Campingplatz vorbei, den man sicher auch im Winter benutzen kann, weil viele Parzellen auch kleine Hütten dabei haben. Ich fahre in einem Bogen den Berg hinauf und hier gibt es einen kleinen Lift, der zwischen den Häuser verläuft. Ich entdecke sehr viele Häuser, die recht luxuriös sind. Scheint keine günstige Gegend zu sein.

Von oben hat man man einen beeindruckende Aussicht auf die Umgebung und erst jetzt merke ich, dass ich doch recht weit oben bin. Der Blick auf den See, wo unser Wohnmobil steht, ist grandios. Jetzt fahre ich wieder zurück und entdecke noch einen tollen Klettergarten, der sehr gut besucht ist. Im Winter gibt es hier auch ein weit verzweigtes Netz an Loipen und ein Trainingszentrum. Dort gibt es auch einen Stellplatz für acht Wohnmobile. Alles in Allem eine eindrucksvolle Anlage.

Dann mache ich mich auf den Weg zurück und fahre über Orsa nach Nusnäs. Eigentlich habe ich mir da etwas mehr versprochen. Aber es gibt dort keine geschlossene Ortschaft, sonder über eine größere Fläche verteilte Häuser. Hier soll es die berühmten Dalarnepferdchen geben, die wohl Schwedens beliebteste Souvenirs sind. Hier ist auch sehr viel los, obwohl es nur drei Läden gibt, die mit diesen Dingen handeln. Es erinnert mich etwas an Seifen im Erzgebirge. Auch hier werden die Holzpferde weitestgehend in Handarbeit hergestellt und von Hand angemalt.


                                Hier gibt es die Pferde in allen Größen, Farben und Preisen
                                                    Teilweise automatisierte Produktion
                                                                Massenweise Rohware
                                                                 Hier wird grundiert
                                            Die junge Dame malt die Pferde von Hand

In einem Geschäft kann man auch die Produktion besichtigen und hier gibt es auch einen Fertigungsroboter, der die Grundform aus den Holzklötzen fräst. Dann werden die Pferde grundiert, poliert und schließlich von fleißigen Händen bemalt. Auch da darf man zuschauen. Es gibt in den Läden auch sonst einiges zu erwerben und ich habe mir eine Tasse mitgenommen, mit den Motiven der Pferde. Ein Dalarnapferd habe ich nicht gekauft, da wir kaum Platz haben, um es zu stellen und ganz ehrlich: Die sind furchtbar teuer!! Man kann davon ausgehen, dass die Pferde in die ganze Welt verkauft werden.


Hier am Ort stand auch, gut schützt, ein altes Kirchenschiff, was schon über 200 Jahre alt ist. Die hat man seiner Zeit dazu benutzt, die Kirchenbesuchen über den See zu bringen, damit sie die Kirchen besuchen können. die Wege um den See waren damals kaum begehbar und so haben die Boote lange Zeit ihre Dienste getan. Bis zu 80 Personen haben darauf Platz gehabt und wurden von acht bis zwölf Ruderern bewegt.
                                                        Das lange Kirchenschiff von 1802

Aber ich habe genug gesehen und außerdem wurde es mir in meinem Zwirn zu warm, denn das Wetter meint es heute gut. Ich fahre danach nach Mora, wo wir auf dem Hinweg nur durchgefahren sind. Die Stadt ist vor Allem für den berühmten Wasalauf bekannt, der jeweils am ersten Sonntag im März hier stattfindet und über 100 Kilometer über Loipen durch die Winterlandschaft Schwedens führt. Mora ist dabei der Zielort. Es nehmen immer mehrere Hundert Langläufer teil.




                                                            Ein paar Eindrücke aus Mors

Die Stadt hat eine kleine Fußgängerzone und eine Promenade am See. Es sind viele Touristen unterwegs und ich schaue mich etwas um. Aber lange halte ich mich nicht auf, auch weil es mir viel zu warm ist. Ich bin dann froh, wieder auf dem Roller zu sitzen, weil der Fahrtwind kühlt. So ist der Tag gut ausgefüllt und wir genießen das schöne Wetter noch vor unserem Wohnmobil. Der Platz ist mittlerweile sehr gut gefüllt und es gibt kaum noch freie Plätze.

Tag 33 - Sonntag, 28.06.2026

Heute soll es mit dem Segeln mal wieder klappen und schon am Morgen weht ein ausreichender Wind, der nach dem Frühstück aber schon wieder weg ist. So ein Mist! Ich habe dann doch alles auf mein Boote gepackt. Ich bin runter zum See, um mal zu schauen, wie es so ist mit dem Wind. Da der Wind aber von Land kommt, ist es am Ufer recht windstill. Weiter draußen scheint es aber besser zu sein. Also pack ich es doch an und fahre mein Boot ans Ufer.
                                    Seltener Besuch am Küchenfenster. Aber von Außen!

Hier baue ich das Segel auf und lasse das Boot zu Wasser. Ich muss wieder sehr weit rauslaufen, um genug Wassertiefe zu haben. Aber das mit dem Wind ist hier schon besser und ich komme auch gleich gut weg. Tatsächlich ist es draußen richtig gut und ich komme voll auf meine Kosten. Ab und zu ist es richtig gut und ich muss mich das erste Mal rauslehnen. Das macht richtig Spaß und ich kann das Boot mal ausfahren und ausprobieren. Es reagiert ziemlich empfindlich auf Ruderbewegungen und ich muss meinen Windmesser immer im Auge haben, damit ich das Segel immer gut im Wind habe.

Die Zeit scheint schnell zu vergehen und ich fahre zurück. Wieder am Platz war ich garnicht so lange unterwegs. Es kam mir viel länger vor. Ich mache dann eine Pause und es gibt Mittagessen. Heute ist mit 29 Grad der wärmste Tag, seit wir in Schweden sind. Das ist immer noch weniger, als Zuhause und trotzdem kommt es uns sehr warm vor. Später schaue ich nochmal nach dem Wind auf dem Wasser und ich probiere es nochmal. Anfangs geht es auch ganz gut, später läßt es aber schnell nach und zum Ende habe ich Mühe, zum Ufer zurück zu kommen.

Aber das hat sich heute gelohnt und ich bin froh, dass wir heute noch vor Ort geblieben sind. Morgen geht es aber für uns weiter. Am Abend baue ich das Boot wieder zusammen und verstaue alles wieder im Anhänger. Ich bin dann froh, dass das Auto Schatten spendet und wir draußen zu Abend essen können. Die Sonne heute war schon heftig und ich mußte auch in den Schatten.

Tag 34 - Montag, 29.06.2026

Heute geht es für uns wieder weiter und das bei bestem Wetter. Das heutige Ziel ist nicht sehr weit entfernt und die Strecke beträgt etwas mehr als 80 km. Wir nutzen dazu weitergehend die E45 und kommen bei ganz wenig Verkehr gut durch. Der heutige Platz liegt unmittelbar an der E45. Wir befahren den Platz und stellen fest, dass nur drei weitere Fahrzeuge auf der großen Fläche stehen. Als wir uns einen Platz aussuchen, verlassen zwei Wohnmobile den Platz und so stehen wir nur zu zweit.


Wir stellen uns auf und richten uns ein. Ich habe dabei draußen mit vielen Bremsen zu kämpfen. Mücken hatten wir bisher überhaupt nicht, aber diese Bremsen sind schon sehr lästig. Ich sehe zu, dass ich schnell fertig bin und verziehe mich ins Wohnmobil. Hier sind wir vor den Plagegeistern sicher. Wir essen dann zu Mittag und da das Wetter etwas schlechter wird, mache ich zunächst eine Pause. Danach trinken wir Kaffee und ich gehe mit Ellie auf eine größere Runde über den Platz. Ich habe mich vorsorglich mit Antibrumm eingesprüht und so klappt es ohne Probleme. 

Der Platz ist eigentlich ganz gut gepflegt und als wir ankamen, für noch der Rasenmäher über die große Wiese. Der Platz liegt, wie könnte es anders sein, an einem See. Ich erfahre dann von einem netten und älteren Ehepaar, was hier gerade spazieren ging, dass es hier früher ein großes Sägewerk gab. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen. Auf dem Platz stehen auch einige Hütten, die man mieten kann. Alle Häuser sind aber in keinem guten Zustand und auch das Sanitärhaus ist vergammelt und verschlossen. Ich finde eine Toilettenentsorgung und eine Frischwasserstelle. Grauwasserentsorgung finde ich nicht.

Am Abend kommt eine Dame vorbei und kassiert. Anders als bei Camperkontakt ist der Strom nicht im Preis enthalten. Da ich aber bereits das Stromkabel angeschlossen hatte, kam auf die 200 sk noch 50 sk Strom dazu. Aber so haben wir wieder unsere Batterien voll geladen und auch der Kühlschrank läuft mal wieder auf Strom. Wir wollen nur eine Nacht bleiben, auch weil der Platz und die Umgebung nicht zu bieten haben. Es gibt keine Ortschaft in der Nähe, nur ein paar vereinzelte Häuser. Am anderen Seeufer verläuft eine Zuglinie. Hier kam aber am Tag nur ein Zug mit Baumstämmen beladen vorbei und eine altmodische Bimmelbahn, die eher wie eine Straßenbahn aussah.

Tag 35 - Dienstag, 30.06.2026

Heute begann der Tag eigentlich ganz gut und mit viel Sonnenschein haben wir den Platz am Tandsjö Camping verlassen. Wir wollen eine Strecke von etwa 140 km zurücklegen und den Platz "Rätans Camping" besuchen. Wir kommen gut durch, obwohl es zwischendurch ein paar kleine Regenschauer gab. Als ist auf den Platz zugeht, fragte mich meine Frau, ob wir nicht gleich bis Östersund durchfahren könnten. Das wären doch nur noch etwa 90 km. Ich habe ihr dann gesagt, wenn sie mal das Steuer übernimmt gerne.

Dazu muss man wissen, dass schon ewig nicht mehr gefahren ist. Aber die Strecken sind hier so einfach zu fahren und man kann fast immer den Tempomat nutzen. Mit etwa 75 km/h geht es auch sehr gemächlich dahin. Schnell dürfen wir ohnehin nicht. Wir tauschen dann und ich kann mich noch etwas erholen. Etwa 25 km vor Östersund tauschen wir wieder, weil sie ungern durch die Stadt fahren will. So machen wir das dann auch und wir finden sofort den Weg zum First Camp Frösön auf der gleichnamigen Insel im See Storsjön.

Hier waren wir vor vier Jahren schon einmal und von dort aus kann man gut mit dem Rat nach Östersund. Wir melden uns an und wollen bis Sonntag bleiben. Der Platz ist nicht sehr günstig und er kostet in der Saison etwa 37,-- Euro ohne Strom. Das Wetter soll aber leider nicht besser werden und so hoffen wir, dass wir mit unserem Solar trotzdem auskommen. An der Einfahrtschranke lesen wir dann, dass Aufgrund der letzten feuchten Witterung, die Rasenflächen weich geworden sind und wir vor Befahren prüfen sollen, ob der Untergrund fest genug ist.

Wir suchen uns dann einen passenden Platz aus und da uns die Wiese nicht ideal vorkommt parken wir rückwärts ein, damit ich gleich wieder auf dem Asphaltweg bin, wenn wir rausfahren. So machen wir das auch und bei dem Versuch auf Keile zu fahren, fahren wir uns dann doch mit einem Rad fest. Jetzt geht es weder vor noch zurück und das Rad gräbt sich langsam ein. Wir versuchen dann noch einige Rettungsversuche, geben dann aber auf. Leider kann und darf man uns vom Campingplatz nicht helfen. Schon eine komische Aussage. Verkaufen einem einen Platz und dann läßt man einen sitzen.

                                Mit dem linken Vorderreifen haben wir uns festgefahren.

Aber was sollen wir machen. So schief wie wir jetzt stehen, bleiben wir auch zunächst. Wir bekommen mit einem Video von Bekannten eine Hilfe, wie wir uns selbst helfen könnten. Dazu muss ich Morgen mal in den hiesigen Baumarkt um nach den Materialien zu suchen. Sollte alles nichts helfen, haben wir schon nach einem Abschleppdienst Ausschau gehalten. Hoffentlich klappt es auch ohne fremde Hilfe.
                                                            Blick auf Östersund

Tag 36 - Mittwoch, 01.07.2026

Der Tag beginnt mit viel Regen und so bleiben wir etwas länger liegen, obwohl es manchmal schwer fällt, weil es schon so früh am Tag hell wird. Als wir dann aufstehen ist zwar noch stark bewölkt, aber der Regen hat aufgehört. Ich gehe dann mit Ellie raus und anschließend frühstücken wir. Heute will ich das trockene Wetter dazu nutzen, mit dem Rad in die Stadt zu fahren. Wir wollen ja noch versuchen mit eigenen Mitteln aus unserer mißlichen Situation raus zu kommen.

Wir haben von Bekannten ein Video erhalten, wo beschrieben wird, wie wir das Problem lösen könnten. Dazu brauche ich Spanngurte und kleine U-Eisen, die wir an die Räder fixieren. Das versuche ich in der Stadt zu bekommen. Also fahre ich mit dem Rad los und bin überrascht, dass ich die komplette Strecke auf Radwegen zurücklegen kann. Das sind immerhin gut 12 Kilometer gewesen. Da der Campingplatz auf einem Hügel steht, brauche ich die ersten Kilometer kaum zu treten, da es immer bergab ging. 

Ich habe dann die Fußgänger und Radwegbrücke über den See genommen und dann quer durch die Stadt in ein Gewerbegebiet. Hier gibt es einen Baumarkt, wo ich zumindest schon mal die Spanngurte bekommen habe. Man hat mit dann zu einer anderen Firma verwiesen, die Werkzeuge und Gartengeräte anbietet. Die war ganz in der Nähe. Die freundliche Mitarbeiterin hat mir dann gesagt, dass sie hier so etwas nicht führen. Es gibt aber nebenan ein betriebseigenes Geschäft, welches mit Holz und Eisenwaren handelt.

Da bin ich dann rüber gefahren und man konnte mir helfen. Ich habe das passende U-Eisen erhalten und man hat mir auch gleich vier Stücke davon abgesägt und in Folie verpackt. Das war ein sehr guter Service und ich habe auch nicht viel bezahlt. Dann war ich mit den Einkäufen durch und bin von dort aus zum Biathlonstadion gefahren. Hier war ich bei unserem Besuch vor vier Jahren schon einmal. Aber wenn ich schon mal hier bin, möchte ich da natürlich nochmal hin. Interessant ist es, wie es im Sommer hier aussieht. Leider war nichts los.
                                Hier rollen noch die Bagger, wo im Winter die Athleten fahren.
                                                        Blick Richtung Schießstand

                                        Überdachter Übungsbereich für die Biathleten
                                    Da hinten geht es dann auf die Strecken durch den Wald

Es wurden umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen. Wahrscheinlich wegen Tribünen oder Streckenarbeiten. Leider war nicht los und nur zwei Athleten haben hier auf Rollski trainiert. Ich bin dann in die Innenstadt gefahren und an der Fußgängerzone mein Rad abgestellt. Anschließend bin ich durch die Einkaufsstraße gelaufen und hab mir das rege Treiben hier angesehen. Es war recht viel los und die Geschäfte gut besucht.

                                            Schöne Einkaufszone von Östersund

                                                        Zwischendurch etwas für die Kids

Dann habe ich ich aber wieder auf den Rückweg gemacht. Nun ging es natürlich stetig bergauf und ich bin auf dem letzten Drücker angekommen. Mein Akku hatte dann nur noch sieben Kilometer drauf. Jetzt brauchte ich eine Pause und wir haben zu Mittag gegessen. Da nun die Sonne schien, habe ich mir einen Stuhl rausgestellt und die Füße hochgelegt. Zum Abend habe ich dann noch den Müll und die Toilette entsorgt und mit dem Hund gelaufen.

Tag 37 - Donnerstag, 02.07.2026

Der Tag beginnt heute trocken und sonnig und ich habe einiges vor. Zunächst wollte ich einkaufen fahren, doch dann haben wir überlegt, ob wir nicht das Wohnmobil vorziehen sollten, da die nächsten Tage regnerischer werden sollen. So packen wir die gestern gekauften Utensilien aus und platzieren sie an die Vorderräder. Ich bringe dann die kleinen U-Eisen mittels der Spanngurte an die Reifen. Alles sieht eigentlich gut aus. Der Befreiungsversuch war aber vergeblich. Wir haben dann noch einige Änderungen probiert, alle ohne Erfolg.

Zuerst sind die Spanngurte gerissen, weil sie wahrscheinlich den Kräften nicht stand gehalten haben. Wir haben es dann nochmal mit Schotter versucht, aber auch da blieb der Erfolg aus. wir haben dann aufgegeben und ich habe mich mit dem Roller auf den Weg zum Abschleppdienst gemacht. Den habe ich auch gefunden. Mir wurde eine Telefonnummer gegeben, die ich nach einer halben Stunde anrufen sollte. Der Mitarbeiter des Unternehmens hat dann den Chef informiert.

Ich wollte dann den Einkauf vorziehen und habe mich auf den Weg zum nächsten Supermarkt gemacht. Auf dem Weg dorthin habe ich einen Blick auf die Tankanzeige des Rollers geworfen und bin lieber zur nächsten Tankstelle gefahren. Das mit den Kartenzahlungen ist nicht immer gleich, aber ich habe wieder Hilfe eines Einheimischen gefunden. Anschließend habe ich dann die Telefonnummer angerufen und eine junge Dame angetroffen, die mich und ich sie nicht gut verstanden habe.

Ich bin dann wieder zum Abschleppdienst gefahren und habe mein sprachliches Problem geschildert. Nach kurzer Zeit kam aber ein junger Mitarbeiter vorbei, dem ich alles gut erklären konnte. Auch sein Englisch war gut verständlich. Wir haben uns dann darauf verständigt, dass er am Samstag Vormittag zu uns auf den Campingplatz kommt und uns hilft. Na wenigstens dass hat geklappt.


Ich bin dann zum Supermarkt hier bei uns in Frösön gefahren und habe den Einkauf erledigt. Bis auf Aufbackbrötchen habe ich alles bekommen. Bei einem Regenschauer bin ich dann zum Platz zurück. Da es schon recht spät war, haben wir Kaffee getrunken und den mitgebrachten Kuchen gegessen. Danach habe ich die Überreste unsere morgendlichen Versuchs eingeräumt und anschließend sind wir duschen gegangen. Danach hat uns ein kurzes Gewitter mit Wind und Regen erwischt und so war der Tag gelaufen.

Tag 38 - Freitag, 03.07.2026

Es regnet leicht, als ich mit Ellie rausgehe. Der Tag soll aber auch noch ein paar lichte Momente haben. So frühstücken wir zunächst und anschließend mache ich mich mit dem Roller auf den Weg zum Maxi-ICA nach Östersund. Ein paar Dinge habe ich gestern nicht bekommen, also versuche ich es dort. Der Supermarkt liegt ganz in der Nähe des Skistadions und so brauche ich kein Navi, um dort hin zu finden. Der Laden ist wirklich groß und hier bekommt man fast alles, was ein Haushalt so braucht.

Aber auch hier ist die Auswahl an Aufbackbrötchen klein und so muss ich die nehmen, die in finde. Auch ein Schälchen Erdbeeren zu einem akzeptablen Preis nehme ich mit. Sonst sind die hier in Schweden beinahe unerschwinglich. Ich bekomme sonst aber alle fehlenden Lebensmittel. Am Ende erhalte ich einen kurzen Kassenzettel mit einer großen Summe. Einkaufen ist in Schweden nicht günstig. Gut bepackt fahre ich zurück zum Platz.

Da wir Morgen den Platz verlassen wollen, packe ich den Roller wieder in den Anhänger. Wir essen dann zu Mittag und weil es leicht regnet gönne ich mir eine Mittagspause. Danach gibt es Kaffee und ein paar Teilchen, die ich mitgebracht habe. Langsam vermisse ich eine deutsche Bäckerei, mit leckerem Kuchen. Das Wetter ist zwar bedeckt und es tropft ab und zu, aber es soll noch eine gewisse Zeit trocken bleiben. Also schnappe ich mir den Hund und gehe los.

Ich habe vor Tagen schon einen beschilderten Wanderweg gefunden, den ich jetzt mal gehen will. Es führt uns über Wiesen und durch dichten Wald, aber immer gut ausgeschildert. Ich treffe dann auf einen zweiten Rundweg, der zur Kirche auf Frösön führt. Die wollte ich mir eigentlich immer schon ansehen. Der ausgewiesene Weg führt mich auch dahin und ich kann die Kirche aber nur von außen besichtigen. Ich habe zwar den Hund dabei, aber die Kirche ist auch nur bis 15 Uhr geöffnet.
                                                        Schöne Ausblicke unterwegs


                                                             Die alte Kirche auf Frösön
                                                        Geheimnisvoller Blick auf den See
                                                                    Gute Beschilderung

Dann machen wir uns auf den Rückweg, der als Rundweg wieder am Campingplatz endet. Das Wetter hat sich gehalten und wir haben ca. 5 km zurück gelegt. 

Tag 39 - Samstag, 04.07.2026

Heute vor 26 Jahren habe ich meine Frau zum ersten Mal getroffen und das ist für uns ein Tag zum Feiern.  Der Tag beginnt zwar schön, aber wir sind uns nicht ganz sicher, ob er gut enden wird. Denn wir hoffen heute darauf, dass der Termin mit dem Abschleppen auch stattfindet. Den hatte ich zwischen 11 und 12 Uhr gelegt. Er wollte mich aber vorher anrufen, damit ich die Schranke am Eingang öffnen kann. Kurz nach 12 Uhr 30 hören wir ein schweres Motorengeräusch und tatsächlich kommt der Abschleppen schon auf uns zu. Man hat ihn offensichtlich reingelassen.

Er platziert sich auf die Wiese vor unser Wohnmobil und fährt das Abschleppseil aus. Er klinkt es in die Abschleppöse, die ich zuvor vorne ins Wohnmobil geschraubt hat. Dann geht es los. Das Seil strafft sich und ich helfe etwas mit und zack, stehen wir auf der Straße. Na das hat ja wenigstens geklappt. Und dann kam das, was kommen mußte - die Rechnung. Nach kurzer Aufstellung hat der freundliche Mensch die Summe parat. Es sind am Ende etwa 250,-- Euro geworden. Ich hätte eigentlich mit weniger gerechnet, aber wir sind schließlich froh, dass wir wieder fahrbereit sind.

Wir bedanken uns bei dem Helfer für die pünktliche Hilfe und machen uns dann auch fertig. Wir waren schon soweit vorbereitet und mußten nur noch den Anhänger einhaken. Dann verlassen wir den Platz und fahren Richtung Östersund und E 45. Danach geht es in Richtung Strömsund, unserem nächsten Ziel. Das erreichen wir nach gut 100 km, nach einer Fahrt durch typisch schwedische Landschaft. Vor der Stadt biegen wir links ab, denn der Platz liegt unmittelbar neben der Straße.
                                                        Unser Platz in Strömsund
                                                                  Brücke auf der Fahrt


        Ein beheiztes Freibad ist gleich nebenan und kann von uns Gästen kostenlos benutzt werden.
                                                        Soweit nördlich waren wir noch nie

Wir gehen zur Rezeption und dort werden wir freundlich auf deutsch informiert. Wir können uns einige Stellfläche aussuchen und entscheiden uns für eine. Dann bezahlen wir zunächst für zwei Tage und richten uns auf unserer Parzelle ein. Wir haben Platz genug für unseren Anhänger. Wir essen dann zu Mittag und schauen uns anschließend die Waschmaschinen an, denn die sind im Preis von etwa 32,-- Euro mit Strom enthalten. Die Gelegenheit ist günstig und wir können bis zum Abend zwei Maschinen waschen und trocknen. So sind wir wieder für die nächste Zeit gerüstet.

Tag 40 - Sonntag, 05.07.2026

Wir haben heute Hochzeitstag und das Wetter dazu ist zunächst recht freundlich. Ein Sonne-Wolken-Mix mit akzeptablen Temperaturen. Ab den Mittagsstunden soll es aber schlechter werden und so nutze ich den Vormittag und fahre mit dem Rad in den Ort. Dazu muss ich über eine lange Brücke über den See. Auf der anderen Seite angekommen, entdecke ich Heimatmuseum. Es ist geöffnet und es kostet keinen Eintritt. Auf den ersten Blick erscheint es eher wie ein Kinderspielplatz, aber in einem großen Rund hat man alte Häuser platziert, die man sicher dort hin verfrachtet hat.
                                                Die große Hängebrücke über den See
                                                Stube in einem der alten Häuser
                        Märchenfigur aus dem Spielfilm "Dunderklumpen", der hier gedreht wurde.
                                                                        Alte Werkstatt

                                Ein Wohnhaus im alten Stil eingerichtet. Sehr schön gemacht.
                                                    Schön eingerichtetes Museum

                                        Hier konnte man regionale Produkte kaufen

Hier werden interessante Objekte aus Holz ausgestellt, wo ich erst nicht erkennen konnte, um was es sich da handelte. Jetzt habe ich im Internet entdeckt, dass es auf schwedisch "Vrilarna" sind. Die wachsen als eine Art Pilz an einem Baum. Es sind aber im Grunde genommen Äste. die entfernt man dann vom Baum und höhlt sie aus. Ob sie als Gebrauchsobjekt gedient haben, konnte ich nicht erfahren.

Die Häuser sind alle geöffnet und von Stallungen bis hin zu einem schönen alten Wohnhaus ist alles dabei. Eins steht aber fest, die Menschen früher waren alle kleiner, denn kaum eine Eingangstür hatte meine Größe. Aber die Innenräume waren teilweise schön hergerichtet, teilweise hatte man den Eindruck, dass die Menschen nur kurz außer Haus wären. Ich habe mir alle Häuser angesehen und war beeindruckt. In einem Haus war auch ein Museum untergebracht, wo auch bekannte Menschen von früher beschrieben wurden. Sehr schön gemacht.

Ein künstlich aufgestellter Felsen, der einer lustigen Figur nachempfunden war, erzählte eine Geschichte. Die gehört zu einem Spielfilm, der hier und in der Nähe gedreht wurde. Das war schon 1975 und war eines der ersten Filme, in denen man Zeichentrickfiguren eingearbeitet hat. Auf diesen Film ist man hier immer noch sehr stolz und man kann auch heute noch einige Utensilien darüber erwerben. Ich bin dann von dort aus in den Ort, der mir eher ein wenig verlassen und unsauber in Erinnerung bleiben wird. Es gibt keine Innenstadt  und so manche Gebäude wirken heruntergekommen.

Ein Supermarkt scheint schon geschlossen zu sein und in einen Zweiten bin ich kurz rein, um etwas zum Kaffee zu kaufen. Ich bin dann wieder zurück zum Platz und wir sind dann zum nahen Dollarstore gegangen. Das ist in etwa so, wie bei uns Action. Hier gibt es es alles rund um den Haushalt. Wir haben hier auch ein paar Sachen für das Wohnmobil gekauft. Nachdem wir wieder am Platz waren, haben wir zu Mittag gegessen und ich bin dann mit dem Hund auf eine Runde raus.

Es gibt zwar einen schönen Waldweg, der vom Platz aus startet, der ist aber sehr eng und verläuft durch dichten Wald. Das ist mir mit dem Hund nicht so recht, denn hier gibt es sehr viele Kreuzottern, die mir wegen dem Hund zu gefährlich sind. Wir sind dann zum Platz zurück und bald begann es auch zu regnen. Morgen soll das Wetter grausig werden und wir haben beschlossen, den Tag hier zu verbringen, da wir es als schade empfinden, bei so einem Wetter zu fahren.

Tag 41 - Montag, 06.07.2026

Der Tag fängt mit Regen an und es bleibt auch den ganzen Tag über feucht. Nach dem Frühstück machen wir uns nochmal auf den Weg zum Dollar-Store und wir kaufen noch ein paar Dinge ein, die man so im Haushalt brauchen kann. Zurück am Wohnmobil regnet es schon wieder und ich mache mich an neue Videos ran. Das geht bei dem Wetter ganz gut, weil man ja ohnehin nicht viel unternehmen kann.

Nach dem Mittagessen ist es für einige Zeit trocken und ich gehe mit dem Hund raus. Ich möchte den Wanderweg nutzen, der neben dem Platz beginnt. Er führt zunächst am Golfplatz entlang und dummerweise endet er dann nach einigen hundert Metern. Ich gehe zurück und suche die Abzweigung, die ich ja wohl verpasse habe. Ich finde dann an einem Baum ein Hinweisschild, was aber abgebrochen ist und nach unten zeigt. Da wird es wohl nicht herführen.

Aber gegenüber beginnt ein sehr schmaler Weg, der in den dichten Wald führt. Den möchte ich aber mit dem Hund nicht gehen. Ich habe zu viel Schiss vor den Kreuzottern, die in diesen Wäldern leben. Da der Hund aber nunmal gerne auch am Wegesrand schnüffelt, will ich das nicht riskieren. Also geht es wieder zum Stellplatz zurück. Es regnet sowieso wieder und wir trinken Kaffee und essen ein Stück Kuchen, den wir heute gekauft haben. Fürchterlich süß!!

So endet der Tag ohne besondere Vorkommnisse. Wäre da nicht der späte Abend. Wir sind kurz nach 11 Uhr ins Bett und nehmen laute Musik und Gerede neben uns war. Wir spähen aus dem Fenster und sehen die Nachbarn rauchend und palavernd vor dem Wohnwagen. Eine ältere Dame erschien uns stark betrunken. Sie saß auf der Eingangsstufe des Wohnwagens. Beim Versuch aufzustehen wäre sie beinahe umgefallen. 

Ich habe dann das Fenster geöffnet, um um Ruhe zu bitten. Man hat mich zwar bemerkt, aber geändert hat sich nichts. Auch ein zweiter Versuch scheiterte. Wir haben noch gesehen, wie die ältere Dame mit Krücken versucht hat, zum Sanitärgebäude zu gehen. Das klappte aber wegen der Trunkenheit nicht und sie hat das Vorhaben abgebrochen. Da es auch anders geht, hat sie dann auch bewiesen und hat schließlich vor dem Wohnwagen ihr Geschäft verrichtet. Es dauerte dann bis nach ein Uhr, als endlich Ruhe einkehrte.

Tag 42 - Dienstag, 07.07.2026

Wir haben zwar nach der nächtlichen Aktion noch geschlafen, aber auch weil es einfach nicht dunkel wird, ist das sehr schwierig. Es herrscht eigentlich nur eine ausgeprägte Dämmerung. Dunkel wird es hier nicht. Schon um kurz vor drei Uhr geht die Sonne wieder auf und die Morgendämmerung beginnt ja schon viel früher. Das wird auch in den nächsten Tagen nicht besser, weil wir ja noch ein Stück weiter Richtung Norden fahren wollen. Es ist einigermaßen trocken und so machen wir uns nach dem Frühstück auf die Weiterfahrt.

Wir wollen in den nächsten Tagen den Vildmarksvägen besuchen, der hier von Strömsund beginnt. Er führt über etwa 500 km und endet eigentlich wieder hier im Ort. Er führt durch Schwedisch Lappland und verläuft über die höchste Asphaltstraße von Schweden. Unser heutiges Ziel ist ein Campingplatz in Gäddede. Der kleine Ort liegt nahe der norwegischen Grenze. Viel los ist hier nicht, aber die etwa 145 km reichen uns für heute. Das Wetter ist novembergrau und kalt. Die Höchsttemperatur beträgt 11 Grad und es weht ein frischer Wind.
                                                    Der Beginn vom Vildmarksvägen
                                        Das Land wird weiter und die Seen nehmen kein Ende

                                            Unser Stellplatz in Gäddede wird eingerichtet
                                                    Eine hübsche Kota am Wasser
                                        Sehr gemütlich. War später leider abgeschlossen

Wir melden uns nach der Ankunft an und wollen zwei Nächte bleiben. Da das Wetter schlecht und kalt wird, nehmen wir wieder einen Platz mit Strom. Da wir auch die Heizung brauchen, können wir die auch über Strom nutzen. So sparen wir etwas Gas, denn ein Auffüllen der Flaschen ist hier in der Gegend nicht möglich. Wir stellen uns auf und ich gehe mit Ellie auf eine kurze Runde. Das Wetter ist überhaupt nicht einladend und so verkriechen wir uns im Wohnmobil. Morgen soll es hoffentlich trocken bleiben. Sonne ist zwar nicht in Sicht, aber vielleicht reicht es für einen Ausflug mit dem Roller.

Es gibt hier einen schönen Wasserfall, den man sich eigentlich mal ansehen sollte. Der ist aber 25 km entfernt und auf dem dortigen Parkplatz passen wir mit dem Wohnmobil nicht hin. Mal sehen ob das klappt. Der Abend ist schaurig, regnerisch und stürmisch.

Tag 43 - Mittwoch, 08.07.2026

Der leichte Regen am Morgen läßt nach und es bleibt trocken. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in den Ort (soweit man das hier so nennen kann) und wollen einkaufen. Etwas fehlt schließlich immer. Der Laden ist typisch eingerichtet und wir finden alles, was wir gesucht haben. Danach geht es auch wieder zurück, denn viel entdecken kann man hier nicht. 
                                                            Die gibt es hier auch in XXL

                                                            Ausblick von der Kirche

Gäddede ist eine Ortschaft in der Gemeinde Strömsund im äußersten Nordwesten der schwedischen Provinz Jämtland, unmittelbar an der norwegischen Grenze und zu schwedisch Lappland. Laut Wikipedia hat der Ort 312 Einwohner. Der Name des Ortes setzt sich aus den schwedischen Wörtern gädda für Hecht und ed für Passage durch zusammen. Eine Deutung ist, dass die Gewässer in der Umgebung besonders reich an dieser Fischart sein sollen, da Hechte bei ihrer Wanderung flussaufwärts nicht weiter als bis hierher kommen können.


                                                          Abfluss hinter der Staumauer

Wir sind dann wieder am Platz und essen zu Mittag. Das Wetter lädt nicht zu weiteren Unternehmungen ein, obwohl ich eigentlich noch zu einem Wasserfall fahren wollte, der etwa 25 km von hier entfernt liegt. Aber bei etwa 10 Grad und stürmischem Wind hab ich mir das verkniffen, da ich auch keine Winterjacke für den Roller habe. Wir haben dann später geduscht und dann tat sich doch noch ein Wetterfenster auf und ich bin nochmal raus.
                                                                        Sturmfrisur
                                                            Der aufgewühlte See

Ich bin dann rauf zur Kirche, die verschlossen war, weil ich mir einen Ausblick über die Gegend versprochen habe. Die Kirche liegt auf einem kleinen Hügel im Ort. Der war aber dann doch nicht so doll und ich bin runter und zum Kraftwerk gegangen. Der See wird hier aufgestaut und somit zur Stromerzeugung genutzt. Ich bin dann zum Platz zurück und habe mir noch die Wellen auf dem aufgewühlten See angeschaut.
                Wegweiser. Noch 17,5 Std. bis zum Nordkap. Es wären von hier aus noch 1.357 km.

Anschließend bin ich noch mit Ellie raus und habe mit ihr eine Runde gedreht. Dann ging es aber wieder ins Wohnmobil, denn ich war ausgekühlt. Morgen soll das Wetter besser werden und wir wollen dann rauf zum Stekenjok. Dort hin führt die höchst gelegene Asphaltstraße Schwedens. Dort oben soll es viele Rentiere geben, die hier den Sommer verbringen. Ich hörte heute von deutschen Campern, dass gestern dort mehrere hundert Tiere mit Fahrzeugen und Hubschraubern auf die höher gelegenen Weidegebiete getrieben wurden. Hoffentlich sehen wir morgen noch welche.

Tag 44 - Donnerstag, 09.07.2026

Heute geht es zu meinem persönlichen Highlight auf unserer Reise durch Schweden. Wir wollen auf dem Vildmarksvägen rauf auf das Stekenjok. Das liegt auf einem Hochplateau mit der höchsten Erhebung mit 876 Metern. Und wir haben endlich mal Glück mit dem Wetter. Der Regen der letzten Tage ist weg und am Morgen scheint uns die Sonne. Das gibt gleich ein anderes Bild. Wir machen uns dann Reisefertig und brechen auf. Es gibt eigentlich nur diese eine Straße und ein Navi brauchen wir nicht. Unser Zeil liegt nach 86 km auf der linken Seite.
                                                Immer wieder vorbei an tollen Seen
                                                Irgendwo da oben ist unser Ziel für heute

Es geht zunächst durch die gewohnte Landschaft Schwedens. Vorbei an großen Seen und durch dichte Wälder. Langsam werden die Häuser rechts und links weniger und wir kommen dann noch an dem kleinen Ort Stora Blasjön vorbei, wo es sogar einen langen Lift gibt, der wohl im Winter sehr beliebt ist. Danach geht es schrittweise höher hinauf. Zuerst werden die Bäume kleiner, dann verschwinden sie ganz und schließlich wachsen nur noch kleine Sträucher. 
                         Der Stellplatz auf dem Stekenjok. Hier kann man nur stehen, ohne Alles.


                                                            Was für ein Panorama

Die Berge ringsherum sind nicht sehr hoch und erstrecken sich so um etwa 1.500 Meter. Aber wir sehen auch in der Ferne viele Flächen, die noch mit Schnee bedeckt sind. Eigentlich ist die Straße erst seit dem 05. Juni geöffnet und schließt am 15. Oktober wieder. In der restlichen Zeit liegt hier zu viel Schnee. Davon ist aber jetzt nicht mehr viel zu sehen. Ich hätte mir mehr erwartet. Der Stellplatz am Stekenjok ist ganz gut besucht und wir stellen uns auf eine freie Fläche. Hier darf man 24 Stunden stehen bleiben und so werden wir auch hier die Nacht verbringen.
         Was für ein Glück. Wir haben so gerade die Sonne erwischt. Links von uns ist Norwegen.
                                                    Das wird unser nördlichster Punkt sein.
                                                                        Wir waren hier
                                                                            Er auch!

Wobei Nacht hier echt ein Witz ist. Wir haben hier genau nur drei Stunden, wo die Sonne nicht scheint. Der Rest ist Übergang von Abend- zu Morgendämmerung. Dunkel wird es hier nicht. Leider ist das Wandern zur Zeit kaum gestattet, da bis Mitte Juli hier ein Schutzgebiet für Vögel herrscht. Früher war hier eine Erzgrube, die auch dafür gesorgt hat, dass es eine gut ausgebaute Straße gibt. Von 1976 bis 1988 wurde hier abgebaut. Es wurden insgesamt 7,1 Millionen Tonnen Erz gewonnen, mit einem Inhalt von 90.000 Tonnen Kupfer, 170.000 Tonnen Zink und 980 kg Gold.
                                                                     Der Stellplatz




Die größte Schneeschleuder Europas wurde hier eingesetzt, um die Straßen vom Schnee zu befreien. Nach dem Mittagessen und einer kleinen Runde mit dem Hund, bin ich noch über einen Wanderweg auf der anderen Seite des Hanges gelaufen. Er führte teilweise recht steil bergauf und es ergab einen tollen Ausblick auf die weite Landschaft. Selbst mit einem Fernglas habe ich kein einziges Rentier erblickt, die hier eigentlich in großen Herden den Sommer verbringen. Vielleicht haben wir morgen mehr Glück.

Gegen Abend lichtete sich der Parkplatz und die PKW wurden weniger. Es blieben aber doch eine Reihe von Wohnmobilen hier für die Nacht. Leider hat es zum Nachmittag zugezogen, aber wir wollen uns nicht beschweren, denn wir hatten echt tolles Wetter. Vor vier oder fünf Tagen hat es hier noch geschneit. Auch die nächste Nacht geht bis 5 Grad runter.

Tag 45 - Freitag, 10.07.2026

Ich habe genau um Mitternacht ein Foto von der Gegend gemacht, nur um zu dokumentieren, wie hell es noch ist. Ich glaube auch, dass es nicht viel dunkler wird. Am Morgen ist das Wetter immer noch gut. Es ist zwar bewölkt und die Berge sind teilweise in Wolken gehüllt, aber es ist trocken, teilweise sonnig und fast windstill. Wir frühstücken und ich gehe danach nochmals auf die kleine Anhöhe und schaue mit dem Fernglas die Umgebung ab. Aber von Rentieren keine Spur.
                                                           Das Bild ist von 24 Uhr!!

So machen wir uns dann für die Weiterfahrt fertig. Wir verlassen den Platz in Richtung Saxnäs, wo wir ein oder zwei Nächte verbringen wollen. Wir sind nahezu allein auf der Straße und deshalb fahre ich recht langsam und wir halten noch Ausschau, ob wir nicht doch noch ein paar Tiere entdecken. Aber das gelingt uns nicht und so fahren wir weiter. Es geht langsam wieder ins Tal und die Bäume werden wieder höher. Hier werden wir sicher keine Rentiere mehr entdecken, selbst wenn sie irgendwo im Gebüsch stecken.

Wir erreichen dann den angepeilten Ort, der nur etwa 55 km entfernt liegt. Der Platz liegt direkt an der Durchfahrtsstraße und sieht irgendwie fürchterlich aus. Spontan fahren wir vorbei, denn da wollen wir sicher nicht stehen. Wenige Kilometer weiter lag der Trappstegsfossen, ein Wasserfall, der breit ist und über viele Treppen ins Tal fließt. Der Parkplatz ist schon recht voll und wir finden noch eine Stelle, wo wir stehen können, ohne den Anhänger abzuhängen.


                        Toller Anblick. Würde das gerne mal nach der Schneeschmelze erleben.

                                Etwas weiter weg hatten wir noch diesem Wasserfall auf dem Weg

Ich schaue mir das Schauspiel an und gehe dazu noch ein Stück weiter auf den Wasserfall zu und mache eine Reihe Bilder und Videos. Da der Parkplatz stark beansprucht ist, gehe ich zurück und wir fahren weiter. Einen weiteren Wasserfall entdecke ich kurz danach, wo wir nochmals anhalten. Anschließend entscheiden wir uns, den übernächsten Platz anzusteuern, der auf unserer Liste steht. Das sind dann nochmals etwa 90 Kilometer. Aber zwischendurch gibt es keinen Platz, der für uns geeignet wäre.

Wir erreichen dann den Campingplatz in Vilhelmina, der am offiziellen Ende des Vildmarksvägen liegt. Er liegt schön an einem See, wie könnte es auch anders sein. Wir suchen uns einen der wenigen freien Plätze am See aus und bezahlen den Aufenthalt für drei Tage. Wir zahlen dafür etwa 35,-- Euro mit allen Nebenkosten. Wir stellen uns dann auf und danach packe ich die Stühle aus, denn es sind etwas über 20 Grad, und dass ist ja mal was, nach den kühlen vergangenen Tagen.

                                            Der schöne Stellplatz am See in Vilhelmina

                                                Ein schöner Badeplatz ist mit dabei
                                                                    Abendstimmung

Tag 46 - Samstag, 11.07.2026

Der Tag heute beginnt mit etwas Regen, wobei es später trocken bleibt. Das Wetter bleibt aber den ganzen Tag bedeckt und wir können nicht draußen sitzen. Am späten Vormittag mache ich mich mit Ellie auf den Weg zu einem nahen See. Der ist nicht besonders groß und liegt nicht weit vom Campingplatz entfernt. Dort gibt es aber einen schönen Rundweg, der etwa zwei Kilometer lang ist. Den möchte ich mit ihr gehen.



                                                Schön angelegte Wege um den See

Der Weg ist schön angelegt und verläuft teilweise auf Holzstegen am Wasser entlang. Wir brauchen dazu natürlich nicht sehr lang und sind auch bald wieder am Platz. Nach dem Mittagessen nutze ich das trübe Wetter und das gute WLAN, um ein weiteres Video zu erstellen und hochzuladend. Das dauert bis in die Abendstunden. Das Videoschneiden macht mir immer noch Spaß, obwohl ich mit den Videos etwas der Zeit hinterherhinke. 

Wir haben für einen Tag neue Nachbarn mit Wohnwagen und schwedischem Nummernschild. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Doch das Ehepaar sprach deutsch. Das wollten wir natürlich genauer wissen und haben die beiden angesprochen. Wir hatten dann ein interessantes Gespräch und haben erfahren, dass die Beiden nach Schweden ausgewandert waren. Die ganze Familie ist mitgezogen und sie wollen sicher nicht mehr zurück nach Deutschland. Das Leben sei hier wesentlich angenehmer und das soziale Umfeld ist wesentlich angenehmer.

                            Fitnessstudio im Freien und ganz aus Holz. Das ist mal eine gute Idee!! 

So gibt es heute nicht viel zu berichten. Morgen soll das Wetter wieder sehr schön werden.

Tag 47 - Sonntag, 12.07.2026

Der Wetterbericht hat Recht behalten und der Tag beginnt schon früh mit Sonne und blauem Himmel. Nur die Temperaturen bleiben im kühlen Bereich. Man muss sich schon direkt in die Sonne setzen, weil mit dem kühlen Wind es sonst unangenehm ist. Aber das ist jammern auf hohem Niveau. Nach dem Frühstück möchte ich it dem Rad in die Stadt. Die ist zwar nicht besonders sehenswert, aber es gibt ein paar hübsche Ecken.

So gibt es auf dem höher gelegenen Teil der Stadt die Kirche. Die Straße dorthin ist gesäumt mit alten Holzhäusern, die noch vor 1900 entstanden sind. In der Holzkirche scheint es noch ein Gottesdienst zu geben und so bleibe ich draußen. Ich gehe einmal um die Kirche herum und mit einem Male höre ich ein Geigenspiel und ich gehe Richtung Eingang zurück. Dort kommt mir eine Gruppe Geigenspieler in Tracht entgegen, gefolgt von einer Gruppe Menschen, die teilweise auch in Tracht gekleidet sind. Auch zwei Männer in einer Art Kilt sind dabei. Das hat mich aber dann doch etwas verwundert.



Die Gruppe zog musizierend runter in den Ort. Ich habe mich dann zu Fuss auch den Weg zum Kirchsteig gemacht, der gleich hinter der Kirche startete. Es ging steil bergan und führte dann in den dichten Wald über schmale Wege, die mit Wurzeln übersät waren. Hier haben sich Menschen die Mühe gemacht, Märchen an Bäume zu heften, die man Kindern vorlesen konnte. Hier und da lagen bunt bemalte Steine an Wegesrand. Der Weg soll über 2,5 km führen, geschafft habe ich gerade mal 500 Meter, dann bin umgekehrt, weil mich dutzende Mücken geärgert haben. Das hat keinen Spaß gemacht.

                                 Der Weg ist interessant, aber wegen der Mücken nicht zu laufen.
                                                                    Die Musikanten

Ich bin dann zurück in die Stadt und habe im Supermarkt ein paar Lebensmittel eingekauft. Das geht ja in Schweden die ganze Woche. Danach ging es zurück zum Platz, wo die Sonne uns vor das Wohnmobil gelockt hat. Die Sonne brannte ganz schön heftig, es blieb aber bei einem kühlen Wind bis zum Abend. Nach einer Gassirunde mit Ellie verziehen wir uns ins Wohnmobil. Morgen geht es für uns weiter und wir haben uns einen Campingplatz in der Nähe der Ostsee ausgesucht.

Tag 48 - Montag, 13.07.2026

Heute geht es für uns weiter und dazu scheint uns die Sonne. Es ist doch schöner, bei gutem Wetter zu fahren, denn da sieht man mehr von der Welt. Wir verlassen den Platz und fahren noch ein Stück in den Ort, um zu tanken. Dann geht es in Richtung Ostsee bzw. Bottnischer Meerbusen. Wir haben uns einen kleinen Campingplatz in der Nähe der Ostsee ausgesucht. Er liegt in der Nähe von Husum, was wiederum etwa zwischen Umea und Sundsvall liegt. 

Wir fahren dann wieder durch typische schwedische Landschaften. Ich kann verstehen, dass das Durchfahren solchen Gegenden von einigen Menschen als Langweilig empfunden wird. Die heutige Strecke verlief allerdings durch eher bergiges Gelände und es wechselte sich ab mit schönen Seen, kleinen Orten und Bereichen, die eher an Sumpflandschaften erinnerten. Nach gut 200 km haben wir dann die E4 erreicht, die komplett am Meer entlang führt.

Diese befahren wir dann noch ein paar km und erreichen den Mosjön Campingplatz. Der liegt unmittelbar an der E4 und die Straße ist gelegentlich zu hören, stört aber wenig. Als könnte man es schon ahnen, der Platz liegt an einem schönen See. Wir haben uns einen Platz mit direktem Blick auf den See ausgesucht. Er hat keinen Strom und kostet 310 sk, dass sind etwa 28,-- Euro. Es gibt hier eine schöne Liegewiese, einen kleinen Sandstrand und ein tolle Badestelle mit Holzsteg, von dem aus die Kinder ins Wasser gesprungen sind.



Wir haben uns aufgestellt und die Stühle in die Sonne gestellt. Dann gab es Mittagessen und anschließend haben wir uns auf den Stühlen ausgestreckt. Es ist schön warm und die Sonne tut richtig gut. Wir haben heute dann nichts mehr gemacht und wir sind erst am Abend wieder ins Wohnmobil.

Tag 49 - Dienstag, 14.07.2026

Der Tag heute soll sehr warm werden. Trotzdem möchte ich mit dem Roller einen Ausflug zur Küste unternehmen. Jetzt sind wir schon so nah dran und sehen davon noch nichts. Ich hab mir eine Tour zu einem Leuchtturm ausgesucht, die vorbei an den Seitenarmen der Ostsee führt. Es geht immer noch auf und ab und ich komme immer wieder an Bauernhöfen und kleinen Ansiedlungen vorbei. Die Buchten werden dann größer und hier gibt es auch kleine Häfen, allerdings nur für kleine Boote.
                                                        Hübscher kleiner Hafen

Dann erreiche ich den Parkplatz am Leuchtturm und siehe da, es gibt sogar einen Stellplatz für Wohnmobile mit Strom und Sanitärgebäude. Es wären sogar noch genug Plätze frei. Ich stelle den Roller ab und gehe zum Leuchtturm. Vorbei komme ich an einem kleinen Hafen, wo neben einigen Yachten auch Fischerboote stehen. Der kleine Hafen sieht sehr romantisch aus und ist gesäumt mit den typischen roten Holzhäusern.

                                                                  Die felsige Küste

Ich gehe nun zum Leuchtturm, der natürlich auf einer Anhöhe steht. Die Aussicht ist super. Mein Blick schweift über eine Küstenlinie, die aus mehr oder weniger großen Steinen besteht. Es sieht so aus, als ob ein Riese die hierhin verstreut hat. Man kann aber darüber laufen und ab und zu sieht man Menschen, die sich hier sonnen. Der Zugang zum Wasser ist allerdings nicht ganz einfach. Einen Strand gibt es hier nicht. Ich schaue mich um und gehe dann zurück zum Roller, da es mir in meiner dicken Rollerhose zu warm wird. Die Jacke hatte ich noch in den kleinen Koffer gepackt, der auf dem Roller befestigt ist.

Für den Rückweg habe ich mir eine etwas andere Strecke ausgesucht, denn ich will noch in einen Supermarkt. Den finde ich auch und mein erster Gang ist zum Eis. Ich packe zwei Pakete ein, denn das schmeckt doch bei den Temperaturen jetzt ganz gut. Dann mache ich mich auf den Rückweg zum Platz. Wir essen dann zu Mittag und machen eine Pause, weil es draußen viel zu warm ist. Später gehe ich zum See und gehe aber nur bis zum Knie rein. Ist mir zu kalt!! Ich weiß, andere gehen da rein, als ob es erwärmt wäre.

Jetzt stellen wir die Stühle wieder raus und genießen die Sonne und den leichten Wind, der es recht erträglich macht. Wir gehen dann beide noch duschen, denn Morgen geht es für uns weiter. Da wollen wir hoffen, dass wir einen Platz an der Ostsee erwischen. Es ist viel los und zum Abend füllen sich die Plätze doch sehr.


Tag 50  Mittwoch, 15.07.2026

Heute wollen wir weiter und da möchten wir eine längere Strecke zurücklegen. Unser nächstes Ziel ist ein Stellplatz am Meer in der Nähe von Hudiksvall. So machen wir uns am Morgen für die Weiterfahrt fertig und sind schon vor 10 Uhr unterwegs. Wir nutzen für die Fahrt ausschließlich die E 4, die immer an der Küste entlang führt. Die Landschaft ist schön anzuschauen und es geht ordentlich rauf und runter. Wir befinden uns genau an der Hohen Küste, die im Unesco Weltnaturerbe steht. Angeblich ist es die weltweit höchste Küstenlinie.

Wir legen heute etwas über 270 km zurück und die letzten Kilometer sind mal wieder besonders. Die Straßen werden immer schmaler und schließlich nur noch einspurig mit seltenen Ausweichstellen. Das zieht sich dahin und wir sind schon nah der Küste. Dann erreichen wir den Stellplatz und auf den ersten Blick sieht das nicht gut aus. Der Platz hat auch nur 17 Stellflächen und ist in zwei Terrassen aufgeteilt. Wir kommen an der obern an und fahren durch. Alles voll!! Dann fahren wir runter auf die untere Terrasse und als ich abbiegen will, stehen wir vor einer steilen Kehre und am Ende geht es ein paar Meter runter ins  Wasser.

Das war knapp und ich habe Schweißhände. Aber auch die untere Terrasse ist voll und so müßen wir uns etwas anderes einfallen lassen. Wir fahren die fürchterliche Strecke wieder zurück und parken kurz. Wir suchen uns dann einen anderen Platz aus, der knapp 30 km von hier liegt. Den steuern wir an und landen an einer kleinen Marina. Der kleine Hafen liegt an einem Ausläufer des Bosnischen Meerbusens, der wie ein Fjord ins Land eingeschnitten ist. Der Platz bietet noch genug freie Flächen und so stellen wir uns auf. Im nahen Restaurant melden wir uns an und zahlen pro Tag knapp 28,-- Euro inkl. Strom und Nebenkosten.
                                                 So sieht unser bisheriger Reiseverlauf aus

                                                Platz mit Ausblick auf den Ostseefjord

                                                        Draußen gibt es Reibekuchen

                                                    Wieder ein tolles Exemplar

                                            Es gibt auch ein hübsches Museum mit alten Motoren

Es sind tatsächlich 31 Grad und wir machen zum ersten Mal die Markise raus. Jetzt ist es erträglich, aber eigentlich zu warm. Das sind wir in den letzten Wochen nicht gewohnt. Auch der Hund verkriecht sich unters Fahrzeug. Wir lassen uns ein Eis schmecken und legen die Füße hoch. So können wir lange draußen sitzen bleiben.  

Tag 51 - Donnerstag, 16.07.2026

Der Tag beginnt wiederwunderbar sonnig und warm. Die Markise ist noch draußen und das ist auch gut so. Wir können draußen frühstücken und lassen uns dabei viel Zeit. In der Nachbarschaft wird es ruhiger, denn der Platz leert sich. Wir haben keine Eile und so vertrödeln wir die Zeit. Ich mache mich dann aber mit dem Rad auf den Weg zum Supermarkt. Der ist nur etwa 4 km entfernt, denn wir wollen heute Reibeplätzchen backen. Dazu brauchen wir noch Sonnenblumenöl, was uns ausgegangen ist.

Das ist schnell erledigt und ich erreiche den kleinen Coop. Ich dachte erst ich wäre der einzige Kunde, aber das hat getäuscht. Aber voll war es nicht und ich war mit den paar Dingen schnell fertig. So war ich auch schnell wieder am Platz. Die Sonne meint es heute wieder gut mit uns und die Temperaturen sind wieder nahe 30 Grad. Ein Tag der zum relaxen einlädt. Da wir morgen wieder weiter wollen, tut die Ruhe richtig gut.

Zum Mittag gibt es dann die von mir gewünschten Reibeplätzchen. Das ist mal wieder was anderes und wir lassen es uns schmecken. Den Tag verbringen wir mit nix und wir machen noch einige Pläne für die nächste Zeit. Am Abend gibt es musikalische Unterhaltung im Restaurant und das ist rappel voll. Wir lassen den Tag draußen ausklingen und können noch lange sitzen bleiben.

Tag 52 - Freitag, 17.07.2026

Der Tag beginnt wieder sehr warm und wir wollen weiter. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und machen das Wohnmobil abreisefertig. Dann geht es zurück auf die E 4 Richtung Stockholm. Nach etwa 100 km verlassen wir die Autobahn. Vorher tanken wir noch für knapp 1,70 Euro pro Liter Diesel und fahren über Nebenstrecken zu unserem heutigen Ziel. Wir haben uns einen Stellplatz in der Nähe von Hedesunda ausgesucht. Auf dem Campingplatz in Hedesunda waren wir schon einmal, aber diesmal wollen wir diesen kleinen Stellplatz besuchen.

Der Stellplatz hat nur acht Stellmöglichkeiten und wir sind nicht sicher, ob wir da noch einen Platz bekommen. Wir finden den Platz sofort und dort steht nur ein Wohnmobil. Wir werden von einer netten Dame begrüßt, die uns zeigt, wo wir stehen können. Es stellt sich heraus, dass sie in dem Wohnmobil wohnt und für die Abwesenheit des Betreibers seine Aufgaben übernimmt. Also sind wir die einzigen Gäste. Bis zum Abend gesellt sich auch nur noch ein Wohnmobil dazu.
                                    Ein schöner kleiner Stellplatz hier in Hedesunda

                                    Blick auf die kleine Anlegestelle an einem Flussarm
                    In der Hütte nebenan einer kleiner Loppis, mit Sachen, die keiner mehr braucht.
                                        Von der Straße aus gesehen ist der Platz recht unscheinbar
                                                                Ein Bild aus Hedesunda


Wir werden freundlich eingewiesen und unterhalten uns so gut es geht auf Englisch. Wir unterhalten uns eine Weile und stellen uns dann auf. Es ist alles sehr großzügig und wir haben auch Platz für den Anhänger. Wir zahlen für den Platz 15,-- Euro in bar mit Strom. Ohne Strom hätte es nur 10,-- Euro gekostet. Frischwasser ist direkt am Wohnmobil und eine Abwasserentsorgung habe ich bei der Einfahrt gesehen. Toilettenentsorgung habe ich noch nicht gesehen, brauchen wir aber auch nicht. Wir wollen zwei Nächte bleiben, da das Wetter Morgen sehr schlecht und regnerisch werden soll, da möchten wir nicht fahren.

Da es immer noch sehr warm ist, stellen wir die Stühle raus. Wir stehen neben einem Holzschuppen, der an einer Seite offen ist und als Loppis dient. Die gibt es hier an jeder Ecke und darin kann man Dinge erwerben, die keiner mehr braucht. Der dient uns als Schatten und so brauchen wir keine Markise ausfahren. Wir genießen die Ruhe auf dem Platz und lassen es uns gut gehen. Gegen Abend soll es zu regnen beginnen, vielleicht ist auch ein Blitz und Donner dabei.

Tag 53 - Samstag, 18.07.2026

Am frühen Morgen werden wir schon vom Regen geweckt. Da drehen wir uns aber nochmal um und bleiben noch lange liegen. Das Wetter draußen ist schrecklich. Gestern noch 30 Grad und heute gerade mal die Hälfte. Es ist zwar trocken, als ich mit Ellie Gassi gehe, aber windig und kalt. Da gehen wir doch schnell wieder ins Wohnmobil. Nach dem Frühstück ist es zwar immer noch trocken, aber die Luft ist sehr feucht. Da das Wetter aber heute noch so bleiben und es später am Tag wieder regnen soll, entschließe ich mich auf einen Spaziergang in den Ort Hedesunda.

Der ist eigentlich unscheinbar, aber er hat einen Supermarkt und da möchte ich noch ein klein wenig stöbern. Ich kann auch wieder ein paar leckere Teilchen ergattern. Die sehen aus wie Berliner, haben aber eine Vanillefüllung. Die schmecken wirklich toll. Die Tasche wird nicht sehr voll und wichtig waren eigentlich nur ein paar Aufbackbrötchen für die nächsten Tage. Zurück am Platz muss ich mich wieder im Wohnmobil aufwärmen. Der kalte Wind war wirklich sehr unangenehm.

Das schlechte Wetter nutze ich mal wieder, um ein neues Video fertig zu stellen. Das Netz ist aber hier nicht besonders stark und so kann ich es nicht hochladen. Ich hoffe, dass ich es an unserem nächsten Ziel schaffe, dass wir Morgen ansteuern wollen. Das Wetter soll aber noch schlecht bleiben und erst Übermorgen wieder besser werden. Aber das haben wir ja nicht in der Hand.

                                                                  Der Himmel brennt


Man könnte meinen, bei uns wohnt ein Geist. Ist aber nur die Spiegelung der untergehenden Sonne.
 
Tag 54 - Sonntag, 19.07.2026

Heute geht es für uns weiter und so packen wir ein und verabschieden uns von der netten und sehr freundlichen Dame, die uns hier am Platz begrüßt hatte. Wir unterhalten uns noch kurz, wünschen uns eine gute Zeit und verlassen den Platz. Das Wetter ist ganz gut, aber auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel werden wir wohl durch Regen fahren. Unser heutiges Ziel ist der Mälarbaden Camping in der Nähe von Eskilstuna und der Platz liegt am Mälarensee. 

Der See ist der drittgrößte See in Schweden und mit 1090 qkm etwa doppelt so groß wie der Bodensee. und ist über Kanäle und Schleusen mit der Ostsee verbunden. Selbst Stockholm liegt an diesem See. Wir erreichen den Platz ohne Probleme und melden uns an. Wir suchen uns zunächst eine Parzelle aus und buchen zunächst für vier Tage. Der Platz ohne Strom kostet etwa 32,-- Euro. Wir stehen auf einer sehr langen Parzelle, wo eigentlich auch zwei Wohnmobile hintereinander stehen könnten. Wir parken aber direkt am Zugangsweg, damit wir im Falle von feuchter Witterung nicht wieder in Schwierigkeiten kommen.

                                                     Unser Platz für die nächsten Tage

Wir stellen uns zunächst auf und ich gehe mit Ellie runter zum See und schaue mir das Gelände an, weil ich ja vielleicht mit dem Boot fahren möchte. Das Ufer sieht ganz gut aus und es gibt auch einen größeren Strandabschnitt, was für mich ganz geeignet ist. Aber das wird frühestens Übermorgen sein, da es Morgen noch zu windig wird. Der Regen, den wir noch auf der Fahrt hatten, ist abgezogen und nur noch ein kurzer Schauer erreicht uns am Nachmittag. Heute werden wir wohl nicht mehr viel machen und ruhen uns aus.
                                                Weiter geht die Fahrt wieder Richtung Süden



Tag 55 - Montag, 20.07.2026

Heute scheint wieder die Sonne, aber es ist immer noch stürmisch. Da es heute mit Segeln sicher nichts wird, möchte ich mit dem Rad nach Eskilstuna, der Hauptstadt der Region Södermanland. Mit etwa 68.000 Einwohnern ist sie schon eher eine Großstadt für schwedische Verhältnisse.Der heilige Eskil, ein englischer Missionar, wurde an seinem Bischofssitz Tuna um das Jahr 1080 begraben. Er gab der späteren Stadt ihren Namen. Nach mehreren Namensänderungen wurde die Stadt am 02.März 1833 Eskilstuna genannt.
                                                        Nette Fußgängerzone in Eskilstuna


                                                            Der zentrale Platz in der Stadt
                                                        Der räumt mit den Seerosen auf
                                                            Mal ein anderes Selfie
                                                        Werkzeug und Maschinenmuseum

Die Stadt ist eine Industriestadt, die insbesondere für die Produktion von Werkzeug und Waffen bekannt ist. Außerdem ist in Eskilstuna ein wichtiger Produktionsstandort des Baumaschinenherstellers Volvo Construction Equipment, welcher zum Konzern Volvo AB, mit Hauptsitz in Göteborg gehört. Ich erreiche die Stadt über schöne Radwege, die mich zunächst durch Felder und Naturschutzgebiete geführt hat. Es ist schon bezeichnend, dass es hier sehr gute Radwege gibt, denn ich bin auf dem Rückweg eine andere Strecke gefahren, weil ich noch etwas einkaufen wollte. Ich bin dabei nicht einen Meter über eine Straße gefahren.

Die Innenstadt ist recht attraktiv und hat eine schöne Fußgängerzone, große Plätze und ist eine Stadt am Fluss Eskilstunaan, der die beiden großen Seen Hjälmaren und Mälaren verbindet. Ich entdecke schöne Museen, die u. A. alte Maschinen beherbergt. Angesehen habe ich sie mir nicht. Auch einen Blick in die Klosterkirche habe ich geworfen. Ich bin dann noch auf dem Rückweg in einem Supermarkt gewesen, um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Ich denke, dass ich am Ende etwa 30 km geradelt bin.

Zurück am Platz habe ich mein Segelboot fertig gemacht, denn ich hoffe, Morgen aufs Wasser zu kommen. Nach dem späten Mittagessen habe wir die Sonne genossen, bei immer noch kräftigem Wind. Der Platz hat sich gut gefüllt und es ist mit vielen Kinder sehr lebhaft. 

Tag 56 - Dienstag, 21.07.2026

Heute hält sich der Wetterbericht an die Vorhersage. Es ist sonnig, warm und es weht ein Wind, der zum Segeln einlädt. Also mache ich mich nach dem Frühstück fertig und ziehe das Boot zum Ufer. Das sind etwa 250 Meter und dank dem Trolly, der sich schon bewährt hat, ist das auch recht einfach. Ich mache dann am Ufer das Segel fertig und lasse das Boot ins Wasser. Der Wind ist wirklich gut und kommt auch aus einer guten Richtung, denn ich kann sofort losfahren. Das Ufer ist auch nicht sehr flach und so komme ich gut weg.
                                                            Alles fertig aufgebaut
                                                                    Heute ist es super

                                                                Da ist jemand zufrieden

Auf dem See bläst der Wind ganz ordentlich, ohne mich aber zu überfordern. Ich taste mich aber langsam an etwas stärkeren Wind ran. Ich bin etwa 3,5 Stunden draußen und habe meinen Spaß. Die Vorhersage läßt den Wind zum Mittag schwächer werden und ich komme noch rechtzeitig wieder zurück, denn später schläft der Wind ein. Schon bald bin ich wieder am Platz und brauche eine Pause. Ich muss mal aus der Sonne raus. Nach dem Mittagessen mache ich eine kleine Pause.

Nach dem Kaffeetrinken mache ich mich mit dem Rad nachmal auf den Weg zum Supermarkt. Ich habe mir diesmal einen anderen ausgesucht. Er liegt etwa 6 km entfernt und ich komme dabei durch Torshälla, eine alte Stadt vor den Toren von Eskilstuna. Hier entdecke ich einige interessante Skulpturen, die sicher an die Eisen verarbeitende Industrie in der Umgebung erinnern soll. Nach dem Einkauf radele ich wieder zurück und nach einer Gassirunde mit Ellie lassen wir den Tag ausklingen.


                                                                    Kuriose Skulpturen
                                                                            Torshälla

Tag 57 - Mittwoch, 22.07.2026

Der Tag heute war als sehr schlecht vorhergesagt. Nahezu den ganzen Tag sollte es regnen. Am Morgen sah es aber etwas besser aus. Von Regen war nicht viel zu sehen, obwohl auf dem Regenradar ganz in der Nähe ein großes Regengebiet lag. Das wollte uns aber nicht erreichen. So habe ich nach dem Frühstück beschlossen, noch einmal nach Eskilstuna zu fahren. Jedoch war mein Ziel nicht die Innenstadt, sondern der Tuna-Park. Das ist ein großes Einkaufszentrum, teilweise komplett überdacht, wie wir es vom Centro in Oberhausen kennen.

Dort hat mich ein Mitarbeiter eines Telefonladens in der Innenstadt verwiesen, weil ich eine wasserdichte Handyhülle gesucht habe, die ich mit aufs Boot nehmen kann. Also bin ich mit dem Rad los auf den Weg, der etwa 13 km lang ist. Die Strecke kannte ich schon von meinem ersten Besuch der Stadt, wobei der Tuna-Park außerhalb angelegt ist. Ich erreiche eine weitläufige Anlage mit einzelnen größeren Geschäften und dem überdachten Park. Hier sind viele kleinere Geschäfte untergebracht.

In einem größeren Sportgeschäft außerhalb des Parks mache ich den ersten Versuch. Ich bin aber nicht fündig geworden. Ich wurde in den Park verwiesen, wo es noch ein ähnliches Geschäft gibt. Auch hier habe ich nicht das gewünschte Teil gefunden. Es gibt in dem Park einige Telefonanbieter, die aber meinen speziellen Wunsch alle nicht erfüllen konnten. So bin ich etwas frustriert wieder raus und zurück zu meinem Rad.

Ich habe dann noch ein großes Zoofachgeschäft besucht und habe nach etwas Leckerem für unseren Hund gesucht. Ich habe auch ein entsprechendes Sortiment gefunden. Die Preise haben mich aber umgehauen. Da hört man doch, Schweden sei nicht so teuer. Hier kosten die vergleichbaren Produkte annähernd das Doppelte vom Preis in Deutschland. Da muss unser Hund noch warten, bis er die mitgenommenen Leckereien aus Deutschland verbraucht hat.

Eher zufällig gab es neben dem Zoofachgeschäft ein großes Elektrofachgeschäft. Ähnlich wie bei uns führte der Laden auch Handys und Zubehör. Auf meine Frage, ob man so ein Zubehör führt, gab mir der Mitarbeiter zur Antwort: Natürlich haben wir so etwas und zeigte mir das Produkt. Perfekt!! Genau der Artikel, den ich gesucht habe. Eine Wasserdichte Hülle, die man um den Hals hängen kann. So hat sich am Ende doch noch alles zum Guten gewendet und ich bi anschließend sofort wieder zurück zum Platz, weil es am späteren Tag noch regnen soll.

Ich bin dann auf dem gleichen Weg wieder zurück und wir haben gleich zu Mittag gegessen. Anschließend habe ich das Wohnmobil noch mit frischem Wasser gefüllt und wir sind zur Rezeption, um noch bis kommenden Sonntag zu verlängern. Das Wetter wird in den nächsten Tagen wieder besser, aber auch windiger. Auf jeden Fall sollte es Morgen nochmal zum Segeln reichen. Danach soll der Wind wieder heftiger werden und ich muss sehen, ob das schon wieder zu viel für mich ist.

Am Nachmittag hat es noch leicht genieselt und wir haben trotzdem noch einen kleinen Spaziergang zum See gemacht. Der Wind war die ganze Zeit zu kräftig, um nochmal zu Segeln. Da hat der Wetterbericht von gestern wieder mal daneben gelegen. Mal sehen, ob er für die nächsten drei Tage an die Vorhersagen hält. Ich bin skeptisch!! 

                                                Hübsche Anwesen mit eigener Anlegestelle

Tag 58 - Donnerstag, 23.07.2026

Der Tag beginnt mit viel Sonne und frischem Wind. Hoffentlich wird es später nicht zu viel davon, weil ich ja segeln möchte. Laut Vorhersage soll es zum Mittag stärker werden. Aber zunächst frühstücken wir und danach mache ich mich startklar und ziehe das Boote zum See. Dort angekommen ist der Wind weg. Ich hoffe auf die Vorhersage und fahre raus. Ich muss tatsächlich etwas paddeln, damit ich vom Ufer weg komme. Aber auch weiter draußen gibt es kaum Wind.

Nur ein paar kleine Böen lassen das Boot Fahrt aufnehmen. Etwa auf der Mitte des Sees dann endgültig Flaute. Ich schaue auf den Wetterbericht und der hat sich gravierend verändert. Statt eine Zunahme des Windes schwächt es sich komplett ab. Ich drehe mit Mühe um und steuere wieder zurück. Das klappt nur bedingt, weil es einfach nicht vorwärts gehen will. Ich muss wieder mein Paddel zur Hand nehmen und die letzten etwa 500 Meter zurücklegen. Das ist wirklich nicht toll, aber was soll ich machen. Vorher auf den Wetterbericht schauen, wäre heute sinnvoller gewesen.
                                                       Wenigstens scheint die Sonne

Für Morgen ist wieder die gleiche Vorhersage, wie für den heutigen Tag. Mal sehen, was Morgen früh los ist. Ich packe alles wieder zusammen und es geht zurück zum Platz. Nach dem Mittagessen mache ich mich dann nochmal auf den Weg zum Supermarkt. Ich suche mir wieder einen anderen aus, damit man mal was anderes sieht. Der ist groß und gut sortiert. Viel kaufe ich nicht ein und bin über die Rechnung schockiert. Für das Bißchen habe ich fast 50,-- Euro ausgegeben und mußte dann feststellen, das ich beim Kauf der Hundeleckerchen gepennt habe. Ich habe wohl den Preis falsch gelesen. 

Bin dann wieder zurück zum Platz und da haben wir dann Kaffee getrunken und leckeren Blaubeerkuchen gegessen. Dann habe ich mich in die Sonne gesetzt und nix mehr gemacht. Nach einer Hunderunde und dem Abendessen lassen wir der Tag ausklingen.

Tag 59 - Freitag, 24.07.2026

Der Tag heute soll zum Segeln ideal werden. Falls sich der Wetterbericht an die Vorhersage von Gestern hält. Der Anfang ist ganz vielversprechend und es weht ein leichter Wind am Morgen. Nach dem Frühstück geht es dann auch gleich zum See. Der Wind steht gut, und ich komme gut vom Ufer weg. Es geht auch zügig raus auf den See und je weiter ich komme, je besser wird der Wind. Es geht recht flott zur Sache und es macht zum ersten Mal richtig Spaß. 

Ich komme recht weit raus, möchte aber in der Gegend bleiben, falls der Wind es sich mal anders überlegt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Richtung Mittag wird es kräftiger und das Boot und ich kommen an ihre Grenzen. Ich muß mich zum Teil richtig weit rauslehnen, damit das Boot nicht kippt. Aber es läßt sich leicht händeln und ich nehme richtig Fahrt auf. Nach gut drei Stunden auf dem Wasser merke ich, dass die Vorhersage für den Tag zutrifft, denn es wird zunehmend böiger und ruppiger.

So fahre ich Richtung Ufer zurück und komme auch wieder gut an, denn ich muss am Strand auch auf spielende Kinder aufpassen. Aber ich kann vorher aussteigen und schiebe die letzten Meter an Land. Das war heute wirklich ein gelungener Tag und im weiteren Verlauf des Tages wäre mir dann der Wind auch zu doll. Wir essen dann zu Mittag und ich gönne mir eine Pause und strecke mich auf dem Bett aus. Die teilweise unbequeme Haltung auf dem flachen Boot merke ich in meinen Knochen. Ein gewisser Muskelkater ist wohl vorprogrammiert.

Später trinken wir Kaffee und ich genieße die Sonne vor dem Wohnmobil. Am Abend gibt es noch musikalische Untermalung von einem Sänger an der Rezeption. Morgen soll das Wetter nicht mehr so schön sein. Der Wind könnte laut heute grenzwertig werden. Mal sehen, ob ich nochmal auf den See komme, denn Sonntag geht es für uns weiter. Leider hat das mit dem Filmen auf dem Boot heute nicht geklappt, weil es zu windig war.



Tag 60 - Samstag, 25.07.2026

Heute sollte es nochmal mit dem Wind klappen. Das Wetter ist wie vorhergesagt und die Sonne war nicht dabei. Aber es war wenigstens trocken. Nach dem Frühstück bin ich dann auf den See und es ging gang gut. Ich habe es diesmal auch geschafft, ein Video zu erstellen, was aber wieder nicht so doll war. Ich mußte ein gutes Stück rausschneiden. Ich muss da noch ein bißchen basteln, damit die demnächst besser werden.

Ich weiteren Verlauf wurden die Windböen aber immer fieser und heftiger, dass es dann keinen Spaß mehr gemacht hat und ich mußte zusehen, dass ich wieder ans Ufer komme. Das hat dann aber auch geklappt und das reichte mir dann für heute. Ich habe dann wieder eingepackt und bin zum Platz zurück. Nach dem Mittagessen habe ich dann das Boot wieder abgerüstet und in die beiden Taschen gepackt. Auch der Teil geht jetzt immer besser von der Hand. 
                        Habe leider kein neues Bild gemacht, dass hier war vom letzten Ausflug.

Auch heute habe ich wieder eine kleine Pause eingelegt und meine müden Knochen ausgestreckt. Ich hoffe, dass der Muskelkater nicht so schlimm wird. Das Wetter wurde zum Nachmittag schlechter, wie auch vorhergesagt. Es hat auch mal geregnet, später wurde es dann aber wieder trocken. Der Rest des Tages plätscherte dann so dahin und ich bin mit Ellie noch auf eine größere Runde gelaufen. Ich wollte schauen, ob ich auf die kleine Insel komme, die ich vom Wasser aus gesehen habe. Aber leider war der Rest ein privater Weg.

Den Abend haben wir dann gemütlich im Wohnmobil verbracht und Morgen geht es dann für uns wieder ein Stück weiter.
                                                                    Morgens am See

Tag 61 - Sonntag, 26.07.2026

Heute geht es für uns weiter Richtung Süden. Der Tag verspricht sonnig und angenehm warm zu werden. So packen wir nach dem Frühstück ein und verlassen den Platz. Gut 140 km wird unsere Strecke heute betragen und unser Ziel ist ein Stellplatz am Götakanal. Die Straßen sind am Sonntag gut zu befahren und es sich wieder viele Freizeitfahrzeuge unterwegs. Aber selbst auf einem Campingplatz ist die Fluktuation erstaunlich hoch. Viele bleiben nur ein oder zwei Tage, das ist man sonst auf son Plätzen nicht gewohnt.

Unser Ziel ist der Stellplatz "Kapten Billes" in Norsholm. Den kennen wir schon von unserem letzten Besuch in Schweden vor zwei Jahren. Wir erreichen den Platz kurz nach Mittag und suchen uns eine Parzelle mit Blick auf den Kanal. Es gibt dort zwei Platzbereiche. Einer befindet sich direkt neben dem Hauptgebäude, dem Restaurant und der Anmeldung und ein weiterer ein Stück weiter am Kanal entlang. Wir wollten eigentlich einen Platz ohne Strom, aber da haben wir wohl die beiden Stellflächen verwechselt und uns auf einen Platz mit Strom gestellt.


                                                             Unser Platz am Götakanal

Aber egal und wir stellen uns auf und gehen zur Anmeldung. Wir wollen zwei Tage bleiben und zahlen pro Tag etwa 27,-- Euro mit Strom, Sanitär usw. Selbst Waschmaschine und Trockner sind im Preis inbegriffen. Nach der Anmeldung essen wir zu Mittag und versuchen dann, eine Maschine zu waschen. Das klappt nicht, da die gerade belegt ist. Also später ein weiterer Versuch. Ich mache eine kleine Pause und danach gehen wir nochmal hin. Auch da haben wir wieder Pech. Ist wohl sehr gefragt. Also wieder zurück. Ich setze mich mit Kaffee und Plätzchen in die Sonne und schaue dem Treiben auf dem Kanal zu.
                        Noch ist die Anlegestelle leer. Am. Abend war hier kein freier Platz mehr
                                                    Auch Ausflugsschiffe fahren hier
                                                        Die Schleuse von Norsholm
                                    Restaurant und Anlegestelle von der Schleusenbrücke aus

Wie auch bei den Wohnmobilen, füllen sich die Anlegestellen hier im Hafen zusehends. Anfangs standen hier nur ein paar Boote und zum Abend sind die Plätze belegt und es sind ca. 20 Boote, hauptsächlich Segelboote vor Ort. Auch der Stellplatz ist am Abend sehr gut belegt. Also ist es wie immer, früh ankommen lohnt sich. Wir machen uns dann noch auf den kurzen Weg zum nahen Supermarkt, der sehr klein ist. Aber auch hier bekommen wir fast alles, was auf unserem Zettel stand. Zurück am Platz setze ich mich noch eine Weile raus, bis die Sonne hinter Wolken verschwindet und der kühle Wind unangenehm wird. So geht der Tag zu Ende.

Tag 62 - Montag, 27.07.2026

Der Tag heute beginnt schon mal sehr freundlich. Nach dem Frühstück wollen wir nochmal versuchen, unsere Wäsche zu waschen. Das klappt dann tatsächlich und so schaffen wir es, über den Tag verteilt, zwei Maschinen zu waschen und zu trocknen. Wobei die erste Maschine nicht wirklich trocken geworden ist. Der Trockner ist wohl nicht mehr der Beste. Einige Wäschestücke baumelten später an Wäscheleinen vor dem Wohnmobil. Die zweite Maschine wurde trockner, aber nur, weil der Trockner über vier Stunden lief. Aber so sind wir für die nächsten Wochen wieder versorgt.

                                                    Viele Boote passen nicht in die Schleuse
                                                    Die Schleuse von der anderen Seite
                                                    Der Stellplatz von der anderen Kanalseite
                                                              Das schöne Restaurant

Wir haben am Mittag eine Familie kennen gelernt, die mit einem gecharterten Boot den Götakanal befahren. Bei dem Preis für sieben Tage bin ich fast nach Hinten rüber gefallen. Mit allem hat der Spaß etwa 4.000,-- Euro gekostet. Wir haben uns dann noch eine Weile unterhalten. Nach dem Mittagessen bin ich mit Ellie eine große Runde durch den Ort gegangen und habe mir nochmal eine Schleusung angeschaut. Am jeweiligen Ende der Schleuse muß einmal eine Straße verschoben werden und auch die zweigleisige Zugstreccke muß hochgeklappt werden. Das habe ich auch noch nicht gesehen.

Da das Wetter heute mitgespielt hat, habe ich lange in der Sonne gesessen. Auf dem Kanal gab es ein Kommen und Gehen und es gab immer etwas zu sehen. Auch ein tolles altes Boot mit Namen Cornelia hat vor unserer Nase angelegt. Das hat meine Frau natürlich gefreut. Zum Nachmittag bin ich dann nochmal über das Gelände gelaufen und habe ein paar Filmchen für meine Videos gedreht. Schließlich habe ich schon mal alles eingepackt, was wir heute nicht mehr benötigen, denn Morgen geht es für uns weiter. 



Tag 63 - Dienstag, 28.07.2026

Heute ging es dann für uns weiter und wir sind relativ früh aufgebrochen. Da wir weiter in den Süden von Schweden fahren, wird die Gefahr größer, keine freien Plätze mehr zu bekommen. Da wir noch nie reserviert haben, wird die Luft im Süden immer dünner, da auch viele Schweden eher im Süden ihren Urlaub verbringen. Für uns ging es zu unserem neuen Ziel nach Vetlanda und dort auf den Camping Östana am See Grumman.

Die Strecke betrug etwa 170 km und wir kommen gut durch. Wir finden den Platz ohne Probleme und stellen uns auf den oberen Platzbereich, der recht neu angelegt aussieht. Der Platz ist erst halb gefüllt und wir stellen uns auf. Dann gehen wir zur Rezeption und erfahren, dass die Parzelle bereits gebucht ist. Wir bekommen anscheinend die letzte frei Parzelle ein Stück weiter. Die nehmen wir natürlich, denn eine Alternative für heute haben wir uns nicht ausgesucht. Der Platz liegt auf einer kleinen Anhöhe über dem eigentlichen Campingplatz und dem See.

                                                Unsere Parzelle für die nächsten Tage

                                                              Mit Blick auf den See

Wir haben aber nur einen Platz im hinteren Bereich bekommen, aber einen Blick auf den See haben wir trotzdem. Zum Abend ist jeder Platz belegt und wir haben mal wieder viel Glück gehabt. Nun stellen wir uns auf und essen zu Mittag. Das Wetter ist zwar schön, aber sehr windig und sobald die Sonne mal hinter Wolken verschwunden ist, wird es schnell kühl. Zum Nachmittag wird es aber zunehmend sonniger und wir können draußen sitzen. Wir zahlen für den Platz knapp 28,-- Euro mit Strom und allen Nebenkosten.

Nach der Fahrerei ist Ruhe angesagt und so machen wir den Rest des Tages nichts mehr. Übermorgen geht es für uns dann weiter und wir werden wohl an die Ostseeküste fahren. Geplant war noch ein Zwischenstop, aber der Campingplatz, den wir schon kennen, wird wohl voll sein. Wir werden dann wohl direkt zum nächsten Platz fahren, der eher ein Stellplatz ist und für Familien weniger interessant erscheint. Auch den kennen wir schon und dort erhoffen wir uns noch freie Flächen. Das währen dann aber 280 km, aber meine Frau möchte einen Teil der Strecke übernehmen.
                                                  Langsam schließt sich der Schwedenkreis

Tag 64 - Mittwoch, 29.07.2026

In der Nacht hat es wohl etwas geregnet, aber am Morgen hat man davon nicht mehr viel gesehen. Es ist zwar noch bewölkt, aber schon recht mild. Im Laufe des Vormittags kommt die Sonne immer besser zum Zug und gegen Mittag ist es schon fast zu warm, um direkt in der Sonne zu sitzen. Ich schnappe mir daher das Rad und fahre in den Ort Vetlanda. Der ist ganz nett, hat aber kein einheitliches Zentrum und ist ist alles etwas verwinkelt.

Ich fahre zum Maxi-ICA und kaufe einige Lebensmittel ein. Leider habe ich schon wieder die leeren Flaschen und Dosen vergessen, denn es gibt ja inzwischen auch hier ein Pfandsystem. Die Strecke war etwa vier Kilometer und gut über Radwege zu erreichen. Ich bin dann wieder schnell zurück, weil ich uns auch noch etwas Eis besorgt habe. Dann essen wir zu Mittag und wir hocken uns wieder raus. Es ist aber tatsächlich zu warm und wir verziehen uns ins Wohnmobil.

                                            Die Stände mit Süßigkeiten werde ich vermissen

Später mache ich mich aber doch nochmal auf in die Stadt, denn ich möchte die Pfandflaschen los werden. Ich nehme dazu den Lidl, denn der ist der nächste Supermarkt vom Platz aus. Dort gebe ich die Flaschen ab und tausche gegen ein paar Süßigkeiten. Dann geht es wieder zurück zum Platz. Den Rest des Tages vertrödeln wir am Platz, denn Morgen wollen wir ein größeres Stück weiter. Unser Ziel ist ein kleiner Ort an der Südspitze Schwedens, an der Ostsee gelegen. Das wird dann unser letzter Ort in Schweden.

Tag 65 - Donnerstag, 30.07.2026

Heute geht unsere Reise weiter und wir nehmen unser letztes Ziel in Schweden in Angriff. Wir möchten nach Käseberga an der Ostsee. Das liegt ganz im Süden Schwedens, etwa gegenüber Stralsund. Dort auf dem Stellplatz haben wir vor zwei Jahren schon einmal gestanden. Unter Anderem möchte meine Frau Morgen gerne in den dortigen kleinen Hafen. Da sie Geburtstag hat, möchte sie gerne in der großen Fischräucherei einkaufen. Das möchte sie gerne als Geschenk haben. Das sollte uns doch wohl gelingen.

Käseberga ist aber eher für die älteste Schiffssetzung in Skandinavien bekannt. Sie stammt wohl um 600 n. Chr. und ist ein Zuschauermagnet hier in der Region. Der dortige Stellplatz ist bekanntermaßen am Nachmittag immer ausgebucht, daher machen wir uns am Morgen auch schon früher als sonst auf den Weg. Schon um viertel nach neun sind wir unterwegs und tanken nochmal auf. Die heutige Strecke beträgt etwa 280 Kilometer. Eigentlich wollen wir so große Strecken nicht zurücklegen. Da wir im Schnitt sicher nicht über 70 km pro Stunde kommen, sind wir also etwa vier Stunden unterwegs.

Aber meine Frau hat mir versprochen, dass sie auf mal fährt. Das hat sie dann auch eingehalten und ist etwa die Hälfte der Strecke gefahren. Das ist dann für mich eine Erleichterung, da man hier ja nur über Nebenstrecken unterwegs ist und die Aufmerksamkeit ist immer sehr hoch. So zieht sich die Strecke auch wie Gummi und wir sind froh, als wir endlich am Ziel sind. Wir werden vom Platzteam begrüßt und bekommen für drei Tage einen "Sonderpreis" von 50,-- Euro, ohne Strom. Das ist eher günstig und auch wieder sehr ungewöhnlich für Schweden. Der Mitarbeiter knöpft uns das Geld in Bar ab und wir erhalten keine Quittung. Na wenn das bei dem Gedränge auf dem Platz gut geht.


Die Parzellen auf Rasen sind aber recht großzügig und wir haben genug Platz. Schnell haben wir uns aufgestellt. Da es schon spät ist, trinken wir zunächst Kaffee und essen ein Paar Berliner dazu. Erst später am Tag holen wir eine Mahlzeit nach. Das Wetter ist sehr sonnig und warm und ich mache mich mit dem Hund auf den Weg zu den Steinen. Natürlich haben wir uns das schon vor zwei Jahren angesehen, aber interessant ist es aber immer.






                                                    Der kleine Hafen von Käseberga

Auch habe ich gehofft, dass ich hier an der Steilküste Gleitschirmfliegen sehen kann, die hier vor zwei Jahren ihren Spaß hatten. Leider ist der Wind heute nicht günstig und er weht parallel zur Küste und ist daher nichts für die Piloten. Aber die Sicht auf die Ostsee ist toll von der etwa 40 Meter hohen Steilküste. Die historische Kultstätte ist gut besucht und ist vom Stellplatz aus in etwa einem Kilometer erreichbar. Neben dem Platz gibt es auch einen sehr großen Parkplatz, der recht voll ist. Dann geht man in einem Fußweg den teilweise steilen Weg rauf auf das Plateau.

Ich gehe zunächst an der Steilküste entlang und beobachte in der Ferne eine Fähre und ein paar Segelboote, die im gleißenden Licht der Sonne über das Meer fahren. Im großen Bogen gehe ich dann zu den Steinen, die in der Form eines Schiffes hier stehen. Die Anlage ist 67 Meter lang und 19 Meter breit und besteht aus 69 Steinen, die hauptsächlich aus der Gegend stammen. Die Steine sind zwischen 0,5 und 1,8 Tonnen schwer und jeweils am Bug und Heck befinden sich die Größten Steine. 

Ich gehe dann aber wieder zurück und mache noch einen Abstecher zum kleinen Hafen des Ortes. Auch hier ist noch reger Besucherandrang und ich gehe aber schnell weiter, da ich ja noch den Hund dabei habe. Jetzt ist der Hund hoffentlich Müde genug und läßt uns in Ruhe. mal sehen, wie sich der spätere Abend entwickelt, weil sich gegen 23 Uhr ein Gewitter angekündigt hat. Das ist mal garnichts für unseren Hund. 

Tag 66 - Freitag, 31.07.2026

Gestern am späten Abend hat es ein kurzes Gewitter gegeben und es hat etwas geregnet. Heute Morgen hat man davon nicht mehr viel gesehen. Das Wetter war zwar noch bewölkt, aber die Sonne konnte sich schnell durchsetzen. Nach dem Frühstück sind wir in den kleinen Supermarkt gegangen, der sich unmittelbar neben dem Stellplatz befindet. Der ist wirklich sehr klein und kommt ohne Personal aus. Man sucht sich die Dinge aus, die man kaufen will und scannt sie selber ein und bezahlt mit Karte. Auch Dinge, die abgewogen werden müssen gehen über diese Kasse. Aber wir haben nur drei Sachen gekauft, geklappt hat aber alles gut. Die Auswahl ist wirklich klein, aber für das Notwendigste ist alles vor Ort.
                                                    Der kleine Selbstbedienung-Supermarkt
                                                                Der Pizza-Traktor

Richtung Mittag sind wir dann in den Hafen gelaufen, denn meine Frau hat sich zu ihrem heutigen Geburtstag ein Fischgericht gewünscht. Es gibt im Hafen ein entsprechendes Restaurant mit Blick auf die Ostsee und dort wollen wir hin. Es ist aber noch recht früh und so beschließen wir, die Schiffssetzung auf der Steilküste zu besuchen. Das ist vom Ort aus schnell erreicht. Heute sind auch die Gleitschirmfliegen wieder dabei und ich kann einige schöne Aufnahmen machen. Lange halten wir uns aber nicht auf und so gehen wir wieder in den Hafen.
                                                    Gleitschirmfliegen zum anfassen
                                                                    Richtig was los

Wir sind überrascht, wie schnell sich der Hafen und das Restaurant gefüllt hat. Mit Mühe haben wir noch einen Platz an der Glasscheibe mit Blick auf die Ostsee ergattert. Ich habe dann draußen vor dem Lokal bestellt, denn es ist ein SB-Restaurant. Dann haben wir gewartet, bis unser Pieper anschlägt und ich habe das Essen abgeholt. Gegessen haben wir beide Fisch und Chips. Der Fisch war super, aber die Pommes waren leider etwas zu fettig und weich. Aber geschmeckt hat es trotzdem.
                                                                    Lecker Essen
                                                        Mit Aussicht auf die Ostsee

Anschließend haben wir in der Fischräucherei noch zwei geräucherte Makrelen gekauft, die wir zum Abendbrot essen wollen. Dann haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Die Sonne scheint schön und der eher kühle Wind lädt zu einem Sonnenbad ein. In der Sonne kann man es gut aushalten und so bleiben wir bis zum Kaffee sitzen. Danach möchte ich nochmal zur Küste und schaue mich dort um. Mich zieht es aber nochmal zu den Gleitschirmflieger, die bei einem kräftigem wind an der Steilküste ihre Freude haben.



                                                        Hübsche kleine Häuser
                                            Der Postbote hat hier nur eine Anlaufstelle
                                                                Blick über Käseberga

Aber der frische Wind kühlt mich dann doch aus und trete den Rückweg an. Zum Abend lassen wir es uns mit dem leckeren Fisch schmecken. Den morgigen Tag werden wir noch hier verbringen, bevor wir am Sonntag rüber nach Dänemark fahren.

Tag 67 - Samstag, 01.08.2026

Der Tag hat heute stark bewölkt begonnen und ich habe mich dazu entschlossen, mit dem Roller nach Ystad zu fahren. Dort waren wir schon vor zwei Jahre mit dem Wohnmobil. Leider ist der dortige Stellplatz zu schmal für Wohnmobil mit Anhänger. So mache ich so einen Besuch in der interessanten Stadt. Es ist eine echte Küstenstadt in Südschweden in der die Krimis um den Kommissar Kurt Wallander von Henning Mankell spielen.

Von unserem Platz aus sind es nur 18 Kilometer, die sind mit dem Roller schnell abgefahren. Ich parke den Roller am Bahnhof, in der Nähe der Innenstadt. Die hat eine schöne Einkaufszone, die auch heute sehr gut besucht ist. Ich schlendere durch die Straßen und gehe auch durch die Nebenstraßen, die sich als sehr hübsch entpuppen. Hier ist man schnell in der Altstadt und an Orten, die historischen Charakter haben. Man entdeckt immer wieder schöne Stellen.
                                            Schöne und sehr belebte Fußgängerzone


                           Abseits der Fußgängerzone gibt es schöne Einblicke in die Altstadt

                                                        Kräutergarten beim Kloster
                                                        Der zentrale Platz in Ystad
                                                        Die Fähre nach Swinemünde

Das Wetter bleibt trocken und bedeckt, aber angenehm mild und ich muss in meinen dicken Klamotten nicht schwitzen. Auf dem zentralen Platz nehme ich mir Erdbeeren mit, die hier eine sehr dunkles Rot aufweisen. Dann mache ich mich aber auch wieder auf den Rückweg und werde mit dem Mittagessen erwartet. Die Sonne kämpft sich mehr und mehr durch die Wolken und ich lege eine kleine Pause ein. Zum Kaffee essen wir einen kleinen Kuchen, den wir vorher aufgebacken haben. Nun ist die Sonne voll da und ich stelle mir einen Stuhl raus.

Ich gehe zwischendurch mit dem Hund raus und stelle dabei fest, dass die Parkflächen neben dem Stellplatz komplett belegt sind. Auch etwa 30 Wohnmobile stehen hier. Zum Nachmittag wird auch der Stellplatz voll und die Mitarbeiter vom Platz füllen jede Lücke. Aber es bleibt auch hier dabei, dass es immer einen Mindestabstand von vier Metern gibt. Das ist bei uns in Deutschland leider sehr selten auf Stellplätzen. Zum Abend packe ich den Roller wieder auf den Anhänger, denn Morgen soll es für uns weiter gehen. Wir werden dann Schweden verlassen und nach Dänemark wechseln.

Tag 68 - Sonntag, 02.08.2026

Heute verlassen wir Schweden über die große Brücke und wechseln wieder nach Dänemark. Daher packen wir in Ruhe ein und verlassen den Platz. Die heutige Strecke ist nicht besonders lang und wir haben uns wieder den Stellplatz an der Marina in Greve ausgesucht. Da können wir in der Regel stehen, ohne den Anhänger abzuhängen, falls wir noch einen Platz bekommen. Die knapp 100 Kilometer legen wir ohne Probleme zurück und kommen ohne Probleme an. Platz ist auch noch vorhanden und so stellen wir uns auf.

                                        Über die Öresundbrücke zurück nach Dänemark

                                                        Der Stellplatz an der Marina
                                        Es stehen immer noch die schönen Boote im Hafen
                                                Ausflug zum nahen Hundestrand

Das Wetter ist angenehm sonnig und mild und noch keine Spur von Hitze, wie in Deutschland. Der frische Wind kühlt uns eher ein wenig aus. Ich gehe mit Ellie an den Hundestrand und schaue mich etwas um. Vor zwei Jahren bin ich hier noch schwimmen gewesen. Heute ist es mir zu kalt. Wir wollen auch nur eine Nacht bleiben und Morgen weiter fahren. Daher machen wir auch nichts besonderes mehr und ruhen uns aus. Ich setze mich noch etwas in die Sonne und später gehen wir nochmal mit Ellie an den Strand. Hier ist aber auch nicht viel los.

So lassen wir den Tag im Wohnmobil ausklingen.

Tag 69 - Montag, 03.08.2026

Nach nur einer Nacht geht es für uns weiter. Wir verlassen den Platz und fahren auf die E20 Richtung der Insel Fynen. Wir hatten uns zunächst einen Platz in Korsor ausgesucht, der vor der Storebeltbrücke liegt. Nach einigen Überlegungen haben wir uns aber wieder anders entschieden, weil uns der Platz nicht so richtig zugesagt hat. Der wäre in etwa 100 Kilometern zu erreichen gewesen. Dann entscheiden wir uns doch, wieder auf den Platz in Middelfahrt zu fahren. Da wissen wir, was wir haben und können auch den Anhänger abstellen.

Das sind dann aber insgesamt etwa 185 Kilometer, die wir auf der Autobahn zurücklegen. Über die Storebeltbrücke  haben wir auf der Hinfahrt 137,-- Euro bezahlt und nun stand auf der Quittung 31,-- Euro. Da haben wir mal wieder Glück gehabt. Da hat die Kamera wohl noch den PKW vor uns erfasst. Uns sollte es Recht sein. Wir erreichen dann den Platz, der schon sehr voll ist. Wir erwischen einen der letzten Plätze, wo wir den Anhänger hinstellen können. Am Abend ist der Platz mehr als voll.
                                            Es geht mal wieder über die großen Brücken

                                                Der Platz in Middelfahrt ist schon sehr voll

Wir haben uns dann eingerichtet und zu Mittag gegessen. Das Wetter ist sonnig und warm und wir müssen die Fenster öffnen. Wir machen eine kleine Pause und gehen dann in den nahen Supermarkt, wo wir fehlende Lebensmittel einkaufen und etwas zum Kaffee mitnehmen. Später gehe ich mit Ellie auf eine Gassirunde. Es weht ein frischer Wind am Meer, den man auf dem Stellplatz nicht wahrnimmt. Wir machen dann für heute Feierabend. 

Tag 70 - Dienstag, 04.08.2026

Heute ist wieder ein schöner Tag, der zwar etwas bewölkt beginnt, zum Nachmittag aber sehr schön und warm werden soll. Nach dem Frühstück gehe ich mit Ellie auf eine größere Runde am Wasser entlang bis zum alten Hafen. Ein Blick auf die Wetterkarte sagt mir aber, dass es in gut einer halben Stunde einen kleinen Schauer geben soll. Das muss ich im Auge behalten. Ich schaue mir die alten Boote an, die in den kleinen Werften liebevoll restauriert werden.

Ich gehe bis in den Wald und vergewissere mich nochmal wegen dem Regen. Der nähert sich und ich mache mich auf den Rückweg. Kurz vor dem Stellplatz beginnt es zu regnen und ich bekomme noch etwas davon ab. Da bietet es sich an, die Zeit nützlich zu überbrücken. Ich mache mich auf und stelle ein neues Video zusammen. Leider sind die Datenvolumen auf unseren beiden Handys abgelaufen und das WLAN vom Platz ist nicht stabil. Unser Handybetreiber hat das Handy meiner Frau stillgelegt, weil sie das Datenvolumen über die Maße ausgenutzt hat.
                                                            Blick Richtung alten Hafen
                                                Die hübsche Fußgängerzone von Middelfart

Wie weit man das überschreiten darf stand aber nirgendwo hinterlegt. Mein Datenvolumen gibt aber noch etwas her und so läuft alles im Moment über mein Handytarif. Morgen geht es für uns weiter und auf unserem letzten Platz in Dänemark soll es ein gutes WLAN geben. Bis dahin halten wir uns über Wasser. Nach dem Mittagessen gehe ich auf einen Spaziergang am Wasser vorbei in die Stadt. Die kleine aber feine Fußgängerzone ist belebt und die Geschäfte sind offen. Ich gehe danach in den nahen Supermarkt und hole uns etwas zum Kaffee.
                                             Blick auf den kleinen Belt aus der Stadt heraus

Den genießen wir später dann auch und ich mache noch eine Runde mit Ellie zum Wasser. Dort setze ich mich eine Weile ans Ufer und schaue den Segelschiffen zu, die bei gutem Wind über den kleinen Belt fahren. So ein Segelboot, auf dem man auch Leben könnte, wäre auch etwas nach meinem Geschmack. Aber man kann schließlich nicht alles haben und außerdem bekäme ich meine Frau nicht auf so ein Boot. So vergeht auch dieser Tag mit Sonnenschein und wärme. In der zweiten Nachthälfte soll uns ein Gewitter erreichen. Mal sehen, ob das zutrifft, denn dann wäre die Nacht wohl zu Ende.

Tag 71 - Mittwoch, 05.08.2026

Nach zwei Nächten geht es für uns weiter. In der zweiten Nachthälfte gab es das vorhergesagte Gewitter mit ordentlich viel Blitzen, Donner und Starkregen. Das hat uns natürlich einige Zeit wach gehalten, denn auch unser Hund mag das überhaupt nicht. Danach haben wir noch bis etwa acht Uhr geschlafen und sind dann aber aufgestanden, denn wir wollten ja wieder weiter. Rückblickend muss man zu Middelfart sagen, dass es zwar eine hübsche Stadt ist, wo man auch einige schöne Dinge entdecken kann, aber der Stellplatz liegt nunmal recht zentral in der Stadt und es ist mitunter recht laut.

Aber das wussten wir ja von früheren Besuchen hier. Wir haben uns dann auf den Weg gemacht und noch einen weiteren Platz in Dänemark angesteuert. Unser heutiges Ziel ist der Vadehavs-Camping in der Nähe von Hoyer. Der Platz liegt unmittelbar am Wattenmeer der Nordsee, gegenüber von Sylt. Den Platz findet man auch öfter unter dem Titel Syltblick. Wir fahren mehr als die Hälfte der heutigen Strecke von etwa 118 Kilometern über Landstraßen. Das zieht sich wie Gummi und dauert entsprechend lange. Aber wir erreichen den Platz ohne Probleme und halten an der Rezeption an.
                                                Unsere Parzelle hier auf dem Stellplatz
                                                        Schönes Sanitärhaus in der Nähe

Hier werden wir sehr freundlich von einer deutsch sprechenden Dame empfangen. Den Stellplatz erreicht man nur, wenn man zuerst über den vorgelagerten Campingplatz fährt. Dahinter erstreckt sich der noch recht neue Bereich mit 61 Stellflächen. Die Parzellen sind großzügig und sind zwischen 6 - 8 x 12 Meter. Er liegt direkt hinter dem Deich, mit Blick rüber nach Sylt. Es bläst ein sehr frischer Wind und bei uns Zuhause würde man das schon als stürmisch bezeichnen. Wir gehen zunächst zum Stellplatz und suchen uns eine Fläche aus. Dann geht es zurück und die Mitarbeiterin hilft uns bei der recht umfangreichen Anmeldung an einem Automaten.
            Blick vom Deich und am Horizont kann man Sylt erkennen (nur nicht auf diesem Bild)
                                                            Fähre von Romö nach Sylt

Wir zahlen 440 dänische Kronen für zwei Tage. Im Preis inbegriffen sind 50 Kronen für Strom (etwa 7 kw) und 5 Duschen. Alles gibt es über einen pers. Code, der auf der Quittung ausgedruckt wird. Damit hat man Zugang zu den Duschen und den Stromsäulen. Nicht verbrauchte Beträge bekommt man bei der Abfahrt zurück. Das würde bei uns etwa 26,-- Euro pro Tag bedeuten, da wir ja keinen Strom benötigen. Wir stellen uns dann auf und wundern uns, dass der Platz so leer ist, obwohl doch Hochsaison ist. Bei näherer Betrachtung muss man aber erwähnen, dass hier nichts los ist.

Außer dem Campingplatz gibt es hier nur ein paar Häuser und Ferienwohnungen. Der Ort Hoyer ist etwa drei Kilometer entfernt und es gibt auch keinen Zugang zum Wattenmeer. Also wer hier mehr erwartet, ist fehl am Platze. Daher verwerfen wir den Gedanken, noch bis Sonntag zu verlängern. Wir belassen es bei den beiden Tagen und fahren dann rüber ins nahe Heimatland.

Tag 72 - Donnerstag, 06.08.2026

Der stürmische Wind wird uns auch heute noch begleiten und ab Mittag soll es noch ein Stück schlimmer werden. Es bleibt aber zunächst trocken und so frühstücken wir erst einmal gemütlich. In der Sonne ist es eigentlich ganz angenehm, aber der Wind stört schon gewaltig. Meine Pläne, mit dem Rad nach Hoyer zu fahren, begrabe ich. Ich gehe aber mit dem Hund zum Deich und laufe ein gutes Stück auf dem Radweg entlang. Leider gibt es hier keine Möglichkeit ans Wasser zu gelangen, wobei es auch keinen Strand gibt.

Der Wind ist schon heftig, hier vor dem Strand, aber das soll ja auch gesund sein. Dem Hund scheint es zu gefallen und weil niemand in der Nähe ist, lasse ich ihn ohne Leine laufen. Im weiteren Verlauf des Weges sind aber Schafe auf dem Deich und so muss der Hund wieder an die Leine. Ich überquere nun den Deich und laufe in seinem Windschatten. Hier ist es richtig angenehm, solange die Sonne scheint. Aber auch ein kleiner Schauer erreicht uns. Er geht aber so schnell, wie er gekommen ist. 

                                        Sonne und dicke Wolken wechseln sich schnell ab

Wir landen wieder in Wohnmobil und weil sich der Platz wieder sehr geleert hat, gehe ich Duschen. Die sind in einem tollen Zustand und sehr großzügig. Da das Wetter eher noch schlechter wird, mache ich mich an ein neues Video. Da das WLAN hier sehr gut ist, komme ich auch gut voran und am frühen Abend ist es auch schon fertig und ich kann es hochladen. Auch das klappt sehr schnell. Draußen ziehen kleine Schauer vorbei und ich nutze eine Pause und mache ein paar kleine Videos, damit ich später wieder etwas für YouTube habe. Ich will natürlich unsere gesamte Reise filmen.

Außer einer kleinen Gassirunde mache ich aber nicht mehr viel. Morgen geht es wieder über die nahe Grenze und wir wollen nach Dagebüll. Dort hoffen wir darauf, mal wieder leckeren Fisch zu bekommen.

Tag 73 - Freitag, 07.08.2026

Heute verlassen wir den Stellplatz in Hoyer und damit auch Dänemark. Bei trockenem, aber immer noch windigem Wetter machen wir uns auf den Weg. Unser heutiges Ziel ist Dagebüll, was nur 37 km von hier entfernt ist. Es geht überwiegend über recht schmale Straßen in der Nähe der Küste. Es wird nur ein paar mal etwas eng, als uns größere Fahrzeuge entgegen kommen. Ohne Probleme erreichen wir den großen Stellplatz in Dagebüll. Den kennen wir schon von einem Besuch von vor zwei Jahren. Im Bereich der kleinen Ortschaft und dem großen Parkplatz für die vorgelagerten Inseln liegt der Platz, nahe des Deiches.


                                                        Unsere Parzelle in Dagebüll

Wir suchen uns einen der größeren Plätze und stellen uns auf. Wir wollen hier zwei Nächte bleiben und zahlen dafür 29,-- Euro pro Tag. Strom käme noch dazu, den wir aber nicht benötigen. Wir stellen uns auf und essen zunächst zu Mittag. Anschließend machen wir uns auf den Weg in den Ort. Eigentlich ist der Ort etwa zwei Kilometer im Hinterland. Hier am Fährhafen nach Föhr und Amrum haben sich einige Hotels, Ferienhäuser und Geschäfte angesiedelt. Viel ist es nicht, aber man hat eine gewisse Auswahl. Leider ist das Wetter noch nicht gut und es nieselt etwas. Ich hole mir in einer Bäckerei etwas zum Kaffee, während meine Frau lieber eine Fischfrikadelle bevorzugt.

Wir gehen dann zum Platz zurück und ich trinke dann Kaffee mit leckerer Torte. Das Wetter wird zusehends besser und dann scheint die Sonne von einem fast blauen Himmel. Der Hund drängt nach draußen und ich gehe mit ihm zum Fährhafen, wo gerade eine Fähre einläuft. Es herrscht reger Verkehr, denn es ist schließlich Hochsaison. Ich gehe dann ein Stück am Deich entlang und setze mich auf die Wiese oben am Deich und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Dabei kann man gut das Treiben am Ufer und am Fährhafen beobachten. Es sind sogar einige Menschen im Wasser.


                                                                     Pause am Deich
                                                           Ein Wirrwarr in der Ferne
                                Ein von mehreren Fähren, die hier nach Föhr und Amrum fahren.
                                                    Blick zu den Geschäften und Restaurants

Ich gehe dann aber wieder zurück zum Platz und stelle mir noch einen Stuhl in die Sonne. So bleibe ich noch eine gute Weile sitzen, bis es mir zu frisch wird. Morgen soll den ganzen Tag schönes Wetter herrschen. Mal sehen, was wir da so machen.

Tag 74 - Samstag, 08.08.2026

Heute sieht die Welt doch schon wieder sonniger aus. Schon früh am Morgen haben wir einen blauen Himmel und auch der Wind hält sich stark zurück. Ich gehe nach der Gassirunde in den Ort und hole uns frische Brötchen beim Bäcker. Endlich wieder deutsche Brötchen, die schmecken. Die genießen wir dann in Ruhe und machen uns später auf den Weg ans Wasser.

                    Die schönen Schmetterlinge habe ich auf der Hundewiese am Stellplatz entdeckt.

Wir gehen durch den Ort und zum Deich. Oben auf der Deichkrone laufen wir ein ganzes Stück entlang, bis wir den Hundestand erreichen. Dort gibt es eine Trinkstelle für den Hund, der sich bei dem warmen Wetter auf das frische Wasser freut. Hier fahren auch die kleinen Züge los, die die Halligen mit allem versorgen, was man so braucht. Ich denke, dass die Bewohner dort alle so ein kleines Gefährt haben. Es sieht jedenfalls putzig aus und erinnert mich irgendwie an die Augsburger Puppenkiste.
                                            Die Fähre mit Wyk auf Föhr im Hintergrund
                                        Der kleine Bahnhof für die Züge zu den Halligen
                                                    Das ist so eine kleine Eisenbahn

Wir setzen uns eine Weile auf eine Bank und schauen uns das Treiben im Wasser an. Hier toben die Hunde im seichten Wasser, wo es langsam auf Ebbe zugeht. Wir kehren dann um und gehen nochmal zum Fährhafen. Meine Frau wartet dort und schaut sich eine einlaufende Fähre an, während ich den Hund ins Wohnmobil bringe. Wir wollen dann nochmal ein Fischbrötchen essen, was mit Hund schlecht ist. Anschließend gehen auch wir wieder zurück zum Platz und genießen die Sonne auf unseren Stühlen vor dem Wohnmobil.

Ich halte es bis zum Abend aus und dann packe ich wieder alles ein, weil wir Morgen wieder weiter wollen. Es soll nochmal zum Nord-Ostsee-Kanal gehen, wo wir dann ein paar Tage länger bleiben wollen.

Tag 75 - Sonntag, 09.08.2026

Heute wollen wir wieder weiter und so machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Rendsburg. Das sind etwa 120 Kilometer und die fahren wir ohne Probleme. Es geht teilweise über Land und durch kleine Ortschaften. Das zieht sich etwas wie Gummi und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir auf der A7 sind. Da die Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal immer noch Baustelle ist fahren wir aber wieder an der nächsten Ausfahrt wieder raus und über eine gut ausgebaute Bundesstraße weiter.

Nach dem Tunnel unter den Kanal geht es auf der anderen Seite noch etwa 7 Kilometer zum Stellplatz in Schachtholm. Die beiden anderen Stellplätze in Rendsburg sind voll und so nehmen wir wieder den Platz am Verkehrslandeplatz. Hier haben wir auch genug Platz für unseren Anhänger. Hier waren wir schon auf dem Hinweg und hier zieht es uns öfter hin. Wir finden einen schönen Platz mit Blick auf den Kanal und stellen uns auf. Zum Nachmittag wird es noch bis 29 Grad warm und wir sind froh, dass das Wohnmobil uns Schatten spendet.


                                                            Unsere Parzelle am Kanal

Außer ein paar Gassirunden mit Ellie machen wir aber nichts mehr und stellen Tisch und Stühle raus. Mittag und Abendessen können wir draußen genießen und zwischendurch legen wir die Füße hoch. Der Zahlautomat nimmt mal wieder unsere Karte nicht und so kratzen wir die letzten Euro zusammen und bezahlen bar. Das ist uns hier schon öfter passiert, das der Automat Kartenzahlung ablehnt. Erst am Abend, als die freundliche Mitarbeiterin auftaucht erzählen wir ihr von dem Problem. Wir wollen vier Tage bleiben und mußten 72,-- Euro bezahlen.
                                            Ganz schön viel Verkehr auf dem Kanal

Sie sagte uns dann, dass der Automat Kartenzahlungen über 50,-- Euro nicht möglich macht, da man keinen Pin eingeben kann. Na das wäre doch mal einen Hinweis auf dem Automaten wert! Da stünde schon so viel drauf und das würde ja eh keiner lesen. Dem mußte ich dann doch widersprechen, weil ich dann endlich gewußt hätte, warum in der Vergangenheit das Problem schon immer bestanden hat. Aber was solls. Müßen wir die Tage mal wieder etwas Bargeld besorgen.

Das Wetter bleibt bis in den Abend warm und so gehen wir erst nach 20 Uhr rein. Morgen früh soll es Regen geben, der auch hier gut gebraucht wird. Der soll aber schon ab Mittag wieder vorbei sein.

Tag 76 - Montag, 10.08.2026

Am frühen Morgen ereilt uns der angekündigte Regen und so bleiben wir noch etwas länger liegen. Als ich dann mit Ellie Gassi gehe, muss mal wieder der Regenmantel für den Hund herhalten. Wir frühstücken dann etwas länger, weil wir ja bei dem Wetter nicht viel unternehmen können. Da der Regen noch andauert, mach ich mich an ein neues Video. So kann man sich die Zeit vertreiben. Nach dem Mittagessen hört es dann auf und ich hole mein Rad raus.


                                                           Sieht man auch nicht alle Tage
                                                Die Marine kommt auch vorbei

Ich will zum nächsten Aldi, um einige Lebensmittel einzukaufen. Dabei muss ich feststellen, dass der Radweg am Kanal entlang wegen einer Baustelle unterbrochen ist. So muss ich für etwa 1,5 Kilometer über die Landstraße ausweichen. Bis zum Supermarkt sind es etwa acht Kilometer. Den erreiche ich dann auch und bekomme fast alles, was auf meiner Einkaufsliste steht. Für den Rückweg suche ich mir eine etwas andere Strecke aus, an der Baustelle komme ich aber anders nicht vorbei.

Dafür ist das Wetter wieder besser und wir können die Stühle rausstellen. Leider wird es nicht mehr so warm und als die Sonne hinter ein paar Wolken verschwindet, wird es mir zu kühl und ich gehe rein. Die nächsten Tage wird es aber wieder wärmer. Mal sehen was noch so geht.

Tag 77 - Dienstag, 11.08.2026

Heute sollte es eigentlich schöner werden, aber der Wetterbericht hat sich nicht daran gehalten. Es ist viel bewölkter und windiger, als vorhergesagt. So ändern wir unsere Planung, denn wir wollten heute eigentlich mit den Rädern nach Rendsburg. So fahre ich mit dem Roller auf eine Runde durchs Land. Ich möchte den Militärflughafen in Jagel besuchen. Mich haben die Flieger seit meiner frühesten Jugend interessiert. Zu meiner Jugend gab es noch den Fliegerhorst in Laarbruch/Weeze. Dort waren die Briten stationiert. Jetzt ist es seit vielen Jahren ein Regionalflughafen.

Der Flugplatz vom Taktischen Luftwaffengeschwader in Jagel ist etwa 35 km entfernt und ich nutze dafür eine Strecke, die mich über Nebenstraßen zu meinem Ziel führt. Ich finde einen Weg, der mich bis direkt an den Platz führt. Da hab ich nicht damit gerechnet. Ich stehe leicht erhöht, mit bestem Blick auf beide Landebahnen. Leider ist nichts los. Es herrscht zwar reger Fahrzeugbetrieb und auch ein Schulungsflugzeug startet, aber von den Jets ist nichts zu sehen.

                                                     Mit der Fähre ging es über den Kanal

Ich warte eine gute Stunde und erfahre dann von einem Einheimischen, dass die Tornados in der Regel ab 14 Uhr 30 starten würden. Das ist aber noch lange bis dahin. Ich fahre daher dort weg und umrunde den Flugplatz und fahre zum Haupteingang. Dort sind drei alte Flugzeuge ausgestellt, die aber innerhalb des Geländes stehen. Da ich aber noch viel Zeit habe, fahre ich zunächst zu einem Bäcker und gönne mir ein Hefeteilchen und fahre dann zurück.
                                                          Blick rüber zu den Hangars
                                                                    Schulungsflugzeug
                                                        Eine RF-84F Thunderflash
                                                    Eine Lockheed F-104G Starfighter
                                                             Ein Panavia Tornado IDS
                                            Ein moderner Tornado im Überflug

Auch hier in der Nähe des Haupteinganges, gibt es eine gute Stelle, um die Flieger zu beobachten. Ich treffe dort auf einen Mann, der hier mit der Familie und dem Wohnmobil steht. Er ist wohl öfter und auch längere Zeit hier und berichtet mir, dass heute Vormittag viel Flugzeuge gestartet sind. Aber er hat beobachtet, dass zwei Tornados den Hangar verlassen haben und wohl bald starten. Das war dann auch so und die beiden Jets sind über unsere Köpfe gedonnert. Na wenigstens das habe ich mitbekommen. Dann kehrte wieder Ruhe ein und ich hab mich auf den Rückweg gemacht.

Zurück am Platz habe ich dann mit dem Hund eine größere Runde gedreht, damit er auch auf seine Kosten kommt. Das Wetter ist zwar nicht schlecht, aber die Sonne hat es schwer. Ich stelle mir trotzdem einen Stuhl raus und bleibe ein Weile sitzen, bis die Sonne hinter den Bäumen verschwindet.

Tag 78 - Mittwoch, 12.08.2026

Heute ist das Wetter perfekt, um mit dem Fahrrad zu fahren. So machen wir das dann auch und fahren am späten Vormittag los. Da auf unserer Seite des Kanals ein Stück des Radwegs gesperrt ist, nehmen wir einen kleinen Umweg. Wir wollen nach Rendsburg und fahren zunächst in die andere Richtung. In etwa drei Kilometer Entfernung vom Platz verkehrt ein Fähre. Mit der setzen wir über den Kanal und fahren dann Richtung Rendsburg. Leider ist der Radweg auf dieser Seite nicht so schön, wie auf unserer Seite, da es hier einige Schadstellen gibt und es daher öfter etwas uneben ist.
                                                                        Warten auf die Fähre
                                                                            Los gehts

                    Vor Rendsburg entdecken wir diese Bank, die sich auf etwa 500 Meter erstreckt!!!

Insgesamt wird die Strecke dadurch natürlich etwas länger und so werden es am Ende 30 Kilometer. Wir fahren zum Famila Supermarkt, der direkt am Kanal in Rendsburg liegt. So brauchen wir nicht durch die Stadt fahren. Wir bekommen alles, was auf unserer langen Einkaufsliste steht. wir packen dann alles auf unsere Räder und ich habe noch meinen Rucksack mit. Aber es geht ganz gut und vor der Rückfahrt gönne ich mir noch ein Eis aus dem Eisstübchen am Kanal.
                                    Den Dampfer entdecken wir noch am Kanal in Rendsburg
          Auf der Rückfahrt mit der Fähre müssen wir auf die dicken Pötte warten, die haben Vorfahrt.

Dann nehmen wir den gleichen Weg zurück, den wir auch gekommen sind. Wir sind dann wieder gut am Platz angekommen und packen alles aus. Natürlich muss der Hund sofort auf eine Gassirunde. Danach gönnen wir uns den mitgebrachten Kuchen bei einer Tasse Kaffee. Beides genießen wir in der Sonne vor unserem Wohnmobil. Am späten Nachmittag fahre ich mit dem Roller in den Eiderpark von Rendsburg. Dort habe ich ein "Futterhaus" entdeckt und dort will ich etwas für unseren Hund kaufen. Das geht mit dem Roller ganz fix und ich finde auch etwas für Ellie. 

Zurück am Platz genießen wir noch die Sonne, bevor am Abend die Sonnenfinsternis einsetzt. Zuvor packen wir die Räder und den Roller wieder weg, denn Morgen geht es für uns wieder weiter. Wir wollen nochmal zur Ostsee, bzw. zur Kieler Förde. Mal sehen, ob wir überhaupt einen Platz bekommen, denn wir haben ja immer noch Hochsaison.

                    Morgens gab es diese tollen Spiegelungen im Kanal, weil es komplett windstill war.


                                        Abends kommen noch ein paar große Schiffe vorbei



                                  Sonnenfinsternis im Norden. Sollten 87 % sein. Na wärs glaubt.

Tag 79 - Donnerstag, 13.08.2026

Heute geht es für uns wieder weiter und das bei schönstem Wetter. Wir wollen an die Ostsee, bzw. an die Kieler Förde. Das sind etwa 120 km. Wir hatten ein paar Tage Hoffnung, einen Platz in Grömitz zu bekommen. Da man im Internet die aktuelle Stellplatzbelegung abfragen kann, war uns gleich klar, dass das nichts wird. Die wenigen freien Plätze am Morgen sind innerhalb von Minuten wieder belegt. Also haben wir gleich den Stellplatz in Scharbeutz angesteuert.

Die Fahrt dahin war ganz gut, aber direkt in der Nähe der Ost See gab es ein sehr hohes Verkehrsaufkommen und es kam zu kleineren Staus. In Scharbeutz angekommen haben wir gleich am Eingang zum Platz das Schild "Alles belegt" gesehen. Also auch hier war nichts zu machen. Die nächste Möglichkeit wäre dann der Fischereihafen in Travemünde. Die wenigen Kilometer bis dahin verliefen sehr zäh und überall, wo noch ein Plätzchen zum Parken war, stand auch ein Auto. Da hatten wir schon arge Bedenken, dass wir wieder auf einen vollen Platz treffen.

Wir sind dann zum besagten Platz gefahren und waren erstaunt, dass doch noch einiges frei war. Der Stellplatz hat zwar einen Parkplatzcharakter, aber wir wollten nun keine Ansprüche stellen. Wir waren erst einmal froh, überhaupt einen Platz zu bekommen. Sehr breit waren die Parzellen nicht, aber wir haben den Anhänger noch daneben stellen können. Wir haben uns dann aufgestellt und uns bei Google Maps die Umgebung angeschaut.

                                                            Der Platz am Fischereihafen

Es war nicht weit bis zum Fischereihafen, wo es auch einige Restaurants und Fischbuden gab. Wir haben uns dann auch gleich auf den Weg da hin gemacht, weil wir zu Mittag gerne etwas mit Fisch haben wollten. Zuerst kommen wir am Fischereihafen vorbei und sind sehr erstaunt, dass hier ein komplett neuer Stadtteil entstanden ist, der auch noch nicht ganz fertig ist. Hier wurden Wohn- und Geschäftshäuser errichtet, die alle im gleichen Stil erbaut sind. Alles sieht sehr hochwertig und teuer aus.

                                            Ein ganz neuer Stadtteil ist hier entstanden

Wir sind dann am Wasser entlang gegangen und haben die Promenade in Travemünde erreicht. Wir waren über das Ausmaß sehr überrascht. Viele Restaurants, Geschäfte usw. sind in einer langen Reihe hier zu finden und es herrschte ein großer Ansturm von Touristen. Das Wetter war auch sehr warm und auf dem Wasser war auch viel los. Wir sind dann einmal auf und ab gegangen und haben uns zum Ende an eine Fischbude gesetzt und leckeren Fisch gegessen.


                                                        Viel los auf der Promenade
                                                                Die Viermastbark Passat
                                                                            Hotelturm

Müde vom Laufen sind wir zum Platz zurück. Wir haben dann festgestellt, dass es immer wieder Camper gibt, die sich nicht unterordnen können. Da sich ein Wohnmobil falsche herum gestellt hat, hatten wir jetzt Nachbarn, die weniger als einen Meter Abstand zu uns hatten. Ich könnte so nicht einmal meine Klappe der Heckgarage öffnen. Das finde ich reichlich unverschämt. Das haben wir dann auch zum Anlass genommen, Morgen weiter zu fahren.  

Tag 80 - Freitag, 14.08.2026

Heute geht es für uns weiter Richtung Heimat. Aber wir machen noch einige Abstecher unterwegs. Unser heutiges Ziel ist der Camping und Stellplatz in Hamburg Harburg am Wildpark Schwarze Berge. Die Strecke beträgt etwa 100 km und führt uns um Hamburg herum und wir müssen nicht durch den Elbtunnel. Auf dem Weg haben wir nur eine kurze Verzögerung und etwa 10 Kilometer vor dem Ziel müssen wir durch Stadtgebiete. 

Es ist tatsächlich etwas hügelig am Ziel. Wir erreichen den Patz und stellen uns vor die Rezeption. Wir wußten, dass die noch bis 12 Uhr geöffnet hat und erst um 14 Uhr wieder öffnet. Wir melden uns an und haben freie Platzwahl. Wir zahlen für den Tag 28,-- Euro mit Strom und allen Nebenkosten und wir wollen bis Sonntag bleiben. Wir befahren den Platz und finden ein schönes Plätzchen. Es ist sehr warm und so geht es ohne Markise nicht.

                                                Unser Platz für die nächsten zwei Tage

Wir richten uns ein und ich gehe mit Ellie Gassi. Im nahen Wald ist es recht kühl und da kann man es aushalten. Den Tag über verbringen wir teilweise draußen und auch drinnen, allerdings mit Klimaanlage. Zum Mittag gibt es kalte Küche, weil es uns sonst zu warm ist. Zum Abend füllt sich der Platz und wir bekommen Nachbarn. Wir können bei den Temperaturen lange draußen sitzen bleiben. 

Tag 81 - Samstag, 15.08.2026

Heute soll es nicht mehr so warm werden, wie noch gestern. Ich möchte die angenehmeren Temperaturen dazu nutzen, mit dem Rad Richtung Hafen Hamburg zu fahren. Ich würde gerne mal einen Blick auf die riesigen Containerschiffe werfen, die man nur kurz sieht, wenn mann kurz vor dem Elbtunnel auf der A7 unterwegs ist. Ich habe mir dazu bei Google eine Aussichtsplattform ausgesucht. Es sind bis dahin etwa 12 Kilometer, die ich komplett auf Radwegen fahren kann.

Kurz vor dem Ziel geht es durch eine Parkähnliche Gegend mit viel Grün und Obstbäumen an einem Elbdeich entlang. Die letzten Meter ging es dann aber eher über schmale Gehwege aus Schotter. Die fahre ich dann zwar mit dem Rad, toll ist es aber nicht. Angekommen am Aussichtspunkt, die erste Enttäuschung. Von Aussicht ist nichts zu sehen. Es ist zwar nicht mehr weit bis zum Hafen und den Schiffen, aber dichter und hoher Bewuchs hindern an der Aussicht. Schon blöd!!

Ich suche mir einen weiteren Aussichtspunkt, der mir sicherer erscheint, weil direkt am Hafen, ohne jeglichen Bewuchs. Die Strecke da hin ist etwas verzwickt, denn es geht durch Baustellen. Plötzlich hört der Radweg auf und ich stehe auf einer Schnellstraße mit jeweils zwei Fahrbahnen pro Richtung. Da will ich sicher nicht lang fahren. Ich suche mir einen anderen Weg und der paßt dann. Ich stehe auf einer Brücke, mit freiem Blick auf den Hafen. Im Hintergrund habe ich die A7. Das ist dann genau der gleiche Blick, den man auch von der Autobahn hat.


Ich schaue mir die großen Schiffe an, die hier angelegt haben. Es sind vier an der Zahl und die Größe ist schon sehr beeindruckend. Mein Ausflug geht aber noch etwas weiter und ich möchte noch zu einem Platz an der Elbe, der in der Nähe Flugplatzes Hamburg-Finkenwerder. Der Flugplatz dient vor allem für den Transport von Airbus-Teilen per Flugzeug. Teile der neuen Flugzeuge werden hier gefertigt und zur Endmontage nach Frankreich geflogen.

                                                     Schöner Ausblick Richtung Hamburg

Bis dahin sind es nochmal etwa 9 Kilometer, die ich auch wieder über Radwege zurücklege. Ich erreiche die Stelle, mit einer tollen Aussicht auf die Elbe und Richtung Hamburger City. Leider schwächelt das Wetter und mein Regenradar zeigt mir einen dicken Schauer, der mich bald erreichen soll. So kann ich leider nicht lange bleiben, weil es hier keine Möglichkeit gibt, mich unter zu stellen. So mach ich mich wieder auf den Rückweg zum Stellplatz, der von hier aus etwa 17 Kilometer beträgt.

Ich komme dabei auch an größeren Apfelplantagen vorbei, die in der Nähe im "Alten Land" noch ausgedehnter sind. Ich habe das Gefühl, dass ich vor dem Regen davon fahre. Es bleibt trocken, bis ich den Ortsteil Harburg erreiche. Hier will ich noch in einen Supermarkt, um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Ich suche mir einen Aldi aus, der noch knapp einen Kilometer entfernt liegt. Als ich an einem Lidl vorbeifahre, beginnt es dann doch zu regnen. Ich kehre daher um und fahre zum Lidl.

Den erreiche ich, bevor ich richtig naß werden kann. Hier bekomme ich auch die Dinge, die ich haben wollte. Als ich wieder draußen bin, ist der Regenschauer auch schon vorbei. Ich nehme dann die letzten fünf Kilometer in Angriff, die mich wieder auf die "Schwarzen Berge" führt. Es geht auch richtig schön bergan und es ist ganz gut, dass ich ein E-Bike habe. Dann bin ich wieder am Platz und bin sicher mehr als 35 Kilometer gefahren. Aber es hat Spaß gemacht, auch wenn ich nicht sehr viel gesehen habe.

Da es für ein Mittagessen schon spät ist, trinken wir zunächst Kaffee und essen die leckeren Teilchen, die ich mitgebracht habe. Dann machen wir eine Pause und anschließend gehe ich mit Ellie noch bis zum Eingang vom Tierpark. Ich bin erstaunt, wie gut besucht der ist, denn der große Parkplatz ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Dann lassen wir den Tag ausklingen und bauen die Markise ab. Wir essen dann zu Abend im Wohnmobil, da es recht frisch und windig geworden ist.

Morgen geht es für uns weiter und wir müssen bis 10 Uhr den Platz verlassen haben. 

Tag 82 - Sonntag, 16.08.2026

Heute geht es wieder weiter auf dem Rückweg in unsere Heimat. Wir verlassen den Platz schon recht früh, weil wir ohnehin um 10 Uhr den Platz verlassen müssen. Unser Weg führt uns heute an die Weser und zwar in die Nähe von Mehlbergen. Auf dem dortigen Stellplatz "Weser Ufer Urlaub" waren wir schon im letzten Jahr und da hat es uns gut gefallen. Das Wetter ist sehr schön und wir hoffen, dort einen Platz zu bekommen. Die Strecke beträgt etwa 125 Kilometer und die fahren wir zunächst über die A1.

Später wechseln wir auf Land- und Bundesstraßen und es geht durch viele Dörfer. Wir erreichen dann das Ziel und stellen uns auf einen Wiesenbereich vor den eigentlichen Stellplätzen. Dort haben wir auch bei unserem letzten Besuch gestanden, weil es so voll war und weil wir ja keinen Strom brauchen. Die Fläche ist groß und so können wir den Anhänger angehängt lassen. Nun stellen wir uns erstmal auf und machen die Markise raus, da es sehr warm ist.

                               Unser Platz auf der Wiese und in Hintergrund der Bereich mit der Bar

                                                             Direkter Blick auf die Weser

Der Stellplatz hat auch eine Bar mit kalten Getränken, Eis und Flammkuchen, der immer frisch zubereitet wird. Die Bar öffnet um 15 Uhr und kurze Zeit später ist sie schon gut besucht. Sie wird von den Einheimischen gut angenommen, die hauptsächlich mit den Rädern gefahren kommen. Man sitzt wirklich sehr schön auf der Wiese am Ufer der Weser. Der Besitzer des Stellplatzes, ein ehemaliger Landwirt, hat den Platz eingerichtet und betreibt mit seiner Frau die Bar. Beide sind sehr freundlich und hilfsbereit.
                                                Ausflugsschiff bei bestem Wetter auf der Weser
                                        Auch die Schuppos sind auf dem Wasser unterwegs
                                                    Am Nachmittag ist die Bar gut besucht


Der Stellplatz bietet 20 Plätze mit und noch einige ohne Strom. Ver- und Entsorgung gibt es auch. Wasser und Strom sind kostenpflichtig und der Tagespreis beträgt 20,-- Euro. Der Platz hat eine Schranke und alles wird mit einer Karte geregelt, die man beim Anmelden erhält. Wir machen es uns gemütlich und wechseln später auf Wunsch des Betreibers noch den Platz und stellen uns auf eine Parzelle mit Strom, da die Wiese nicht richtig befestigt ist und es in den nächsten Tagen etwas regnen soll.

Tag 83 - Montag, 17.08.2026

In den frühen Morgenstunden regnet es leicht und es ist deutlich kühler als noch gestern. Mit dem Frühstück lassen wir es langsam angehen, denn im laufe des Morgens regnet es immer wieder leicht. Aber viel wird es nicht und gegen Mittag hört es ganz auf. Da wir spät und lange gefrühstückt haben, ist das Hungergefühl Richtung Mittagessen noch nicht ausgeprägt. Daher will ich mit dem Rad in den Ort, um ein paar Lebensmittel einzukaufen.
                                Der Storch sucht nebenan nach leckeren Sachen auf der Wiese

Dort gibt es einen Rewe-Markt, den ich schon aus dem letzten Jahr kenn. Ich habe immer geglaubt, dass der in Mehlbergen liegt, aber als ich durch die Felder fahrend die Ortsgrenze erreiche, sehe ich das Ortsschild Marktlohe. Obwohl ich schon mehrfach diese Strecke gefahren bin, ist mir das Schild nie wirklich aufgefallen. Also bin ich in Marktlohe. Der Supermarkt ist ganz gut ausgestattet und bis auf eine Kleinigkeit bekomme ich alles, was auf meinem Einkaufszettel steht.

Dann geht es gut bepackt zurück zum Stellplatz. Dann gibt es ein spätes Mittagessen und anschließend ein kleines Mittagsschläfchen. Zur Kaffeezeit stehe ich wieder auf und wir genießen den Kuchen, den ich vom Bäcker mitgebracht habe. Am Nachmittag dann taucht der Seniorchef auf, der mit seinem Schäferhund die Gäste begrüßt. Das hat er schon im letzten Jahr gemacht, quatscht ein wenig mit den Gästen und verteilt kleine Fläschchen mit Likör oder Kräuterschnäpsen. Das macht es wohl sehr gerne, weil er sich wohl auch gerne unterhält und er Freude daran hat.



Er hat ja früher als Landwirt gearbeitet und sein Sohn hat die Idee gehabt, hier auf seinem Grundstück einen Stellplatz zu errichten. Er hat uns damals gesagt, dass er das für eine verrückte Idee gehalten hat und zuerst garnicht einverstanden war. Er hat sich aber überreden lassen und ist nun richtig begeistert und hilft auf seine Weise, den Ort attraktiv zu machen. Die Landwirtschaft hat er schon länger aufgegeben und mäht nun gelegentlich den Rasen, denn die meisten Maschinen und Traktoren hat man behalten.

Der Tag ist dann trocken geblieben und bescherte uns am Abend mit einem schönen Sonnenuntergang. Morgen soll es noch einmal recht trüb bleiben, eher es dann später wieder freundlicher werden soll.

Tag 84 - Dienstag, 18.08.2026

Der Tag startet heute wechselnd bewölkt, aber trocken. Die Sonne tut sich schwer und läßt sich nur kurz blicken. Ich nehme das zum Anlass und fahre nochmal mit dem Rad los. In Marktlohe habe ich ein Geschäft entdeckt, das auch Bekleidung anbietet. Dort möchte ich schauen, ob ich etwas für mich bekomme. Die Strecke ist ähnlich wie gestern zum Rewe und es ist nur etwas weiter entfernt. Eine Strecke beläuft sich auf etwa fünf Kilometer.
                                        Unsere Ellie hat heute Geburtstag und wird fünf Jahre alt

Bei trockenem Wetter fahre ich gemütlich dort hin und schaue mich etwas um. Das Angebot für Männer ist nicht sehr groß, aber ich finde ein Tshirt, eine kurze Hose und einen Schlafanzug. Modemäsig ist der Sommer wohl schon vorbei, denn die Auswahl ist klein. Aber immerhin bin ich ja fündig geworden und fahre gemütlich wieder zurück. Am Platz angekommen ist es für ein Mittagessen noch zu früh und ich gehe hin, um etwas Frischwasser nachzufüllen.
                            Am Mittag gibt es Besuch Aus Wunstorf. Eine A 400 M im Tiefflug
                                Die Strecke, die er abgeflogen ist, erinnert mich an Mickey Mouse.

Die Wassersäule ist die Selbe, die auch in unserem Heimathafen steht. Die aufgeladene Karte nehme ich mit und als erstes stelle ich fest, dass die Anzeige nicht zu erkennen ist. Nach Vorhalten der Karte piept es, Wasser fließt aber nicht. Ich wiederhole das nochmal und erst beim dritten Versuch klappt es. Als die Kanne voll ist, stoppe ich den Vorgang, das Wasser läuft aber weiter. Auch das klappt nicht beim ersten Mal und so läuft einiges daneben.

Bei der zweiten Kanne ist es nicht besser und jetzt stoppt das Wasser garnicht mehr und meine Füße bekommen eine Dusche. Ich versuche es dann noch einmal und dann höre ich auf. Ich kann auch nicht erkennen, wieviel ich von meinem Guthaben verbraucht habe und drücke die Taste, die mein Restgeld zurück bucht. Ob das gelungen ist, kann ich auch nicht erkennen. Ich rufe daraufhin den Betreiber an, der von den Problemen Kenntnis hat, aber wie auch schon bei uns Zuhause wartet er auf einen Servicetechniker. 

Er war aber wie immer sehr freundlich und wir haben uns kurz über das Problem unterhalten. Ich hoffe mal, dass wir mit dem Wasservorrat bis zum Wochenende auskommen. Nach dem Mittagessen gibt es wieder eine Pause, gefolgt von Kaffee und Plätzchen. Zum Abend trübt es sich ein und es wird feucht. Auch die nächsten Tage soll es nicht wirklich schön werden.

Tag 85 - Mittwoch, 19.08.2026

Das Wetter ist heute nicht besonders schön. Schon früh am Morgen tröpfelt es immer wieder und später beginnt es richtig zu regnen. Natürlich braucht die Natur den Regen dringend, aber für uns ist es natürlich nicht so schön. Aber ich nutze das Wetter gerne, um wieder ein neues Video zu erstellen. Und so beschäftige ich mich den Tag über damit, nur unterbrochen von den Mahlzeiten und diversen Gassirunden mit Ellie.

Viel mehr passiert heute nicht und wir hoffen darauf, dass der Wetterbericht für Morgen recht behält und es ein wenig mehr Sonne gibt. Bei dem Wetter stellen wir auch fest, dass sich unsere Batterien langsam leeren, obwohl noch kein Anlass zur Sorge besteht. Die sind noch zur Hälfte gefüllt und wenn die Sonne Morgen wieder scheint, dann werden die auch wieder geladen. Aber bis dahin gedulden wir uns noch.



                Erst zum späten Abend läßt sich die Sonne kurz blicken und zaubert diese Stimmung.

Tag 86 - Donnerstag, 20.08.2026

Das Wetter ist insgesamt heute besser als noch gestern. Die Sonne läßt sich ab dem späteren Vormittag häufiger blicken. Ich nutze die Zeit, um mit dem Hund einige kleine Runden zu gehen. Aber insgesamt war es ein fauler Tag. Ich habe später meine Drohne in Betrieb genommen und habe einige Zeit dafür gebraucht, bis ich wieder geschafft habe. Mit dem Filmen und Fotografieren hat es aber noch nicht so richtig geklappt. Da muß ich nochmal nachlesen.
                Im Vordergrund die Weser-Ufer-Bar, rechts die Weser und im Hintergrund die Marina
                                            Ein schöner Blick über den Stellplatz und die Weser

Wir haben das gute Wetter aber noch dazu genutzt, mit dem Wohnmobil zur Entsorgung zu fahren, da der Abwassertank schon recht voll war. Bei der Gelegenheit haben wir auch noch den Frischwassertank gefüllt. Zum Abend hat dann recht kräftig geregnet und die Natur hat sich sicher gefreut. Morgen soll es wieder sonniger werden und ich überlege mir, was man damit anstellen kann.

Tag 87 - Freitag, 21.08.2026

Heute ist das Wetter wieder angenehm und das nutze ich dazu, um mit dem Rad nach Nienburg zu fahren. Die Stadt kenne ich zwar schon aus dem letzten Jahr, aber so habe ich wieder ein Ziel für eine Radtour. Am späten Vormittag mache ich mich auf den Weg und die Strecke führt komplett über Radwege, bzw. über landwirtschaftlich genutzte Wege. Ich bin zwar immer in der Nähe der Weser, zu Gesicht bekomme ich sie aber erst kurz vor Nienburg.

Als ich über die Brücke zur Stadt fahre, beobachte ich am Ufer, wie ein Frachtschiff beladen wird. Es hat vor einer Kornmühle angehalten. Was da eingeladen wird, kann ich nicht richtig erkennen, aber ich würde mal auf Raps tippen. Ich fahre dann in die Stadt und dann sind es nur noch gut 100 Meter bis zum Beginn der Fußgängerzone. Hier stelle ich mein Rad ab und laufe in die Stadt.
                        In so ein Schiff geht ziemlich viel rein. Ich hab da mal auf Raps getippt.

Die Fußgängerzone ist sehr attraktiv mit vielen schönen Geschäften, Cafés und Restaurants. Je weiter man läuft um so älter werden die Häuser und abseits der Einkaufszone und im besonderen um die Kirche herum gibt es schöne Fachwerkhäuser. Ich laufe gemütlich an den Geschäften entlang und entdecke auch eins für kreative Menschen. Das interessiert mich und gehe rein. Ich finde auch, was ich insgeheim gesucht habe. Ich würde wohl mal die Acrylmalerei ausprobieren. Hier würde ich jedenfalls alles dazu finden.





                                                Sehr schöne Innenstadt von Nienburg

Da ich aber im Anschluss noch im Famila einkaufen möchte, entschiede ich mich heute dagegen. So gönne ich mir ein Eis auf die Hand und fahre dann zum nahen Supermarkt. Hier arbeite ich den Einkaufszettel ab und packe alles auf das Rad und in meinen Rucksack. Dann fahre ich wieder zum Platz zurück. Die heutige Gesamtstrecke betrug am Ende etwa 20 km. Das Wetter soll Morgen auch wieder recht gut werden und so plane ich nochmal nach Nienburg zu fahren.

Den Tag verbringen wir bei schönem Wetter vor dem Wohnmobil. Ich mache dabei noch einige Aufnahmen mit der Drohne und zum Abend erwischt uns dann doch noch ein Schauer.

                                        So Aufnahmen habe ich sonst nicht hinbekommen

Tag 88 - Samstag, 22.08.2026

Heute beginnt wieder ein schöner Tag, mit Sonne, Wolken und frischem Wind. Trocken soll es auch bleiben und so mache ich mich am Vormittag nochmal mit dem Fahrrad auf den Weg nach Nienburg. Heute ist hier Wochenmarkt und da will ich hin. Aber zunächst zieht es mich in den Kreativladen, wo ich mir gestern schon Utensilien für die Acrylmalerei angeschaut habe. Ich besorge mir eine erste Auswahl von Farben, Pinseln und einen speziellen Block mit extra starkem Papier.



                                                        Noch ein paar Eindrücke von Nienburg

So bin fürs erste ausgestattet und gehe dann gemütlich über den gut besuchten Wochenmarkt, der hier in der Fußgängerzone verteilt ist. Sonst werden die Märkte eher auf Plätzen abgehalten, aber hier hat man sich für nahezu die ganze Fußgängerzone entschieden. Ich denke, dass auch die Geschäfte vom größeren Publikumsverkehr profitieren. Am Ende gönne ich mir noch ein Eis. Da es hier im Bundesland demnächst Kommunalwahlen gibt, stehen hier natürlich auch die Parteien und werben um Stimmen.

Ich unterhalte mich dabei mit einem Mann von den Grünen und mußte ihm leider sagen, dass ich aus einem anderen Bundesland komme. Aber wir hatten ein interessantes Gespräch. Ich bin dann noch kurz im Famila vorbei, um beim dortigen Bäcker etwas zum Kaffee zu besorgen. Dann bin ich zum Platz zurück, wo wir auch gleich das Mitgebrachte genießen. Es ist zwar dafür etwas zu früh, aber wir wollen das Mittagessen ausfallen lassen und uns später einen Flammkuchen von der Weserbar zu gönnen.
                  Ich entdecke über mir einen großen Pulk von Störchen, die hier in der Thermik kreisen.
                                         Später sehe ich die Truppe ganz in der Nähe vom Platz

Das Wetter hält sich, obwohl uns gegen 15 Uhr ein kurzer Schauer ereilt. wir hatten schon Bedenken, dass die Bar deshalb nicht öffnet, aber wir hatten Glück und haben dann jeder einen leckeren Flammkuchen gegessen. Da wir Morgen weiter wollen und die Einkaufsmöglichkeiten an unserem nächsten Ziel weiter entfernt liegen als hier an der Weser, bin ich dann nochmal mit dem Rad zum Aldi nach Marktlohe gefahren. Hier habe ich vor Allem noch ein paar Getränke besorgt.

Zum Abend hin war das Wetter noch gut und ich habe noch draußen lange in der Sonne gesessen, bis es mir zu kühl wurde. 

Tag 89 - Sonntag, 23.08.2026

Heute geht es für uns weiter und wir verlassen den Platz am Weserufer kurz vor Elf. Unser heutiges Ziel ist der Stellplatz am Thiemannshof in Lembruch am Dümmersee. Die Fahrstrecke beträgt etwa 68 km. Wir haben dort einen Platz bis kommenden Sonntag gebucht und den können wir möglicherweise aber erst ab 15 Uhr belegen, weil man die Möglichkeit hat, bis 15 Uhr den Platz zu verlassen. Wir brauchen für die Strecke etwa 1,5 Stunden, weil wir nur über Landstraßen fahren.

Wir finden den Platz sofort und stellen das Wohnmobil vor der Schranke ab. Wir laufen dann auf den Stellplatz und suchen unsere Parzelle. Die ist auch für uns reserviert, was wir auf einem Schild entnehmen können. Aber der Platz ist noch belegt und die Menschen, die noch den Platz belegen, wollen gegen 14 Uhr 30 wegfahren. Das sind dann für uns noch etwa 2,5 Stunden, die wir noch warten müssen. So gehen wir zum Wohnmobil zurück.
                                              Wir stehen noch vor der Schranke und warten

                                                             Das Ufer vom Dümmersee
                                                    Es ist noch sehre rummelig am Strand

Wir entscheiden uns dann dazu, zum Seeufer zu laufen, weil hier noch jede Menge los ist. Denn es gab am Wochenende eine große Veranstaltung, mit dem Titel "Dümmer brennt". Angeblich waren gestern hier 20.000 Menschen, um auch das große Feuerwerk am Abend zu sehen. Das wäre auch nichts für unseren Hund gewesen. Das hatte auch der Herr an der Rezeption gesagt und auch der Stellplatz war ausgebucht. Aber auch heute gab es am Ufer noch viele Stände an denen man sich sattessen konnte.

Auch gab es noch einen kleinen Markt mit Schmuck und Sachen für Haus und Garten. Wir haben dann unsere erste Currywurst nach drei Monaten gegessen. Sehr lecker!!! Wir haben uns dann noch etwas umgesehen und sind langsam wieder zum Platz. Die Zeit war aber noch nicht um und trotzdem war der Platz schon frei. So sind wir auch gleich raufgefahren und haben uns eingerichtet. Die Parzelle ist sehr groß und mit einer Hecke abgeteilt. 

                                                    Unser Platz für die nächste Woche

Wir zahlen 29,-- Euro für den Tag, mit Strom, Ver- und Entsorgung und Sanitär. Das geht dann eigentlich. Wir trinken dann noch Kaffee und da das Wetter noch sehr schön ist, gehe ich noch auf einen anderen Weg zum Ufer, weil ich ja auch mit meinem Segelboot fahren möchte. Aber ich würde mich wohl für den Weg entscheiden, den wir schon zu Fuß gegangen sind. Es sind aber auch so etwa 700 Meter bis zum Wasser. Also nicht gerade kurz. 

Ich habe dann anschließend das Boot soweit aufgebaut, damit ich Morgen nicht mehr viel machen muss. Die Sonne meint es noch ganz gut und ich stellen mir noch einen Stuhl vor das Wohnmobil und genieße die Wärme. 

Tag 90 - Montag, 24.08.2026

Heute ist der Himmel zwar reichlich bewölkt, aber wenigstens ist es trocken. Im Gegensatz zu Gestern ist es nahezu windstill. Also wird es mit Segeln am Vormittag nichts. Ich schaue mich hier im Ort mit dem Rad etwas um, etwas Besonderes entdecke ich aber nicht. Es gibt zwei Bäckereien und in einer ist auch ein kleiner Supermarkt integriert. Der hat das Nötigste zu bieten, viel ist es aber nicht. Ein weiterer kleiner Supermarkt hat wohl schon aufgegeben und ist geschlossen.
                        Hier ist die Rezeption untergebracht und ich besorge mir ein paar Unterlagen

Ich mache dann später mein Boot fertig und nach dem Mittagessen mache ich mich auf den Weg. Der Wind ist etwas besser geworden. Es ist aber recht anstrengend, das Boot die gut 700 Meter bis zum Ufer zu ziehen. Aber ich habe ja Zeit und gehe es gemütlich an. Über den tiefen Sandstrand wird es nochmal schwierig, aber auch das klappt. Ich richte den Mast und das Segel auf und dann geht es auf den See. Der Wind hält sich noch sehr zurück und ich brauche etwas, um raus auf den See zu fahren.

                                   Man sieht der Wasseroberfläche an, dass es noch nicht windig ist.

Da der Wind vom Ufer kommt, brauche ich etwas Abstand dazu. Draußen ist es etwas besser und ich komme gemütlich voran. Mit der Zeit wird es etwas besser und der Wind nimmt zu. Jetzt macht es wieder richtig Spaß und ich komme gut voran. Es sind auch nur einige Segelboote unterwegs. Ich glaube, ich halte etwa drei Stunden durch und dann sehe ich zu, dass ich wieder ans Ufer komme. Das klappt auch ganz gut und ich schleppe das Boote zum Stellplatz zurück.

Morgen soll es schon früh am Tag recht windig werden. Ich hoffe, es wird nicht schon wieder zu viel, denn die nächsten Tage bleibt es bei frischem Wind und Richtung Wochenende soll es stürmisch werden. Da ist dann sicher zu gefährlich. Zurück am Platz trinken wir Kaffee und genießen die Sonne, die aber später schwächelt und dann wird es mir auch zu kühl und wir wechseln ins Wohnmobil.

Tag 91 - Dienstag, 25.08.2026

Heute ist wieder ein schöner und sonniger Tag, wobei die Nacht recht kühl war. Ich hatte mich gewundert, dass am frühen Morgen der Heizkörper in der Toilette warm war. Ich wollte heute nochmal mit dem Boot raus und bin daher schon recht früh ans Wasser, da es zum Mittag hin stärkeren Wind geben soll. Ich bin vorher noch kurz mit dem Rad zum Ufer, um die Lage zu peilen. Mir erschien es machbar und somit habe ich es dann versucht.

Aber schon der Start war nicht einfach, weil der Wind mich stark versetzt hat, bis ich alles sortiert hatte. Dann ging es aber und ich bin weiter raus. Ich wollte aber zunächst in Ufernähe bleiben, weil ich erst den Wind testen wollte. Der war stärker als gedacht und ich hatte mit der Segelstellung Probleme. Die Böen wurden dann mit der Zeit immer stärker und ich bin dann zurück zum Ufer, weil ich da nichts riskieren wollte. Ich habe dann auch Mühe mit dem Ablanden an den Strand gehabt, weil der Wind mich immer wieder weggedrückt hat.

So habe ich schon nach kurzer Zeit aufgegeben und meine Sachen gepackt und zurück zum Platz. Wir haben dann zu Mittag gegessen und ich habe mir eine Pause gegönnt und mich auf dem Bett ausgestreckt. Der Transport des Bootes über mehr als 700 Meter bis zum Ufer ist recht anstrengend. Zur Kaffeezeit habe ich uns etwas vom nahen Bäcker geholt. Im Anschluss daran bin ich mit dem Hund auf eine größere Runde zum See gegangen.
                                                    Der Baum muss riesig gewesen sein

                                                                        Nette Strandbar
                            Uferpromenade mit Sandstrand, wo ich auch mit dem Boote starte.

Ich bin mit ihm bis zum Hundestrand gelaufen, wo es etwas mit den anderen Hunden gespielt hat. Aber richtige Lust hatte er aber nicht. So bin ich wieder zurück und habe mir den Stuhl in die Sonne gestellt. So ging der Tag auch langsam zu Ende.

Tag 92 - Mittwoch, 26.08.2026

Heute ist es überwiegend bewölkt, aber es bleibt trocken. Der Wind spielt mit und ich kann wieder mit meinem Segelboot raus. Es soll zwar gegen 14 Uhr wieder stürmischer werden, aber bis dahin hoffe ich auf eine gute Zeit auf dem Wasser, wenn nicht dieser leidige und weite Weg bis zum Ufer nicht wäre. Aber es ist eine gute Stelle dort am Strand, um ins Wasser zu kommen. Das eher mäßige Wetter sorgt auch dafür, dass hier am Strand nichts los ist. Sonst müßte man gerade beim Anlanden auf Kinder und Erwachsene aufpassen, die sich dort aufhalten.

So komme ich auch heute wieder gut raus und der Wind ist genau richtig. Er bläst mitunter recht frisch und treibt das Boot gut an. So gewinne ich mit der Zeit Routine und trotzdem gab es die ein oder andere Situation, die ich nicht richtig eingeschätzt habe. Aber es hat richtig Spaß gemacht und ich habe es etwa 2,5 bis 3 Stunden ausgehalten. Ich bin dann auch wieder gut an den Strand gekommen, was bei Gegenwind nicht so einfach war.

Zurück am Platz hat dann der Wetterbericht gemeldet, dass der Wind heute doch nicht stärker werden soll. Ganz gestimmt hat es dann aber doch nicht, denn es hat zwischendurch heftig gepustet. Ich hatte schon in der Nacht mit Kopfschmerzen zu kämpfen und die hatten sich wieder eingestellt. Ich hab mich dann nach dem Mittagessen wieder hingelegt und später wurde es etwas besser, gut war es aber immer noch nicht.

So habe ich den Rest des Tages abgehängt und außer ein paar Gassirunden mit Ellie nichts mehr gemacht. Morgen verspricht uns des Wetterbericht wieder viel Sonne, aber auch viel Wind. Mal sehen, ob er Recht behält.

                                                        Die Fotos sind noch von gestern Abend

Tag 93 - Donnerstag, 27.08.2026

Meine Gesundheit läßt heute Morgen noch zu Wünschen übrig und ich lege mich nach dem Frühstück nochmal hin, habe aber ein anderes Medikament genommen. Das wirkt so langsam und gegen Mittag geht es mir schon wieder ganz gut. Segeln wäre heute ohnehin nicht in Frage gekommen und außerdem weht der Wind eher stürmisch. Aber ich fühle mich ganz gut und mache mich dann mit dem Rad auf den Weg nach Lemförde. Der frische Wind um die Nase ist ganz angenehm.

Aber es wird von Stunde zu Stunde wärmer und an den diversen Strändabschnitten tummeln sich die Menschen im Wasser. Ich fahre ein gutes Stück am See entlang und dann geht es durch Felder nach Lemförde. Hier gibt es ein Gewerbegebiet mit einigen Supermärkten und sonstigen Geschäften. Ich wähle den Edeka und kaufe die Lebensmittel ein, die auf meiner Liste stehen. Sehr viel ist es nicht und ich bekomme alles.
         Es ist keine Überraschung mehr, dass es Ende August schon weihnachtliche Leckereien gibt.

Vom Bäcker hole ich noch für später etwas zum Kaffee. Dann mache ich mich wieder auf den Rückweg. Die einfache Strecke betrug etwa acht Kilometer. Auf dem Rad- und Fußgängerweg am See ist es recht voll und man muß aufpassen. An Wochenenden und Feiertagen ist hier das Radeln nicht erlaubt. So bin ich dann wieder am Platz und mir ist nach einer Pause. Ich möchte nicht so lange in der Sonne sitzen, solange ich nicht sicher bin, ob meine Kopfschmerzen vielleicht auch daher gekommen sind.

So machen wir über den Rest des Tages nicht mehr viel und später sitzen wir noch etwas im Schatten des Wohnmobils und machen uns über die nächsten Tage Gedanken. Da die nächsten beiden Tage vom Wetter her nicht schön werden, haben wir überlegt früher abzureisen. Aber der Platz in unserer Heimat ist immer noch nicht geöffnet und so werden wir erst mal den morgigen Vormittag abwarten, ob wir von dort Neuigkeiten bekommen. 

Tag 94 - Freitag, 28.08.2026

Wir werden heute den Platz verlassen und wieder unseren Heimathafen ansteuern. Mit einem Mitarbeiter des Platzes haben wir abgesprochen, dass er uns auf den Platz läßt, falls die Schrankenanlage nicht funktioniert. Das ist natürlich toll und wir haben uns vorab schon mal bedankt. So machen wir uns nach dem Frühstück fertig und verlassen den Platz. Es geht über die A1, A52, A2 und A42 zurück. Wir haben Glück, dass es ohne nennenswerten Stau verläuft.

Zurück am Platz klappt die Einfahrt sogar problemlos. Aber auch die beiden Mitarbeiter, die hier den Platz pflegen sind vor Ort und hätten helfen können. Nach uns sind noch drei Wohnmobile auf den Platz gekommen und später hat die Schrankenanlage wieder den Geist aufgegeben. Nun stehen wir erstmal hier und das bleibt auch für die nächsten Wochen so. Erst Ende Oktober soll es für uns wieder weiter gehen.